Stormarn
Rechtsextremistischer Hintergrund?

Anschlag auf neue Moschee in Ahrensburg

Unbekannte schlugen Fenster ein und ritzten Hakenkreuze in die Wände. Türkisch-islamischer Kulturverein hält an Eröffnung Ende Mai fest.

Ahrensburg. Bislang unbekannte Täter haben in der Nacht zu Freitag, 11. Mai, einen Anschlag auf eine Moschee im schleswig-holsteinischen Ahrensburg (Kreis Stormarn) verübt. Wie die Regionalredaktion Stormarn des Hamburger Abendblattes erfuhr, wurden an dem Gebäude zwei Fensterscheiben zerstört und mehrere Hakenkreuze in die Hauswand geritzt.

Die Kriminalpolizei sicherte am Morgen Spuren vor Ort und hat die Ermittlungen an die Staatsschutzabteilung der Bezirkskriminalinspektion in Lübeck übergeben. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Günter Möller.

Der Türkisch-Islamische Kulturverein der Schlossstadt Ahrensburg mit rund 100 Mitgliedern hatte das Gebäude an der Straße Woldenhorn mit einer Nutzfläche von rund 350 Quadratmetern im November vergangenen Jahres gekauft. Zurzeit wird es renoviert. Für Ende Mai ist ein großes Eröffnungsfest in der Moschee Ulu Camii (Große Moschee) geplant.

+++ Ahrensburg bekommt eine neue Moschee am Woldenhorn +++

Der Vorsitzende des Kulturvereins, Ibrahim Taskin, zeigte sich entsetzt über den Anschlag. Dem Abendblatt sagte er: „Dieser Anschlag wird uns nicht aufhalten." An der geplanten Eröffnungsfeier wolle er festhalten. Vereinsmitglied Sabri Sejdiu sagte: „Das waren sicher Rechtsradikale, die das friedliche Miteinander der Kulturen stören wollen.“

Auch der Landrat des Kreises Stormarn, Klaus Plöger, reagierte mit Empörung auf die Nachricht. Er sagte: „Ich bin entsetzt. Solche Taten zeigen, dass es offenbar rechtsradikale Tendenzen gibt, die in unserem demokratischen Staat nichts zu suchen haben. Gewalt ist kein Mittel der Politik. Egal, von welcher Seite sie kommt – sie muss bekämpft werden.“

Mehr Infos und Hintergründen lesen Sie in der Sonnabendausgabe der Regionalausgabe Stormarn des Hamburger Abendblattes.