Stormarn
Theater-Insolvenz

"Er muss auch mit uns reden"

Die Insolvenz des Oststeinbeker Theaters (wir berichteten) ist auf dem Marktfest in Havighorst das Gesprächsthema Nummer eins gewesen.

Oststeinbek. "Ich bin enttäuscht und entsetzt, dass so etwas passieren konnte", sagt etwa Udo Kolm, Leiter der Laienspielgruppe Oststeinbek. Die fühle sich dem Theatro verbunden, die Theaterleitung habe aber auch Fehler gemacht. "Es wurden Stücke gespielt, die in Hamburg gerade ausgelaufen waren, und es gab zu wenig Werbung", meint Kolm.

Bestürzt sei er auch darüber, dass Theaterchef Knut Schakinnis nicht das Gespräch gesucht habe. "Wir hatten noch am Vorabend zusammengesessen, am nächsten Morgen fiel ich aus allen Wolken." Kolm kann sich eine Zusammenarbeit mit dem Theatro vorstellen.

Laut Bürgermeister Karl-Heinz Mentzel war die Gemeinde bis Ende vergangener Woche immer noch nicht offiziell über den Insolvenzantrag informiert. Er habe dem Insolvenzverwalter Manfred Garlof aber telefonisch Hilfe angeboten. Die Vorwürfe des Theaterleiters, die Gemeinde habe ihn nicht genügend unterstützt, kann der Verwaltungschef nicht nachvollziehen. Die Unterstützung hätte nicht größer sein können, auch die Pacht sei moderat gewesen. Warum der Theaterchef nicht das Gespräch mit der Gemeinde gesucht habe, sei ihm ein Rätsel. "Vielleicht ist die Insolvenz ja nur ein Werbegag?" Man sei aber weiterhin offen für eine gemeinsame Lösung. "Dazu muss er aber mit uns reden", so Mentzel. Gebe es keine Lösung, müsse man weiter denken. "Wir würden für das Haus auch eine andere Verwendung finden", meint CDU-Fraktionschef Hans-Joachim Vorbeck.