Stormarn

Drei Mädchen im Vier-Länder-Theater

Jugendliche aus England, Estland und Frankreich beim Jugendcamp des Barsbütteler Clubs für europäische Partnerschaften

Barsbüttel. Sie waren aus der Bretagne gekommen, aus Cornwall im Süden Englands und aus Estland. 14 Tage lang waren Jugendliche aus den Barsbütteler Partnerstädten Guipavas, Callington und Keila zu Gast in Stormarn. Im Jugendcamp des Barsbütteler Clubs für europäische Partnerschaften (BCEP) lernten sie zwei Wochen lang nicht nur ein fremdes Land kennen, sondern sie sammelten auch erste Erfahrungen als Musical-Darsteller. "Wir haben jeden Tag gesungen und geprobt und manchmal sogar um Mitternacht noch getanzt", berichtet Rebecca Rolfs gegenüber der Abendblatt-Regionalausgabe Stormarn und ihre Augen leuchten dabei.

Erst gab es Zweifel - "aber dann lief es doch so toll auf der Bühne"

Auch ihre Freundin Jacqueline Torres ist begeistert: "Als uns die Choreografie gezeigt wurde, dachte ich: Wie sollen wir das nur alles lernen? Aber dann lief es so toll auf der Bühne", erzählt sie. Die beiden 17-Jährigen sind zwei von 30 Teilnehmer des Jugendcamps in Barsbüttel. Elf Tage lang probten sie für das "High-School Musical", das zum Abschluss in der Gesamtschule Barsbüttel aufgeführt wurde.

"Die Musik und die Songs haben auch was über die Gruppe ausgesagt, das war toll", schwärmt Rebecca von ihrer ersten Erfahrung mit Gesang und Tanz. Für Jacqueline ist klar: "Ich mache auf jeden Fall mit dem Tanzen weiter."

Für das Sommer-Camp engagierte der BCEP ein Team der Musikschule Barsbüttel. Musikpädagoge Andreas Wilden, Choreografin Ines Peschke und Bühnenbildnerin Claudia Techen leiteten den Musical-Workshop. Die besondere Herausforderung für die Profis: "Wir mussten in wenigen Stunden die individuellen Stärken und Schwächen jedes Einzelnen herausfinden und einschätzen, wer in der kurzen Zeit welche Rolle am besten meistern kann", erzählt Andreas Wilden.

Zunächst gab es ein Casting, dann wurden die Rollen verteilt. "Dank der Begeisterung der Jugendlichen klappte die Probenarbeit trotz knapper Zeit sehr gut. Alle haben für ihre Rollen hart gearbeitet und Großes geleistet", lobt der musikalische Leiter. "Die haben das ganz toll gemacht und es gab keinen, der nicht mitgezogen hat", bestätigt auch Rebecca Rolfs.

"Ich bekomme heute noch jeden Tag 100 Mails von den neuen Freunden"

Für sie war es schon das dritte Jugendcamp - und es wird nicht das letzte sein. Beim Sommer-Camp 2011 in Barsbüttels Partnerstadt Guipavas will die Gymnasiastin wieder mit dabei sein, um ihre Freunde wiederzusehen. "Es hat sehr viel Spaß gemacht und ich habe viele neue Leute kennen gelernt", sagt sie. Den Kontakt will sie bis dahin über Facebook und Internet halten. "Ich bekomme heute noch jeden Tag rund 100 Mails", erzählt die 17jährige und ihre Augen leuchten wieder. Auch Organisatorin Sarah Martens sieht man die Begeisterung über die vergangenen zwei Wochen noch an, wenn sie vom Camp erzählt. Seit 2009 ist die 23-Jährige Schriftführerin des Europaclubs und hat mit Vorstandsmitglied Peter Mohrmann das Sommer-Camp vorbereitet. Zusammen mit Jugendwart Julius Budendorf hat sie die jugendlichen Gäste in Barsbüttel dann auch betreut. "Wir haben in der Mehrzweckhalle der Grundschule geschlafen, gegessen und geprobt", erzählt die Maschinenbaustudentin, die auch für das Freizeitprogramm verantwortlich war. Die junge Barsbüttelerin ist ein Eigengewächs des BCEP und hat schon an fünf Camps teilgenommen - in diesem Jahr zum ersten Mal in der Rolle der Organisatorin. Dass sie die Aufgabe so gut gemeistert hat, darauf ist sie stolz. Sie sagt: "Das ist schon toll, wenn da 30 Jugendliche stehen und dich beklatschen."