Im Oldtimer nach Shanghai

Abenteuer: Vier Stormarner mit 41 Teams gehen auf Rallye nach China. Montag Startschuß auf dem Hamburger Rathausmarkt. Bürgermeister Ole von Beust ist Schirmherr der 67-Tage-Tour.

Großensee. Signalrot ist der Landrover 109 aus dem Jahr 1962. Vollständig überholt ist er. Mit allerlei Technik nachgerüstet. "Jetzt kann es losgehen", sagt Ernst Walbrodt (64). Am kommenden Montag macht sich der Barsbütteler mit 41 weiteren Teams auf den Weg - vom Hamburger Rathausmarkt über Polen, Lettland, Estland, Rußland, die Mongolei nach China. Das Ziel ist Shanghai. 14 000 Kilometer werden die Oldtimer zurücklegen. 67 Tage sind sie unterwegs.

Den Landrover hat sich Ernst Walbrodt extra für die Fahrt gekauft. Über das Internet fand er das ehemalige Betriebsfeuerwehrfahrzeug aus der Schweiz. Den weißen Schriftzug auf der Fahrertür hat er stehenlassen. Erst 30 000 Kilometer hat das betagte Fahrzeug gelaufen. Spitze: 90 Kilometer pro Stunde. Verbrauch: 15 Liter pro 100 Kilometer. Das Abenteuer dieser Reise sieht Ernst Walbrodt daher auch in der Herausforderung, mit dem Auto sicher ans Ziel zu kommen. Die Voraussetzungen dafür hat er geschaffen. Er hat Vergaser und Lichtmaschine wechseln, die Federung verstärken und Sicherheitsgurte einbauen lassen. Die hinteren Sitzreihen sind ausgebaut, eine Holzplatte eingebaut worden - ein Platz zum Schlafen für ihn und Ehefrau Jutta (64), die die Tour mitfahren wird. Auch Blei-Additiv für den Sprit hat er vorsorglich eingepackt. "Besser ist es. Sonst gehen vielleicht noch die Kolbenringe kaputt", sagt der frühere Manager, der bislang weder Oldtimer-Fan noch Autobastler war.

Das Ehepaar freut sich auf die Fahrt, weil es Teile der Tour vor Jahren schon einmal bereist hat, 1986 mit der Transsibirischen Eisenbahn. "Wir sind gespannt, die Veränderungen der letzten 20 Jahre in China zu sehen", sagt der bekennende Wüstenfan.

Als solchen beschreibt sich auch Manfred Lessau (56) aus Großensee, der mit Ilona Podszun (51) das 14 000 Kilometer lange Abenteuer wagt. Zweimal ist er durch die Sahara gereist. Mit komfortableren Fahrzeugen allerdings als seine blaue Volvo Limousine, ein P 122 S, Baujahr 1969 . Er hat ihn ebenfalls für die Rallye gekauft. "Mein 69er Mercedes wäre mir dafür zu schade", bekennt der Großenseer.

Zwei weitere Abenteurer aus Stormarn starten am Montag ebenfalls zur "Youngtimer-Rallye", wie die Tour, zu der auch jüngere Fahrzeuge zugelassen sind, offiziell heißt. Anlaß ist die 20jährige Städtepartnerschaft von Hamburg und Shanghai. Veranstalter ist der Hamburger Uwe Quentmeier. Bürgermeister Ole von Beust ist Schirmherr. In vielen Städten auf der Strecke erwartet die Teilnehmer ein offizielles Programm. 14 500 Euro muß jedes Team für das 67 Tage dauernde Abenteuer aufbringen. Darin sind Rückflug und Rücktransport der Autos enthalten.