Anschuldigungen

Bürger will Kandidaten "festnageln"

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In harsch formulierten Briefe bezeichnet der Ahrensburger Karl-Heinz Lindemann die Mitarbeiter der Verwaltung als "Stadtstreicher".

Ahrensburg. Der Ahrensburger Karl-Heinz Lindemann erhebt schwere Vorwürfe gegen die Stadtverwaltung. Dazu verschickte er harsch formulierte Briefe an Stadtverordnete, in denen er die Mitarbeiter der Verwaltung als "Stadtstreicher" bezeichnete. Lindemann behauptet weiterhin, dass die Stadt 2007 einen Vertrag mit dem Investor des Einkaufszentrums an der Klaus-Groth-Straße, Peter Skrabs abgeschlossen habe, obwohl dieser zu dem Zeitpunkt noch nicht Eigentümer aller benötigten Grundstücke war.

Nach Auffassung Lindemanns hätte der Vertrag vom 9. Juli 2007 nicht abgeschlossen werden dürfen. Bürgermeisterin Ursula Pepper reagiert gelassen auf die Anschuldigungen: "In der Tat gab es einen Vertrag vom 9. Juli 2007. Dieser ist aber zu dem Zeitpunkt gar nicht in Kraft getreten, da andere Teile des Vertrages unerfüllt blieben. Der Vertrag ist erst zum 17. März 2008 wirksam geworden." Die Verwaltungschefin weist darauf hin, dass ein Projektplaner zu Beginn der Planungen nicht als Eigentümer aller Flächen eingetragen sein muss. Auch Investor Peter Skrabs versteht die Aufregung Lindemanns nicht. Er sagt: "Wir hatten einen Notarvertrag mit dem damaligen Eigentümer." Das bedeutet, dass er das EKZ auf der Fläche planen konnte, ohne Eigentümer zu sein. Erst mit Genehmigung der Bebauung wurde er Eigentümer des Grundstücks. Das sei ein normaler Ablauf bei Großprojekten. Kein Investor würde erst alle Grundstücke kaufen, ohne zu wissen, ob er später bauen dürfe. Die Anschuldigungen halte er für geschäftsschädigend. Lindemann behauptet, er habe "um die 20 Beispiele", was noch alles nicht mit rechten Dingen zugegangen sei. Beweise lieferte er allerdings nicht.

Warum Karl-Heinz Lindemann, der seit einigen Tagen als "Ahrensburger Presse Forum" auftritt, erst jetzt mit den Ergebnissen seiner viermonatigen Recherchen an die Öffentlichkeit tritt, bleibt ebenfalls unklar. Er sagt: "Ich hatte erst jetzt alle Beweise zusammen. Es stehen weitere große Projekte an. Ich möchte nicht, dass alte Fehler noch einmal gemacht werden." In diesem Zusammenhang spricht er auch von einem kollegialen und christlichen Miteinander, das er durch seine Aktionen erreichen wolle. Lindemann ist nach eigener Angaben Journalist und Unternehmensberater mit Firmensitz an der Großen Straße. Dort jedoch hängt lediglich ein Briefkasten, der mit dem Logo "Ahrensburger Presse Forum" beklebt ist. Auf die Frage, wer sich in diesem Forum engagiere, sagt er: "Ich werde von vielen Ahrensburgern unterstützt und habe auch aus verschiedenen Quellen Unterlagen bekommen." Zu einer Informationsveranstaltung hat er heute drei der Bürgermeisterkandidaten eingeladen. Er möchte, dass sie ein "Manifest" unterzeichnen, damit man die "Kandidaten später auf ihre Aussagen festnageln kann". Die Kandidaten Michael Sarach, Thomas Reich und Jörn Schade würden ein "gutes Spektrum" abdecken, seien für das Amt geeignet. Über Klaus Helmut Schädel äußerte er sich nicht. (mide)

( (mide) )

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