Ammersbek

Wohnblock auf Kirchengrundstück: B-Plan auf Anfang

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Vor eineinhalb Jahren hofften Pastor Ralf Weisswange (v. l.), Thomas Hintze (Mitglied im Kirchengemeinderat) und Investor Mike Hemmerich auf einen Baubeginn im Jahr 2022. Daraus wird nichts.

Vor eineinhalb Jahren hofften Pastor Ralf Weisswange (v. l.), Thomas Hintze (Mitglied im Kirchengemeinderat) und Investor Mike Hemmerich auf einen Baubeginn im Jahr 2022. Daraus wird nichts.

Foto: Carl Schreiber / HA

Bauausschuss verkleinert den Geltungsbereich des neuen Bebauungsplans. Investor soll weitere Workshops veranstalten.

Ammersbek.  Alles auf Anfang: Der Ammersbeker Bauausschuss hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, den Bebauungsplan für das Areal der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Hoisbüttel noch einmal zu ändern. Der Geltungsbereich, der im Frühjahr noch die angrenzenden Einzelhaus-Grundstücke in Richtung Norden beinhaltete, wird deutlich verkleinert. Er umfasst jetzt nur noch die rund 3000 Quadratmeter große Fläche der Kirche. Das hat der Bauausschuss einstimmig beschlossen. Deshalb dürfte die endgültige Zustimmung der Gemeindevertretung sicher sein.

Die Kommunalpolitiker aller Parteien nahmen damit den Wunsch der Anwohner auf. Die hatten sich bei Workshops des Investors, der „Kirchenpark an der Lottbek GmbH“, gegen die Möglichkeit einer rückwärtigen Bebauung ausgesprochen. Die Bürgerinitiative „Interessen-Gemeinschaft erhaltenswertes Lottbek“ (Igel) hatte in einer Umfrage festgestellt, dass gut 70 Prozent von 106 Haushalten in der Straße An der Lottbek gegen eine B-Plan-Änderung sind. Eine Unterschriftensammlung wurde auch ans Rathaus übermittelt.

Kirchengemeinde Hoisbüttel will einige Wohnungen kaufen und vermieten

Die Anwohner befürchten, dass eine mehrgeschossige Bebauung den Straßenzug und die Natur im Grüngürtel am Bächlein Lottbek massiv verändert. Die vom Sparkurs hart getroffene Kirchengemeinde Hoisbüttel möchte mit dem Verkauf des hinteren Teils ihres Grundstücks ihr Bestehen sichern. Dort möchte der Hamburger Investor Mike Hemmerich zwölf bis 15 Mietwohnungen in einem dreigeschossigen Block errichten.

„Es herrschte Einigkeit, dass es vor den nächsten Schritten weitere Workshops geben soll“, sagt der Bauausschussvorsitzende Holger Lehmann (SPD). Erst danach werde ein Planungsbüro beauftragt. Die Zeitschiene sollten Investor und Verwaltung miteinander abstimmen.

Die Kirche möchte mit dem Erlös für das Grundstück einige Neubauwohnungen selbst kaufen. Die Mieteinnahmen sollen langfristig den Etat mitfinanzieren und auch das Gemeindezentrum sichern. Die Kirche sieht in dem Projekt „die letzte Chance zur Rettung“. Im Gemeindebrief „Extra Mai 2022“ hieß es, dass die Rücklagen spätestens 2024 aufgebraucht und die Kirchengemeinde nicht mehr zahlungsfähig sei. Dann würden „die Lichter ausgehen“.

( kx )

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