Stormarn
Schleswig-Holstein Musik Festival

Stormarns starker Auftritt: Jetzt sieben Konzerte

Marstall erhält eine zweite Veranstaltung. Synchronsprecher Christian Brückner kommt in die Peter-Paul-Kirche. Kartenverkauf hat begonnen.

"Heimspiel - Deutschland entdecken" heißt das Motto des Schleswig-Holstein Musik Festivals, das vom 11. Juli bis 30. August mit 150 Konzerten Musikfreunde aus der ganzen Welt in den Norden ziehen wird. "Stormarn entdecken" könnte der Untertitel des international besetzten Kulturereignisses lauten, denn so viel Stormarn wie diesmal gab es beim Schleswig-Holstein Musik Festival noch nie.

Mit sieben Konzerten in vier Spielorten ist die Region stark vertreten im landesweiten Musikbetrieb. Zwölf Künstler werden mit Bach, Beethoven und Co anreisen und in Stormarn für hochkarätige Unterhaltung sorgen - und das in Konzertsälen mit besonderem Ambiente. Der Marstall in Ahrensburg, die Peter-Paul-Kirche in Bad Oldesloe, das Kleine Theater in Bargteheide und nicht zuletzt das schmucke Reinbeker Schloss sind die Orte des Geschehens.

Das Festival geht in diesem Jahr in die 24. Runde. Reinbek ist stolz, mit seinem Festsaal als Festival-Treffpunkt von Anfang an dabei zu sein. Vor fünf Jahren stieg Bad Oldesloe ein. Im vergangenen Jahr kamen Ahrensburg und Bargteheide dazu.

Gerade Ahrensburg hatte lange gekämpft, um das Festival in die Stadt zu holen. Mit dem restaurierten Marstall ist es nun endlich gelungen, in die erlesene Riege aufgenommen zu werden.

Das Kulturzentrum mit seiner großen Stallhalle, seinem neuen Foyer-Anbau, seiner Mischung aus historischer Bausubstanz und moderner Architektur und obendrein mit seinem Gutshof, der sich für die Pausen im sommerlichen Konzertbetrieb hervorragend eignet, hat bei der Festivalintendanz gepunktet.

"Wir sind sehr froh, dass es geklappt hat. Das ist eine absolute Bereicherung für uns und für Ahrensburg insgesamt", sagt Eckhard Kohls, der Vorsitzende des Marstallvereins. Dass Ahrensburg diesmal gleich zwei Konzerttermine bekommen hat, freut die Marstall-Manager und die Stadt ganz besonders. Festival-Intendant Rolf Beck hatte sich bei seinem Besuch im vergangenen Jahr sehr angetan von dem neuen Festspielort gezeigt und die Ausweitung schon angedeutet. Nun hat er Wort gehalten.

So wird am Mittwoch, 29. Juli, der Pianist Alfredo Perl im Marstall erwartet. Er wird "Die Kunst der Variationen" vorführen und dabei Beethovens Diabelli-Variationen ebenso spielen wie Brahms-Variationen über ein Thema des barocken Superstars Georg Friedrich Händel, dessen 250. Todestag die Nachwelt in diesem Jahr begeht. Händel lebte viele Jahre in London und starb dort auch. Aber selbst wenn ihn die Engländer deswegen als Landsmann für sich beanspruchen, darf der in Halle geborene Komponist bei einem Festival mit dem Länderschwerpunkt Deutschland natürlich nicht fehlen.

Am Donnerstag, 20. August, ist die Bratschistin Tabea Zimmermann zu Gast in Ahrensburg, die mit dem Pianisten Alexander Lonquich das "Romantische Duo" bildet. Die beiden Musiker haben Mendelssohn, Reger, Schumann und Brahms im Programm.

"Im vergangenen Jahr kamen die Besucher aus ganz Schleswig-Holstein zu uns", sagt Eckhard Kohls, der hofft, dass der Marstall auch dieses Jahr wieder zum Anziehungspunkt wird. Die Organisatoren stecken bereits in den Vorbereitungen. Kohls: "Fahnen und Banner für die Werbung liegen schon bereit."

Bevor es in Ahrensburg losgeht, erwartet die Besucher in Bad Oldesloe der wohl bekannteste deutsche Sprecher: Christian Brückner. Er wird Grimmelshausen lesen. "Der abenteuerliche Simplicissimus" ist am Mittwoch, 15. Juli, das Thema. Wer sich dabei an Robert de Niro erinnert fühlt, liegt vollkommen richtig: Christian Brückner, der vielen Schauspielern seine Stimme geliehen hat, ist auch die markante Synchronstimme dieses Hollywood-Stars. Simone Eckert wird mit ihrer Gambe Werke von Praetorius und Scheidt spielen und damit Musik aus der Zeit Grimmelshausens beitragen.

Das Kleine Theater Bargteheide hat sich ebenfalls als Festival-Standort behauptet und lockt mit seiner persönlichen Atmosphäre. Oliver Triendl (Klavier), Carolin (Violine) und Jörg Widmann (Klarinette) wollen am Sonnabend, 25. Juli, "Spielfreude" verbreiten - mit der Interpretation von Strawinsky, Schumann und Bartók.

In Reinbek stehen sogar drei Konzerte an. Am Freitag, 17. Juli, kommt das Beethoven-Trio aus Ravensburg und bringt mit Haydn, Spohr und Beethoven ein Programm "Zwischen Klassik und Romantik" mit.

Mit den Teilnehmern des Meisterkurses Gesang von Rudolf Piernay wird es am Sonntag, 16. August, mit frischen, unverbrauchten Stimmen Unterhaltung der Extraklasse geben. Zum Schluss ertönt dann der gute, alte Bach. Dass seine eigentlich für Clavicimbel geschriebenen Goldberg-Variationen auch meisterlich auf dem Akkordeon gespielt werden können, hätte er sich wohl nicht träumen lassen. Denis Patkovic wird es am Donnerstag, 27. August, im Reinbeker Schloss vorführen.

"Im vergangenen Jahr kamen Besucher aus ganz Schleswig-Holstein zu uns."

Eckhard Kohls, Marstallverein