Ahrensburg

Kein Personal: Arbeiten an Hauptverkehrsader verschoben

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Der Woldenhorn-Tunnel (unten links) verbinden den Ahrensburger Süden mit dem Stadtzentrum.

Der Woldenhorn-Tunnel (unten links) verbinden den Ahrensburger Süden mit dem Stadtzentrum.

Foto: Manfred Giese

Beschädigter Woldenhorn-Tunnel im Ahrensburger Zentrum sollte 2024 saniert werden. Doch im Rathaus fehlen Mitarbeiter.

Ahrensburg. Der Woldenhorn-Trog in der Ahrensburger Innenstadt kann nicht wie geplant 2024 saniert werden. Das sagt Bauamtsleiter Peter Kania. „Wegen der angespannten Personalsituation im Bereich Tiefbau fehlen zurzeit Sachbearbeiter, die die konkrete Umsetzungsplanung übernehmen können“, sagt er. Das geschätzt 1,9 Millionen Euro teure Projekt ist Teil einer ganzen Reihe von Straßenbauvorhaben, die wegen Personalmangels im Rathaus verschoben werden müssen.

Die Verwaltung sucht zurzeit händeringend nach Bauingenieuren. Die Mehrzahl der Stellen im Tiefbauamt ist zurzeit unbesetzt, zuletzt verließ auch Fachdienstleiter Stephan Schott das Rathaus. Bei der Nachbesetzung sieht sich die Verwaltung starker Konkurrenz durch die freie Wirtschaft ausgesetzt. Während das Rathaus an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst und das Beamtenbesoldungsrecht gebunden ist, können Unternehmen mit attraktiven Gehältern und Boni locken.

Gutachter haben an dem Bauwerk schwere Mängel festgestellt

„Da nicht absehbar ist, wann wir die ausgeschriebenen Stellen werden besetzen können, gibt es noch keinen neuen Termin für den Trog“, sagt Kania. Dabei drängt eigentlich die Zeit. Anfang 2021 hatten Gutachter schwere Schäden an der im Juni 1990 fertiggestellten Unterführung unter den Bahngleisen festgestellt.

„Wenn man nichts macht, ist die Lebensdauer nicht mehr sicher“, sagte Tiefbauamtsleiter Stephan Schott damals über den mit täglich weit mehr als 20.000 Fahrzeugen größten Verkehrsknoten in der Ahrensburger City. Spurrillen mit bis zu fünf Zentimetern Tiefe, Risse und Absackungen im Asphalt beeinträchtigten die Verkehrssicherheit, so die Gutachter.

Sanierung könnte mit Bau der neuen S-Bahnlinie 4 kollidieren

Auch wurde beim Bau offenbar gepfuscht: Fugen seien nicht fachgerecht ausgebildet, die Belagsstärke schwanke zwischen fünf und 15 Zentimeter. Unter dem Strich verteilten die Fachleute die Note 2,8 bei einer Skala von 1 bis 4. Eine Bewertung von 2,5 bis 2,9 bedeutet „noch ausreichend“, bei 3,5 beginnt „unzureichend“. Schott warnte bereits damals vor dem Risiko tiefgreifenderer Zerstörungen an den noch intakten tragenden Teilen.

Bauamtsleiter Peter Kania sagt: „Irgendwann wird die Trasse nicht mehr nutzbar sein, wenn wir nicht sanieren.“ Die Gefahr, dass die Unterführung komplett gesperrt werde, bestehe aber nicht. „Wir werden im Zweifelsfall notdürftig ausbessern, mit den entsprechenden Mehrkosten“, sagt er. Zu weit nach hinten geschoben werden könne das Projekt aber nicht, damit es nicht mit dem Bau der neuen S-Bahnlinie 4 kollidiere. Die Arbeiten dafür sollen im Jahr 2027 starten.

( fsn )

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