Stormarn
Ahrensburg: Drohung mit Klage beendet Verzögerung durch die Stadt

Parkhaus: Montag geht's los

Ausschuss schafft bei Sondersitzung Voraussetzung für den Bau von 156 Stellplätzen auf dem Gelände "Alte Meierei".

Ahrensburg. Die Androhung einer Klage hat die Sache beschleunigt. So tagte der Ahrensburger Bauausschuss jetzt trotz Sommerpause in nichtöffentlicher Sondersitzung. Einziger Tagesordnungspunkt: das Gelände der Alten Meierei. Hier wollen die Ahrensburger Investorin Andrea Hoffmann und ihr Ehemann, der Unternehmer Theo Hoffmann, ein Parkhaus errichten. 156 Stellplätze sollen auf dem Gelände zwischen Neuer Straße und Carl-Barckmann-Straße entstehen. Kosten des Projekts, inklusive Grunderwerb: drei Millionen Euro.

"Aber je länger der Bau rausgezögert wird, desto teurer wird er", sagt Theo Hoffmann, der die letzte reguläre Sitzung des Bauausschusses vor zwei Wochen wutentbrannt verlassen hatte. Abgesetzt! Das Thema war vertragt worden.

Das Einschalten von Anwälten hatte nun Erfolg. Am Montag können die Bagger anrollen: Das Gelände der ehemaligen Meierei im Herzen Ahrensburgs wurde von den Politikern umgewidmet und ist nun nicht mehr öffentlicher Raum. Bisher wurden die 2000 Quadratmeter als städtischer Parkplatz genutzt, obwohl die Stadt seit Jahren nicht mehr Eigentümerin des Grundstücks ist. Nun empfahl der Bauausschuss einstimmig, diese Nutzungsbestimmung aufzuheben. Das heißt: Das private Bauvorhaben kann starten.

"Am kommenden Montag beginnt der Aushub. Für das erste Parkdeck gehen wir 1,35 Meter tief in die Erde", sagt Projektleiter Arne Wollers von der Hamburger Niederlassung der Firma Goldbeck (Bielefeld), die sich unter anderem auf den Bau von Parkhäusern in Systembauweise spezialisiert hat. Vorgefertigte Betonplatten werden dabei als Decken auf die Stahlträger gelegt und die Nahtstellen anschließend mit Beton vergossen. So entsteht eine Stahlverbundkonstruktion. Arne Wollers: "Es wird ein schlankes, lichtes Gebäude und kein übliches düsteres Parkhaus. Außerdem ist diese Konstruktion deutlich wirtschaftlicher und schneller fertig, als die konventionelle Bauweise." So sei bereits für Ende Januar mit der Fertigstellung zu rechnen.

"Wir brauchen auch noch die richtige Beleuchtung, einen Fahrstuhl. Und es soll auch ein bisschen nett aussehen", sagt Burkhard Raddatz, Geschäftsführer der Nordic Immobilien GmbH, die im Auftrag der Hoffmanns den Bau betreut. In seinem Büro landete noch am Abend nach der Sitzung, eine E-Mail mit dem Beschluss des Ausschusses. Raddatz: "Wir sind froh, dass sich die Stadt letztlich kooperativ gezeigt hat."

Für den Ahrensburger Unternehmer Theo Hoffmann war das die allerletzte Sekunde: "Der Bau hat sich um eine Woche verzögert, das geht gerade noch. Nicht auszudenken, wäre die Entscheidung wie vorgesehen erst Ende September gefallen. Eine Katastrophe!"

Für die Verzögerung hatte die Kritik der Politiker an der Tischvorlage der Verwaltung gesorgt. Der Bauausschuss sollte vor zwei Wochen nämlich nicht nur über die Umwidmung der Fläche, sondern auch über den 185 000 Euro teuren Ausbau des Heinz-Beusen-Stiegs entscheiden, der als Zubringerstraße für das Parkhaus dienen wird. Die Politiker forderten detaillierte Pläne. Die sollen nun zur Bauausschusssitzung am 3. September vorliegen. Auch die Verkehrsaufsicht soll bis dahin eingeschaltet werden. Wo sollen Fußgänger die Fahrbahn kreuzen? Wo und wie die Wege für die Radfahrer verlaufen? Für den Ausbau der Großen Straße fehlt ein solches Konzept bisher. Diesen Fehler wollten die Politiker nicht wiederholen.

Am 29. September werden die Ahrensburger Stadtverordneten das Thema abschließend beraten. Bleibt die Frage, warum erst Anwälte eingeschaltet werden mussten, um auf die Idee zu kommen, die Umwidmung der Fläche vorzuziehen und den Ausbau der Straße später zu verhandeln.