Stormarn

Barsbüttel: Neue Untersuchungen an der Deponie 80

Barsbüttel. Die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) hat weitere Häuser am Rand der ehemaligen Deponie 80 in sein Untersuchungsprogramm aufgenommen. Im Umkreis von etwa 200 Metern um die Deponie an der Willinghusener Landstraße sind bereits rund 40 Häuser überprüft worden. Eine von der WAS beauftragte Gutachterin sollte feststellen, ob die Gebäude Beschädigungen aufweisen, die durch das Verdichten des Deponieuntergrunds hervorgerufen wurden. Die Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Wie berichtet, soll das Gelände an der Barsbütteler Ortsdurchfahrt saniert und bebaut werden. Die benachbarte Sanitärfirma Stitz will dort unter anderem ein Lager errichten.

Zuvor muss allerdings sichergestellt werden, dass von dem Abfall, der in den Jahren zwischen 1958 und 1968 in der ehemaligen Kiesgrube abgeladen wurde, keine Gefahr mehr ausgeht. Unter anderem entsorgten dort damals die beiden Hamburger Chemiefirmen Boehringer und Reichhold ihre Produktionsrückstände. Boehringer stellte zu der Zeit das hochgiftige Pflanzenschutzmittel Lindan her.

Später wurde auf der zugeschütteten Kiesgrube ein Hartsteinwerk errichtet. Dessen Ruine prägte lange Zeit das Barsbütteler Ortsbild. Erst in diesem Jahr wurde die Halle abgerissen. Es war endlich ein Weg gefunden worden, das Gelände mit seinem giftigen Untergrund zu nutzen.

Mit finanzieller Unterstützung der beiden Chemiefirmen wird die Deponie nun saniert. Erster Schritt war der Abriss der Halle. Zweiter Schritt: die Verdichtung des Untergrunds mit Hilfe einer Spezialramme. Die dadurch ausgelösten Erschütterungen waren in den umliegenden Wohnhäusern zu spüren und führten zu vielen Protestanrufen bei der WAS. Mittlerweile sind die Arbeiten beendet. Deren Sinn ist, das Eindringen von Regenwasser in die Deponie zu erschweren.

Nächster Schritt: Der zermahlene Beton der alten Halle wird als Deckschicht auf das Areal aufgetragen. Danach werden Brunnen gebohrt. Damit soll das mit Schadstoffen verunreinigte Wasser aus der Deponie nach oben gepumpt und gereinigt werden. Spätestens Mitte kommenden Jahres soll die Firma Stitz auf dem Gelände bauen können.