Ahrensburg

Grundschule Am Hagen soll auf Sportplatz umziehen

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Filip Schwen
Die Grundschule Am Hagen soll für zwei Jahre in ein Containerprovisorium auf dem 700 Meter entfernten Grandplatz des SSC Hagen umziehen.

Die Grundschule Am Hagen soll für zwei Jahre in ein Containerprovisorium auf dem 700 Meter entfernten Grandplatz des SSC Hagen umziehen.

Foto: Frank Hasse / HA Grafik

Am Dänenweg entsteht ein Neubau. Bildungseinrichtung wird während Bauphase ausgelagert. Das kommt auf Schüler, Lehrer und Eltern zu.

Ahrensburg.  Jungen und Mädchen, die die Grundschule Am Hagen in Ahrensburg besuchen, und deren Eltern müssen sich ab dem kommenden Jahr auf einen neuen Schulweg einstellen: Während auf dem Schulgelände ein Neubau entsteht, soll die komplette Bildungseinrichtung in ein Containerprovisorium umziehen, welches in etwa 700 Metern Entfernung auf dem Sportgelände des SSC Hagen errichtet wird. So sehen es die Planungen der Verwaltung vor, die am kommenden Donnerstag, 3. November, Thema im Bildungs-, Kultur-, und Sportausschuss sind.

Im Februar 2021 hatten Ahrensburgs Politiker den Neubau für die Bildungseinrichtung im Süden der Schlossstadt beschlossen. Der Pavillon und der Mitteltrakt werden dafür abgerissen. Die Gebäude aus den Jahren 1955, 1973 und 2002 sind stark sanierungsbedürftig, zudem fehlen Räume für die Nachmittagsbetreuung. Der Neubau soll an das 1935 errichtete Hauptgebäude angeschlossen werden. Erhalten bleibt auch die erst 2013 eingeweihte neue Sporthalle.

Ahrensburger Grundschule soll auf Gelände von Sportverein umziehen

Eigentlich sollten nur die von dem Abriss betroffenen Klassen während der Bauphase in ein Containerprovisorium umziehen, welches auf dem Schulgelände geplant war. Während der weiteren Planungen hat sich laut Verwaltung jedoch herausgestellt, dass eine vollständige Auslagerung der Schule erforderlich ist. Zur Begründung werden Sicherheitsbedenken sowie die Staub-, Schmutz- und Lärmbelästigung durch die Bauarbeiten auf dem sehr engen, nur knapp 8100 Quadratmeter großen Schulgelände angeführt.

So müssten die Schüler mehrfach täglich die Baustellenzufahrt überqueren, um den Pausenhof zu betreten und zu verlassen, um zu den Toiletten, den Sportanlagen und zur Essensausgabe zu gelangen. Zudem stünden den Jungen und Mädchen während der 24-monatigen Bauzeit in den Pausen keinerlei Außenflächen zur Verfügung. Aus diesen Gründen hat sich nach Rathausangaben auch Schulleiterin Nadine Klouten für den vorübergehenden Umzug ausgesprochen.

Containerprovisorium soll elf Klassenzimmer, Musikraum und Werkraum bieten

Eine geeignete Fläche für die Containerschule hat die Verwaltung mit dem Grandplatz des SSC Hagen an der Hagener Allee gefunden, der ohnehin sanierungsbedürftig sei. Im östlichen Bereich der rund 6700 Quadratmeter großen Fläche soll demnach das eingeschossige, U-förmige provisorische Schulgebäude mit elf Klassenzimmern, Werk-, Musik- und Förderräumen, Cafeteria, Sanitäranlagen sowie Verwaltungstrakt entstehen. Östlich davon soll ein Pausenhof hergerichtet werden.

Als positiven Nebeneffekt hebt die Verwaltung die räumliche Nähe zum nördlich angrenzenden Jugendtreff Hagen und zu den übrigen Sportanlagen des SSC hervor. Jugendtreff und Sportverein kooperieren bei der Nachmittagsbetreuung seit Langem eng mit der Grundschule.

SSC Hagen pocht auf Ausweichmöglichkeit für seine Fußballer

Der SSC Hagen, dessen Fußballabteilung den Grandplatz für den Trainingsbetrieb nutzt, hat sich bereits dazu bereiterklärt, die Fläche zur Verfügung zu stellen. „In so einer Situation muss man versuchen, über den Tellerrand zu blicken und sich im Stadtteil gegenseitig helfen“, sagt der Vereinsvorsitzende Günter Feigl. Allerdings benötige der SSC eine Ausweichmöglichkeit.

„Ansonsten genügen die Platzzeiten für unsere Mannschaften nicht“, sagt Feigl. Eine solche wäre mit dem Rasenplatz im Süden des Vereinsgeländes vorhanden, allerdings verfügt dieser im Gegensatz zum Grandplatz über keine Flutlichtanlage. „Der Rasenplatz ist deshalb in den Wintermonaten am späten Nachmittag nicht bespielbar“, sagt Feigl. Hier müsse die Verwaltung noch eine Lösung finden. Diese liegt bereits auf dem Tisch: Das Rathaus plant die Anschaffung mobiler Scheinwerfer für 15.000 Euro. „Das wäre für uns ein gangbarer Weg“, sagt Feigl.

Die Auslagerung kostet insgesamt knapp 2,8 Millionen Euro

Insgesamt kostet die Auslagerung nach Angaben aus dem Rathaus knapp 2,8 Millionen Euro. Für Auf- und Abbau sowie Miete der Container werden rund 1,6 Millionen Euro fällig. Hinzu kommen etwa 1,2 Millionen Euro für das Verlegen der notwendigen Versorgungsleitungen, die Einfriedung des Platzes und die Herstellung des temporären Schulhofs. Noch nicht einberechnet sind die Kosten für die Wiederherstellung des Grandplatzes nach dem Rückbau der Containerschule von rund einer Million Euro.

Die Kosten für den Neubau belaufen sich einer Schätzung aus dem September zufolge auf rund 8,7 Millionen Euro, 30 Prozent mehr als anfangs geplant. Ursprünglich hatte die Verwaltung mit 6,5 Millionen Euro kalkuliert. Der Aufbau des Provisoriums soll im kommenden Jahr beginnen. 2024 sollen Schüler und Lehrer für die Dauer der zweijährigen Bauzeit für das neue Gebäude auf dem eigentlichen Schulgelände am Dänenweg umziehen. Im Laufe des Jahres 2026 könnte das Provisorium dann wieder abgebaut werden.

Der Neubau soll einen Saal für Versammlungen und eine Cafeteria beinhalten

Der barrierefreie Neubau für die Grundschule Am Hagen soll sechs Klassenzimmer, einen Werkraum, einen Musikraum und einen Saal für Versammlungen enthalten. Zudem ist eine 90 Quadratmeter große Cafeteria samt Ausgabeküche und Nebenräumen geplant. Mit der Planung und Durchführung des Projektes wurde das Architekturbüro MHB aus Hamburg beauftragt.

Die derzeit überwiegend zweizügige Grundschule soll künftig auf zweieinhalb Klassen pro Jahrgang ausgerichtet werden. Derzeit besuchen 197 Jungen und Mädchen die Bildungseinrichtung, die damit die kleinste der vier Ahrensburger Grundschulen ist. Mehr Platz wird vor allem für die Nachmittagsbetreuung benötigt. Seit dem Schuljahr 2021/2022 ist die Bildungseinrichtung eine Offene Ganztagsschule (OGS). Aktuell werden 151 Schüler am Nachmittag betreut, Tendenz steigend.

Bildungs-, Kultur- und Sportausschuss Do 3.11., 19.30, Foyer der Grundschule Am Hagen, Dänenweg 13

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