Kommentar

Sorge um Oststeinbek

Wir erwarten viel von unser Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Sie muss uns zuverlässig sagen können, was wir bauen dürfen und was nicht. Sie muss Kinder betreuen, Schulen betreiben, die Kanalisation in Schuss halten und Kulturveranstaltungen organisieren können. Und damit sind nur einige Aufgaben genannt. Zuallererst muss Verwaltung allerdings in der Lage sein, fehlerfreie Verwaltungsakte zu produzieren. Wenn das nicht klappt, sollten die Alarmglocken schrillen.

In Oststeinbek ist es so weit. Die Fehler, die in dem vorliegenden Fall gemacht wurden, können nur als dilettantisch bezeichnet werden. Selbstverständlich muss ein Bescheid eine Begründung enthalten, die diese Bezeichnung auch verdient. Selbstverständlich muss ein Widerspruch innerhalb einer bestimmten Frist beantwortet werden. Wer das nicht tut, der schadet der Gemeinde.

Die Oststeinbeker Kommunalpolitiker hatten in der Vergangenheit schon mehrfach Anlass, sich über ihre Bürgermeisterin zu ärgern. Immer wieder gab es bis ins Persönliche gehende Streitereien. Nun hat gar ein Verwaltungsrichter eine Mediation vorgeschlagen. Martina Denecke hat offenbar noch nicht begriffen, dass es zu den wichtigsten Aufgaben eines Bürgermeisters gehört, Entwicklungen zu moderieren, verschiedene Interessen zusammenzuführen, Kompromisse auszuarbeiten. Nach dem Tag im Schleswiger Gericht drängt sich die Erkenntnis auf: Oststeinbek geht schweren Zeiten entgegen.