Stormarn
Umfrage: Krise wirkt sich auch 2010 weiterhin aus

DGB warnt: In Stormarn sind Hunderte Jobs in Gefahr

In Stormarn wird die Wirtschaftskrise 2010 noch stärkere Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen als bisher. So lautet die Einschätzung des Deutschen Gewerkschaftbundes (DGB), die sich mit dem Ergebnis einer Umfrage der deutschen Industrie- und Handelskammer deckt.

Bad Oldesloe. Danach plant jedes vierte Unternehmen den Abbau von Arbeitsplätzen.

"Das wird auch der Arbeitsagenturbezirk Stormarn und Herzogtum Lauenburg zu spüren bekommen", sagt Uwe Polkaehn, DGB-Vorsitzender für die Region Schleswig-Holstein Südost. Er befürchtet, dass in der Region zwischen 1300 und 2000 sozialversicherte Jobs gefährdet sind. Im gesamten Südosten Schleswig-Holsteins stünden 10 000 Jobs auf der Kippe. Selbst eine schwache Erholung der Konjunktur um ein Prozent werde nicht reichen, um alle noch erhaltenen Arbeitsplätze mittelfristig zu sichern. Polkaehn: "Wir müssen also selbst dann einen Anstieg der Entlassungen befürchten, wenn die Talfahrt beendet sein sollte." Da mehr Ältere aus dem Erwerbsleben ausscheiden als Jüngere eintreten, steige die Arbeitslosigkeit nicht so stark, wie die Beschäftigungsrate sinken werde.

Die Prognose des Gewerkschafters: Die Oldesloer Arbeitsagentur wird im nächsten Jahr rund 1700 mehr Arbeitslose registrieren. Folge der Entwicklung: das Sinken der Kaufkraft und damit eine weitere Schwächung der Konjunktur. Schon in diesem Jahr liege der Kaufkraftverlust in Stormarn und im Herzogtum Lauenburg bei 63 Millionen Euro. Für 2010 sei mit weiteren Einkommensverlusten von neun Millionen Euro zu rechnen.