Stormarn
Stadtplanung

Nach Streit um Flächenplan: Mehrheit für Bebauung des Schützenplatzes

Die Planungen für den Schützenplatz können beginnen. SPD und BGT stimmten im Planungsausschuss den Aufstellungsbeschlüssen für die Änderungen des Flächennutzungs- sowie des Bebauungsplanes 6 b zu.

Trittau. Die CDU-Fraktion lehnte den Beschluss ab. Das letzte Wort sprechen nun am Dienstag die Gemeindevertreter (19.30 Uhr, Gemeindeverwaltung). Dass sie der Empfehlung des Ausschusses folgen, ist aufgrund der Mehrheitsverhältnisse eigentlich schon sicher.

Der Abstimmung ging ein fast zweistündiger Schlagabtausch voraus, der zum Teil in persönliche Angriffe ausartete, so dass sich der Ausschussvorsitzende Rainer Winter (SPD) gezwungen sah, Sachlichkeit anzumahnen. Es ging um das neue Einzelhandelsgutachten, in dem eindeutig Stellung für ein Nahversorgungszentrum auf dem Schützenplatz bezogen wird. Jens Hoffmann (CDU) betonte, dass die Beratung zum Tagesordnungspunkt seitens seiner Fraktion unter Protest stattfinde, weil einerseits die Beratungszeit zu kurz gewesen und andererseits das Gutachten in der vorliegenden Form indiskutabel sei. Hoffmann: "Die ganze Betrachtung läuft einseitig auf den Schützenplatz hinaus. Alternativen fehlen völlig." Mit der Planung werde das Maß der Überversorgung fixiert und der vorhandenen Einzelhandelsstruktur der Boden unter den Füßen weggezogen.

Michael Amann (BGT) war anderer Meinung. Er sagte: "Wir zweifeln das Gutachten nicht an. Wir folgen dem abschließenden Fazit." Ähnlich argumentiert auch Ute Agatz: "Worauf sollen wir uns als ehrenamtliche Politiker verlassen, wenn nicht auf die Experten?", fragte die SPD-Fraktionsvorsitzende. "Wir alle haben das Gutachten in Auftrag gegeben. Nun gibt es ein Fazit und damit werden wir umgehen müssen." Mangelnde Bürgerbeteiligung? Dieser Vorwurf laufe ins Leere. Agatz sagt: "Der Aufstellungsbeschluss ist doch gerade der Startschuss für Bürgerbeteiligung." Das bedeute lediglich, dass man sich nun planerisch mit dem Standort beschäftige. Sie hoffe, dass die Bürger sich daran mit vielen Anregungen beteiligen. Jens Hoffmann nannte die Argumentation "Augenwischerei". Mit dem Beschluss werde eine grundsätzliche Bebauung des Geländes zementiert. Für Montag, 28. September, 19.30 Uhr, hat die Trittauer Verwaltung eine Einwohnerversammlung angesetzt.