Nach tagelanger Staatstrauer

Musicalschule aus Ahrensburg ehrt die Queen mit Video

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Elvira Nickmann
Begeistert machen schon die Jüngsten bei den Filmaufnahmen in der Friedenskirche Siek mit.

Begeistert machen schon die Jüngsten bei den Filmaufnahmen in der Friedenskirche Siek mit.

Foto: Musical Creations Entertainment

Clip ist einziger deutscher Beitrag zu englischem Großprojekt anlässlich des Thronjubiläums. Wie die Kooperation zustande kam.

Siek/Ahrensburg.  Die Musicalschule Ahrensburg (MSA) erinnert mit einem musikalischen Videoclip an die vor zwei Wochen gestorbene Queen Elizabeth II. Das Video, das aus Anlass der ganzjährigen Feierlichkeiten zum 70. Thronjubiläum gedreht worden ist, ist der einzige deutsche Beitrag zu einem Großprojekt, an dem sich Chöre aus dem gesamten britischen Commonwealth beteiligt haben. Als Termin für die Veröffentlichung war ursprünglich Oktober avisiert worden, weil sich zu diesem Zeitpunkt der letzte offizielle Staatsbesuch der Queen zum 30. Mal gejährt hätte. Doch es kam anders als geplant: Statt das Thronjubiläum zu feiern, wird mit dem Video nun einer außergewöhnlichen Monarchin gedacht.

Der gebürtigen Engländerin Jacqui Wendt, die gemeinsam mit ihrem Mann Hauke die Musicalschule betreibt, geht der Tod der Queen nahe. Sie berichtet, dass sie sich mit den mehr als 150 Mitwirkenden nicht nur mit Proben auf die Dreharbeiten vorbereitet hat. Gemeinsam hätten sie Fotos von Elizabeth II. betrachtet und die Schüler hätten Details aus ihrem Leben erfahren. Dadurch sei eine enge Verbindung geschaffen worden. Diese habe sich auch nach Bekanntwerden der Todesnachricht gezeigt, als die Schüler der Monarchin in einer Schweigeminute gedacht hätten.

Mehr als 500 Chöre weltweit haben die Hymne aufgeführt

Von Trauer ist in dem Video nichts zu spüren, vielmehr ist es beseelt von einer fröhlichen und ausgelassenen Stimmung. In orangefarbene T-Shirts gekleidete Kinder strahlen fröhlich in die Kamera und tanzen über das Gelände. Während dreier Tage war die Friedenskirche Siek Schauplatz der Dreharbeiten, für die auch eine Drohne zum Einsatz kam. Pastor Christian Schack ist ebenfalls in dem Clip zu sehen. Die Mitwirkenden singen die Hymne „In Our Service“, ein vom englischen Komponisten Thomas Hewitt Jones zum Thronjubiläum für die Royal School of Church Music komponiertes Werk.

Mehr als 500 Chöre haben es im Zuge des Projekts aufgeführt und/oder als Video veröffentlicht. Für die MSA wurde allerdings eine spezielle Broadway-Version des Stückes erarbeitet. Die in Teilen getragene, mal mitreißend schwungvoll gespielte Melodie bildet die Grundlage für die Tanzeinlagen und die Performance der Schüler im Alter zwischen drei und 65 Jahren. Den Gesang hat Dozent Jon Mortimer, der wie Wendt aus Großbritannien stammt, mit ihnen einstudiert und anschließend in der MSA aufgenommen.

An Musikaufnahmen waren Deutsche und Engländer beteiligt

An den Aufnahmen waren außerdem die MCE Allstars mit Uli Kringler (Gitarre), Jens Wrede (Bass) und Hauke Wendt (Drums) aus Ahrensburg beteiligt. Thomas Hewitt Jones, der auch die Musik für das von der MSA aufgeführte Musical „Rumpelstilzchen“ komponiert hat, nahm in England die Orchesterinstrumente mit dem Vivum Music Orchestra auf und mischte die Aufnahmen ab. Anschließend wurden sie in den durch die Beatles berühmt gewordenen Londoner Abbey Road Studios gemastert. Es besteht zumindest die Hoffnung, dass die Queen das Video noch zu Lebzeiten gesehen und sich daran erfreut hat. Gelegenheit dazu hätte sie gehabt, denn sie hat es im Vorfeld zusammen mit den anderen Beiträgen des Projekts erhalten.

Ermöglicht wurde die Kooperation der Ahrensburger Musicalschule mit den Briten zum einen durch Jacqi Wendts gute Verbindungen in die britische Musikszene. Zum anderen durch ihren guten Draht zum Komponisten des Stücks, der als „BBC Young Composer of the Year“ ausgezeichnet wurde. Das Video wird am heutigen Freitag, 23. September, um Punkt 18 Uhr live geschaltet. Ab dann steht der knapp neunminütige Film unter dem Link www.musicalschule-ahrensburg.de/in-our-service zum Abruf bereit – damit sich auch die Stormarner daran erfreuen können.

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