Beratungsstelle bangt um Zukunft

Unterschriftensammlung für den Erhalt von Frau und Beruf in Stormarn

Trittau. Sonja Funke hatte nach der Geburt ihrer Zwillinge eine Berufspause eingelegt. Eine Rückkehr in ihren Job als Redakteurin war jedoch wegen der langen Arbeitszeiten nicht möglich, deshalb wollte sie sich selbstständig machen. Nur kam sie mit ihrer Idee nicht so recht voran. "Ich wollte schon aufgeben", sagt die Lütjenseerin. Doch dann ließ sie sich bei Frau und Beruf beraten. "Das war die Initialzündung", sagt die 46-Jährige, die heute Internetseiten für Firmen entwirft.

Seit zwölf Jahren gibt es die Beratungsstelle in Bad Oldesloe. Auch in Trittau, Ahrensburg, Bargteheide, Glinde, Barsbüttel und Reinbek werden Termine angeboten. Jetzt steht das Angebot auf der Kippe. Die Landesregierung will die Förderung kürzen. Das 67 000-Euro-Budget soll stark zusammengestrichen werden - 2014 droht das Aus.

1100 Frauen kamen im vergangenen Jahr zu Beraterin Inke Stäcker und ihrer Kollegin Birgit Harring-Boysen. Die meisten Klientinnen sind zwischen 30 und 50 Jahre alt. Seit zwei Jahren kommen verstärkt Migrantinnen und Frauen über 50, die oft nach einer Trennung wieder Arbeit suchen. "Seit fünf Jahren steigt die Nachfrage ständig", sagt Inke Stäcker. Sie hilft bei Wiedereinstieg, Gründung oder auch Mobbing. "Wir machen zum Beispiel einen Bewerbungs-Check oder trainieren Online-Bewerbungen", sagt Stäcker.

Für Sonja Funke, die in einer Druckerei gelernt hatte, eröffnete die Beratung eine neue Perspektive. "Mir wurde klar, was ich kann", sagt sie. Sie änderte ihr Konzept, statt Marketing macht sie jetzt Webdesign. "Es war viel wert, dass jemand von außen auf meine Gründungsidee geguckt hat."

Auch Helgrid Sassner ließ sich bei Frau und Beruf beraten. "Ich war nach 27 Jahren plötzlich arbeitslos", sagt die gelernte Versicherungsfachfrau, die Makler beraten hatte. Mit Unterstützung ihrer Beraterin machte sie sich selbstständig. "Ich wollte Immobilien verkaufen und bekam Tipps, wie ich das anders als andere Makler machen kann." Nach einer zweiten Beratung wagte sie den Schritt. "Ich bin so stolz", sagt die 47-Jährige, "gerade habe ich mein zweites Haus verkauft."

Das Angebot müsse erhalten bleiben, sagt Trittaus Gleichstellungsbeauftragte Inge Diekmann. "Sonst hätten viele Frauen keine kompetente Anlaufstelle mehr, wo sie als Wiedereinsteigerinnen Unterstützung bekommen." In ihrem Büro in der Campeschule und im Rathaus können Bürger für den Erhalt des Projekts unterschreiben.