Kindernachrichten

Zu Guttenberg: Ein Plagiator stiehlt Ideen

Wenn der Lehrer einen Schüler während der Klassenarbeit beim Abschreiben erwischt, dann nimmt er ihm normalerweise die Arbeit weg.

Und gibt dem Schüler direkt eine Sechs. Alle wissen das und trotzdem wird immer wieder versucht, abzuschreiben.

Vor kurzem wurde entdeckt, dass unser Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg bei seiner Doktorarbeit wohl geschummelt hat. Nun hat er bereits seinen Doktortitel zurückgegeben, doch viele Leute fordern, dass er auch sein Amt als Minister abgibt. Zu Guttenberg wird nämlich vorgeworfen, ein Plagiator zu sein. Aber was bedeutet das eigentlich genau?

Ein Plagiator ist, wer Plagiate erzeugt. Das Wort kommt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt so viel wie "Menschenraub". Der Minister ist natürlich kein Menschenräuber. Die Bedeutung des Wortes hat sich im Laufe der Zeit ein wenig verändert. Heutzutage wird damit der Raub von Ideen anderer Menschen bezeichnet. Ideen werden als geistiges Eigentum bezeichnet, das ebenso wenig gestohlen werden darf wie beispielsweise ein Fahrrad. Wenn jemand dennoch die Ideen anderer Menschen benutzen möchte, so muss er die Urheber zunächst fragen. Außerdem müssen die Ideen dann auch speziell gekennzeichnet werden.

Genau das hat Karl-Theodor zu Guttenberg aber offenbar nicht gemacht. Und das wäre nichts anderes als unerlaubtes Abschreiben.