Kindernachrichten

Johanna las, lachte und siegte

Foto: Anne Kleinfeld

Den 21 Mädchen und Jungen steht die Spannung auf der Stirn geschrieben - alle warten mucksmäuschenstill auf die Siegerverkündung.

Für die Sechstklässler geht beim Regionalentscheid des Vorlesewettbewerbs 2010/2011 in der Ahrensburger Stadtbücherei ein ebenso langer wie aufregender Tag zu Ende. Dann löst die siebenköpfige Jury - bestehend aus Bücherfreunden, Autoren, Leseexperten, Literaturkenner und Wissenschaftlern - die Anspannung. Die stellvertretende Büchereileiterin Annika Kaufert macht es kurz: "Gewonnen hat... Johanna Friedrichsen!"

Etwa 70 Bücherfreunde, Eltern, Großeltern und Geschwister waren gekommen, um ihren Favoriten die Daumen zu drücken. In der ersten von zwei Runden durften die Kinder ihren vorbereiteten Wunschtext vorlesen. Rülpsende Schornsteine, Werwölfe, Monsterlokomotiven und immer noch Enid Blyton: In je knapp fünf Minuten ging es querbeet durch die Kinderliteratur. Nach einer kurzen Pause starteten die Teilnehmer frisch gestärkt in die zweite Leseeinheit. Nun trugen die Jungen und Mädchen in einer fortlaufenden Geschichte einen Fremdtext vor. Von der Jury bestimmt und bis zuletzt geheim war es in diesem Jahr "Dirk und Ich", Autor Andreas Steinhöfels persönliche Erinnerungen an eine Kindheit in den 1970er-Jahren.

Dass zwischen den spannenden Zeilen mal jemand schniefte, wurde bei der aktuellen Wetterlage keinem verübelt. Die Kinder stellten mit fehlerfreiem und flüssigem Lesen, Natürlichkeit und Charme ihr Vorlesetalent unter Beweis.

Nach der Siegerehrung blitzten Kameras, Applaus brandete auf. Am meisten strahlte Siegerin Johanna, ihr Gewinnerbuch, Astrid Lindgrens Klassiker "Ronja Räubertochter", fest in den Händen. Die Schülerin der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule aus Ahrensburg hatte sich zuvor gegen ihre Mitschüler der 6 b und danach gegen die anderen Klassensieger der Schule durchgesetzt. Nun wird sie in wenigen Wochen für Stormarn im Bezirksentscheid antreten und vielleicht einen weiteren Schritt in Richtung Bundesfinale tun.

Bibliotheksleiterin Claudia Kaltenbach sieht einen Grund für den Sieg der Elfjährigen in der Humor. "Wer kichert, bevor er überhaupt begonnen hat zu lesen, der hat den Text einfach total kapiert." Johanna selbst erklärt ihre sympathische Lachattacke ganz diplomatisch mit einem Zitat aus ihrem letzten Absatz: "...,und jetzt trinken wir Tee und machen es uns gemütlich, bevor wir alle wieder in die Besserungsanstalt zurück müssen' - das war endgültig das Aus!"