Stormarn

Chance auf eine Lehrstelle war selten größer

Chefin der Arbeitsagentur ist zufrieden: Es gibt mehr Angebote als Bewerber

Bad Oldesloe. Wer einen Ausbildungsplatz sucht, hat in Stormarn so gute Chancen wie schon lange nicht mehr. Die Agentur für Arbeit in Bad Oldesloe registriert für das laufende Ausbildungsjahr mehr gemeldete Ausbildungsstellen als Bewerber. "Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage hat sich in diesem Jahr zugunsten der Jugendlichen verändert", sagt Arbeitsagentur-Chefin Heike Grote-Seifert. Den knapp 1800 Bewerbern im Bereich der Arbeitsagentur, zu der die Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg gehören, standen 2050 angebotene Ausbildungsstellen gegenüber. Während die Zahl der Bewerber im Vergleich zum Vorjahr um 90 Personen stieg, verzeichnete die Arbeitsagentur bei den gemeldeten Lehrstellen sogar ein Plus von 370.

Für die Unternehmen wird es dagegen schwieriger, geeignete Auszubildende zu finden. Dazu sagt Klaus-Dieter Schmidt von der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck: "Viele Ausbildungsstellen, insbesondere in der Gastronomie, im Einzelhandel und in den gewerblichen Berufen, konnten nicht besetzt werden." Die Betriebe müssten ihr Einstellungsverhalten ändern. Schmidt: "Jugendliche, die in den vergangenen Jahren durch das Einstellungsraster gefallen wären, werden in den kommenden Jahren vermehrt Chancen haben."

Bei der Lübecker IHK sind bisher 827 Ausbildungsverträge eingetragen worden, eine Steigerung um sieben Prozent im Vergleich zu 2009. Die Handwerkskammer vermeldet 392 neue Lehrlinge. Dennoch haben noch nicht alle Bewerber eine Lehrstelle. 56 Jugendliche, die bei der Arbeitsagentur gemeldet sind, sind immer noch auf der Suche. Dennoch ist Heike Grote-Seifert zufrieden. Sie sagt: "Die Zahl der Unterversorgten ist deutlich gesunken, und ich bin zuversichtlich, dass wir für die meisten noch etwas tun können."

Jugendlichen, die 2011 mit einer Ausbildung beginnen wollen, rät die Agenturchefin, sich bereits jetzt um einen Termin bei der Berufsberatung zu kümmern. "Es geht auch darum, berufliche Alternativen zu entwickeln", sagt Grote-Seifert, "je flexibler die Bewerber sind, desto größer sind die Chancen auf einen Ausbildungsplatz."

Personalverantwortliche fordert Heike Grote-Seifert dazu auf, auch Bewerber bei der Auswahl zu berücksichtigen, die auf den ersten Blick nicht ihren Vorstellungen entsprächen. Sie sagt: "Das Potenzial vermeintlich schwächerer Jugendlicher muss nicht zuletzt in Anbetracht eines zunehmenden Fachkräftemangels zukünftig stärker genutzt werden."