Stormarn

Leserbriefe

Planer noch zu retten?

Zum Bericht "Neue Straßen-Ideen für Ahrensburg"

Es ist schlichtweg nicht zu fassen, was für Entlastungsvarianten ein Gutachter als Vorschläge für die Zukunft der Verkehrslenkung in Ahrensburg an die Öffentlichkeit bringt. Um die B 75 zu entlasten, kann ich die Varianten 6, 7 und 9 vielleicht als noch verträglich nachvollziehen. Aber wo bitte soll denn der Verkehr von der B 75 über die Varianten 2a und 3 dann anschließend abfließen? Verkehrsströme werden von der Bundestrasse mitten durch gewachsene Wohngebiete geführt. Sind die Planer noch zu retten? Oder Variante 8 und 10, ein Fußtritt gegen die noch halbwegs intakte Natur im Süden Ahrensburgs. Auch die Variante 2b aus den 80er-Jahren wurde wieder herausgeholt. Eine Entlastungsstraße vom Rosenhof über die Aue zum Reeshoop - mitten durch den schönen Auewald und dann wohl durch die Friedensallee, weiter durch den Wulfsdorfer Weg und am Bredenbeker Teich vorbei. Es ist unglaublich! Wann begreifen die Kommunalpolitiker es endlich, dass es keine autogerechte Stadt geben kann? Mutige Verkehrslösungen wie ein Kreisel an der AOK-Kreuzung und die Wiedereröffnung der Stormarnstraße für den Rechtsverkehr zum Bahnhof und zur B 75 wurden verworfen. Dafür werden Umgehungsvarianten angedacht, die der Stadt den Verkehrsinfarkt und den Bewohnern unzumutbare Lärm- und Abgasbelastungen bescheren werden. Die Natur kann sich eh nicht wehren. Wir Bürger müssen es tun!

Ulrich Nasgowitz, Ahrensburg

Parkhaus im Schloss?

Anfang Mai will der Bauausschuss darüber entscheiden, welche Szenarien der Gutachter für neue Straßen in Ahrensburg berechnen soll. Der Bauausschuss wird sich mit 14 Vorschlägen befassen, die alle in erster Linie den Zweck haben, die Ahrensburger Innenstadt vom Durchgangsverkehr zu entlasten und unnötigen Autoverkehr fernzuhalten. Dazu soll auch der Vorschlag einer Südtangente als Verbindung der B 75 zum Ostring über den Kuhlenmoorweg entlang der U-Bahnlinie mit einbezogen werden. Der Weg liegt, wie Sie in ihrem Artikel auch berichten, in einem Flora-Fauna-Habitat-Gebiet. Wer dieses Kleinod noch nicht kennt, sollte das unbedingt nachholen. Das unter einem besonderen Schutz stehende Gebiet überhaupt für eine neue Verkehrsader vorzuschlagen, ist schon schlimm. Dass aber diese Idee als ernsthafte Überlegung von einem Gutachter präsentiert wird und ihren Weg in die Köpfe der zuständigen städtischen Gremien findet, ist unfassbar.

Wie wäre es denn, wenn wir das Ahrensburger Schloss entkernten, nur die Fassaden unter Denkmalschutz stellten und drinnen über zwei bis drei Ebenen Parkplätze einrichteten? Sollte der Platz nicht reichen, könnte man noch die ganze Schlossinsel hinzunehmen. Das hätte doch Charme. Ein Investor ließe sich bestimmt finden. Und - nicht zu vergessen - die Autos der Besucher würden ihren Lärm und Gestank nicht in die Innenstadt bringen, und hinter Nessler könnte man sich zudem ein Parkhaus sparen. Auch im Marstall könnten künftig getrost Autos stehen.

Werner Goebel, per E-Mail

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