Stormarn

Seine Bilder hängen auch bei Günther Jauch

Ahrensburg: Der Potsdamer Maler Alfred Schmidt zeigt seine Pastellkreiden im Arthouse.

Ahrensburg. Sie trafen sich auf dem Wasser. Der Maler hatte sich auf einem kleinen Schwimmponton eingerichtet, um in Ruhe die Landschaft studieren und malen zu können. Der Unterhaltungskünstler dümpelte indes auf einem Ruderboot über den See, um ungestört ein paar gute Tropen zu probieren, als "Generalprobe" für ein Fest am anderen Tag. "Man trifft sich öfter mal", sagt Alfred Schmidt (61), der in Nachbarschaft von Günther Jauch am Heiligen See in Potsdam lebt.

Auch andere Prominenz wie der Modeschöpfer Wolfgang Joop ist an diesen lauschigen Gestaden anzutreffen. Sie alle sind Alfred Schmidt gefolgt, nicht umgekehrt. Denn der Maler wurde in Potsdam geboren und würde dieses Fleckchen Erde für kein anderes auf der Welt tauschen. Am Freitag, 27. August, verlässt er für einen Tag sein Haus am Heiligen See, um mit seinen Bildern auch den Ahrensburgern von seiner geliebten Landschaft zu künden und die Ausstellung mit "Impressionen aus Potsdam" in der Ahrensburger Galerie im Arthouse (Klaus-Groth-Straße) um 20 Uhr zu eröffnen.

"Eines Tages stand Günther Jauch vor meiner Tür. Ein Galerist hatte das schon angekündigt. Aber ich hab gedacht, das sind doch nur Sprüche", erinnert sich Alfred Schmidt. Weit gefehlt: Der TV-Liebling kam und durfte sich - als Geburtstagsgeschenk seiner Frau - ein Bild aussuchen. "Mittlerweile sind es zehn. Er ist ein richtiger Sammler von mir geworden", erzählt der 61 Jahre alte Künstler, der trotz allseits beschworener schlechter Konjunktur nicht klagen kann. Es gibt mehr als einen Sammler.

Dabei begann alles mit einem Studium an der Fachschule für Werbung und Gestaltung in Berlin - in der Außenstelle Potsdam wohlgemerkt. 1974 folgte der Abschluss. Ingenieur für Farb- und Oberflächengestaltung konnte sich Alfred Schmidt jetzt nennen. "Na, das war so wat wie Innenarchitektur", erläutert er mit charmantem Berliner Akzent.

Das Malen konnte er all die Zeit jedoch nicht lassen. Aber während er heute ausschließlich mit Pastellkreiden in Potsdam oder auch auf Rügen, in der Uckermark oder im Oderbruch auf künstlerischen Beutezug geht, nahm er anfangs hauptsächlich Werkzeug für Aquatinta-Radierungen zur Hand. "Ganz einfach weil ich mich von meinen Bildern nicht trennen konnte", sagt Alfred Schmidt und schmunzelt in seinen Bart.

Jetzt muss er sich trennen. Und das tut er auch. Drei Ausstellungen bestückt Alfred Schmidt parallel: in Bad Doberan, im früheren Pfarrwitwenhaus in Groß Zicker auf Rügen und dann in Ahrensburg. Eine vierte folgt demnächst an jenem Ort, wo einst ein Birnenbaum geflüstert haben soll: in Ribbeck im Havelland.

In seinem Haus am Heiligen See, in den er jeden Morgen hineinspringt, stapeln sich außer Bildern und Büchern auch Masken und Kunsthandwerk auf Afrika. War er einmal dort? "Ne, ne", antwortet Alfred Schmidt abwehrend. So schön wie in Potsdam kann es da gar nicht sein.

Die Ausstellung läuft bis zum 10. September.