Stormarn
Wachstumsziele

Initiativen kontra Stadt: Ahrensburg soll nicht zu stark wachsen

Ahrensburger Bürgerinitiativen und der Naturschutzbund (NABU) fordern jetzt Nachbesserungen am sogenannten Integrierten Stadtentwicklungkonzept (ISEK). Wo kann zum Beispiel neuer Wohnraum geschaffen werden? Wo könnten Entlastungsstraßen gebaut werden? Welche touristischen Möglichkeit bietet die Stadt?

Ahrensburg. All diese Faktoren laufen in dem Konzept zusammen und sollen bei einer der kommenden Sitzung der Stadtverordneten beschlossen werden. Ein Kernpunkt des ISEK sieht vor, dass in den kommenden 20 Jahren 2600 neue Wohnheiten im Stadtgebiet entstehen sollen. Sowohl zusätzlicher Wohnungsbau in vorhandenen Stadtteilen, als auch auf der grünen Wiese (Erlenhof) sind im Gespräch. Die Vereinigte Interessengemeinschaften Ahrensburg (VIGA) und der Arbeitskreis Lärmminderung Ahrensburg Zentrum/Nord fordern, das Wachstumsziel drastisch zu reduzieren. Jens-Karsten Offen vom Arbeitskreis Lärmminderung hält den Neubau von 2600 Wohneinheiten für etwa 5200 Einwohner nicht für "moderat", wie im Konzept formuliert, sondern für "zu ambitioniert". Die Arbeitsgemeinschaft spricht sich dafür aus, nur 1250 neue Wohnungen zu bauen. Auch die VIGA halten den von der Stadt erwarteten Bevölkerungszuwachs für zu hoch. Der Statistiker Detlef Steuer hat einen Bedarf von etwa 1200 Wohneinheiten errechnet, sofern der derzeitige Zustrom in die Stadt andauere.

Der Naturschutzbund vermisst im Konzept den Schutz natürlicher Lebensräume. In einer Presseerklärung heißt es: "Die angepeilten Wachstumsziele lösen die Probleme dieser Stadt nicht. Sie erhöhen den Druck auf die wenigen noch vorhandenen Ressourcen. Wertvolle Freiräume werden zu Lasten künftiger Generationen verplant."

Durch die Bebauung des Erlenhofes würden nach Meinung der VIGA weitere Probleme geschaffen, da in dem Areal keinerlei Infrastruktur der Grund- und Sozialversorgung vorhanden ist. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch der Arbeitskreis Lärmminderung. Offen: "Der Erlenhof erzeugt Verkehr, statt ihn zu vermeiden. Das Gelände liegt an der Peripherie." Die Aue am Erlenhof-Gelände sei im ISEK als "erlebbarer Naturraum" angepriesen worden. In Wirklichkeit jedoch, so Offen: "werden Natur- und Landschaftsräume zerstört."

Die VIGA kommt zu dem Entschluss, dass aufgrund des fehlenden Bedarfes auf eine Bebauung des Erlenhof-Areals verzichtet werden könnte.

Die Stellungnahmen der Bürgerinitiativen, die noch weitere Kritik am ISEK enthalten, wurden an die Stadtverordneten verteilt. In den kommenden Ausschusssitzungen beraten die Politiker über das Konzept. Am Montag, 22 Februar, soll sich die Stadtverordnetenversammlung mit dem ISEK befassen. www.isek-ahrensburg.de