Stadtentwicklung

Ahrensburg: Das Aus für die Tiefgarage ist beschlossen

| Lesedauer: 3 Minuten
Das Büro Gerber Architekten aus Dortmund hat den Wettbewerb für den Stormarnplatz in Ahrensburg gewonnen. So stellen sich die Experten den Anbau neben dem Rathaus vor. 

Das Büro Gerber Architekten aus Dortmund hat den Wettbewerb für den Stormarnplatz in Ahrensburg gewonnen. So stellen sich die Experten den Anbau neben dem Rathaus vor. 

Foto: Gerber Architekten GmbH / HA

Millionenprojekt unter dem Ahrensburger Stormarnplatz wird gestoppt. Kehrtwende von CDU, Grünen und Wählergemeinschaft WAB.

Ahrensburg.  Nun ist es endgültig: Die Planungen für den Bau einer Tiefgarage unter Ahrensburgs Stormarnplatz sind gestoppt. Die Stadtverordneten haben einen entsprechenden gemeinsamen Antrag von CDU, Grünen und WAB einstimmig angenommen.

Bereits Anfang September hatte der Bauausschuss beschlossen, die Planungen einzustellen. Damit sind CDU, Grüne und WAB, die das Millionenprojekt mit ihren Stimmen einst auf den Weg gebracht hatten, bei ihrer Kehrtwende gegen den Bau geblieben. Die Fraktionen begründen das mit den Ergebnissen der Parkraumerhebung, die im Juni vorgestellt worden waren.

Gutachten: Ausreichen Parkplätze im Zentrum vorhanden

Das Hamburger Büro SBI kommt darin zu dem Schluss, dass Ahrensburg über ausreichend Stellplätze im Stadtzentrum verfügt, die Auslastung selbst in Spitzenzeiten nur bei rund 79 Prozent liege. CDU, Grüne und WAB argumentieren, unter diesen Voraussetzungen sei der Neubau einer Tiefgarage nicht zu rechtfertigen. SPD, FDP und Linke waren von Beginn an gegen den Bau.

Die Tiefgarage war Teil umfassender Pläne für die Umgestaltung des Stormarnplatzes. Dazu gehören auch die Rathauserweiterung und ein Stadtpark. Für alle drei Projekte mit einem Investitionsvolumen von rund 9,8 Millionen Euro hat die Verwaltung einen Realisierungswettbewerb ausgelobt, bei dem sich das Büro Gerber Architekten durchgesetzt hatte. Bislang sind Planungskosten von rund 283.000 Euro entstanden.

Kritik von SPD und FDP an den Gründen für die Kehrtwende

Unter den Stadtverordneten kam es noch einmal zu einer Debatte über die Gründe für den Planungsstopp. „Der Verzicht auf die Tiefgarage war überfällig, aber die nun angeführten Gründe sind fragwürdig“, sagte Bela Randschau (SPD). Die Erhebung zu der Auslastung der Parkplätze in Ahrensburg sei in der Corona-Zeit mit ihren Folgen geschehen. „Das kann nicht der Maßstab sein für eine Bauplanung.“

Detlev Levenhagen (CDU) entgegnete: „Die Zahlen sind solide, zum Zeitpunkt der Erhebung waren die Geschäfte in der Stadt nicht geschlossen. Hätten wir die Zahlen vorher gehabt, hätten wir anders entschieden.“ Auch Nadine Levenhagen (Grüne) verteidigte die Kehrtwende ihrer Fraktion: „Die Bestandsaufnahme der Parkplätze ist gut. Das Problem ist, dass viele Bürger meinen, direkt vor der Tür der Geschäfte parken zu können.“

Planungsstopp wird einstimmig beschlossen

Kritik an den Beweggründen von CDU, Grünen und WAB kam auch von Thomas Bellizzi (FDP): „Die Entscheidung gegen die Tiefgarage ist richtig, aber die Grundlage dafür falsch. Die festgestellten Zahlen zu den Parkplätzen sind keinen Cent wert.“ Für die Linken begrüßte Ali Haydar Mercan den Antrag von CDU, Grünen und WAB: „Damit wird noch rechtzeitig eine klimapolitische Katastrophe verhindert.“

Für den Planungsstopp bei der Tiefgarage stimmten schließlich einstimmig alle Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung.

( cit )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Ahrensburg