Ahrensburg

Bürgermeister: Stichwahl zwischen Schreitmüller und Boege

| Lesedauer: 26 Minuten

Vorläufiges Endergebnis der Bürgermeisterwahl in Ahrensburg steht fest. Thomas Schreitmüller liegt vor Eckart Boege.

Ahrensburg. Die Ahrensburger haben heute parallel zum Bundestag auch ihren künftigen Bürgermeister gewählt. Drei Männer konkurrierten um die Nachfolge des ausscheidenden Verwaltungschefs Michael Sarach (67). Die CDU unterstützte Thomas Schreitmüller (53), der aktuell Verwaltungschef in Barsbüttel ist und bis 2015 Mitglied der Christdemokraten war. Die Grünen haben ihren Stadtverordneten Christian Schubbert (52) nominiert, der eine Firma für Werbemittel und -konzepte hat. Die SPD hatte ihren Ortsvorsitzenden und Diplom-Mathematiker Eckart Boege (43) aufgestellt, der in Hamburg bei einem Energieversorger für Geschäftskunden arbeitet. Nun steht fest: Es wird in drei Wochen eine Stichwahl geben.

Bürgervorsteher erfreut über hohe Wahlbeteiligung

Ahrensburgs Bürgervorsteher Roland Wilde (CDU) zeigt sich erfreut über die hohe Beteiligung bei der Bürgermeisterwahl. Dem vorläufigen Endergebnis zufolge gaben 76,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Vor sechs Jahren lag sie mit 39,6 Prozent nur etwa halb so hoch. „Auf die fast 80 Prozent Wahlbeteiligung bei einer Bürgermeisterwahl kann Ahrensburg stolz sein“, so Wilde. Trotz langer Schlangen vor den Wahllokalen hätten viele Bürger geduldig gewartet, um ihre Stimme abzugeben. Für die Stichwahl möchte der Bürgervorsteher keine Empfehlung abgeben. „Ich bin überzeugt, dass wir die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Verwaltungsspitze und Bürgervorsteher im Sinne der Bürger fortsetzen werden, egal, wer am Ende gewinnt“, so Wilde.

Thomas Schreitmüller dankt den Wählern - erkennbar erleichtert

Freudige Stimmung auf der Wahlparty der Ahrensburger CDU im Restaurant Strehl: Ihr Bürgermeisterkandidat Thomas Schreitmüller (parteilos) liegt dem vorläufigen Endergebnis zufolge im ersten Wahlgang mit 42,4 Prozent klar vorn. „Ich danke allen Wählerinnen und Wählern, die mir ihre Stimme gegeben haben, für ihr Vertrauen“, sagt der erkennbar erleichterte 53-Jährige. Dennoch reicht es nicht für einen Wahlsieg in der ersten Runde. Dafür sind mindestens 50 Prozent der Stimmen notwendig. Dank des soliden Vorsprungs vor dem Zweitplatzierten, Eckart Boege (SPD), gehe er jedoch mit einem „guten Ergebnis“ in die Stichwahl in drei Wochen.

Auch wenn er sich gute Chancen ausrechne, sei der zweite Wahlgang „kein Selbstläufer.“ Es gelte nun, die Wähler, die bereits für ihn gestimmt hätten, erneut zu mobilisieren und darüber hinaus weitere zu überzeugen. Dabei schielt Schreitmüller auch auf die Bürger, die dem ausgeschiedenen Bewerber der Grünen, Christian Schubbert, ihre Stimme gegeben haben. „Ihnen gilt es, ein Angebot zu machen.“

Für die kommenden drei Wochen plant Schreitmüller weitere Wahlkampfveranstaltungen. „In jedem Fall werde ich weiterhin am Sonnabendvormittag auf dem Rondeel für Gespräche und Anregungen zur Verfügung stehen“, so der amtierende Barsbütteler Verwaltungschef. Weitere Termine würden jetzt geplant. „Ich möchte die Ahrensburgerinnen und Ahrensburger davon überzeugen, dass es eines Fachmanns im Rathaus bedarf, der Verwaltung von der Pike auf gelernt hat“, sagt der ausgebildete Verwaltungsfachangestellte.

Stimmung bei der SPD ist super - auch mit Blick auf die Bundestagswahl

Gegen 21.30 Uhr am Abend sind zwar nicht mehr so viele Gäste auf der SPD-Wahlparty anzutreffen, aber dafür ist die Stimmung super. Die Gründe liegen auf der Hand:Die Zuwächse an Wählerstimmen auf Bundesebene, dass Bundestagskandidatin Nina Scheer das Mandat für den Wahlkreis 10 gewonnen hat und nicht zuletzt das gute Ergebnis für Bürgermeisterkandidat Eckart Boege, der es in die Stichwahl geschafft hat, beflügeln die Anwesenden sichtlich Allen voran Boege. Er sagt: „Ich freue mich sehr, dass ich sicher in der Stichwahl bin.“ Dass es dazu kommen würde, sei bei drei Kandidaten auch wahrscheinlich gewesen. Jetzt sei das Rennen eröffnet und er werde alles daran setzen, die Wähler zu überzeugen. „Meine Frau schickt mir die ganze Zeit Nachrichten“, sagt er mit Blick auf sein Smartphone. Er lächelt. „Sie freut sich wie Bolle.“

Nach der Auszählung der ersten fünf Ahrensburger Wahlbezirke sei die Tendenz schon abzusehen gewesen. „Heute ist ein Abend, mit dem man rundherum zufrieden sein kann“, lautet sein Resümee. SPD-Mitglied Jan Fischer hat Boege im Wahlkampf aktiv unterstützt, war auch am Stand zugegen. Er habe damit gerechnet, dass Boege deutlich vor Schubbert liege, „weil ich ihn für den besseren Kandidaten halte“. Boege habe klarere Vorstellungen, wie er die Dinge anpacken wolle, „das haben die Bürger offensichtlich goutiert“. Seine Ausgangsposition sei jedenfalls gut.

Fischer erzählt, dass das Ergebnis jedes einzelnen Wahlbezirks laut verkündet worden sei, dabei habe es viel Hurra gegeben, am meisten jedoch „bei denen, wo unser Kandidat vorne lag“. Es gebe bereits Planungen, die Kampagne weiterzumachen, so Fischer. „Doch zuerst müssen wir überlegen, wie wir die Wähler überzeugen, zur Stichwahl zu gehen.“ Denn es sei knapp und gehe um etwas, man müsse den Wählern klar machen, dass jede Stimme zähle. Außerdem wolle die SPD diejenigen Wähler für sich gewinnen, die für Christian Schubbert gestimmt hätten. „Das wird ein spannender zweiter Wahlgang“, ist sich Fischer sicher. „Aber er ist zu schaffen.“

Seine Parteifreundin Ursula Ebert war ebenfalls beim Wahlkampf im Einsatz. Sie freut sich über den Aufwärtstrend auf Bundesebene und im Besonderen für Nina Scheer, dass diese das Direktmandat geholt hat. „Sie ist unser umweltpolitisches Gesicht in der Bundestagsfraktion“, so Ebert. Bei Scheer sei der Klimaschutz „in den besten Händen“. Was eine Koalition angeht, „wird sich eine Annäherung zwischen Scholz und den Grünen finden lassen“. Sie persönlich sähe es gern, wenn die Linken diese Konstellation verstärkten. Der Ortsverein sei glücklich darüber, dass Böge in die Stichwahl gekommen sei. „Ich baue auf die Unterstützung der Grünen-Wähler, weil es bei uns die größte Schnittmenge in der Politik und der Zuwendung hin zum Wähler gibt.“

Während sie spricht, richtet Boege noch einmal das Wort an seine Unterstützer: „Auch wenn noch nicht alle Bezirke final ausgezählt sind, denke ich, dass wir keine komische Überraschung mehr erleben werden.“ Er baue nach wie vor auf die Unterstützung der Anwesenden und hoffe „auf eine Feier in drei Wochen als Bürgermeister“.

Stichwahl zwischen Thomas Schreitmüller und Eckart Boege

Mittlerweile sind alle 20 Wahllokale in Ahrensburg ausgezählt. Thomas Schreitmüller, der von der CDU unterstützt wird, hat 42,4 Prozent der Stimmen bekommen. Dahinter liegt SPD-Kandidat Eckart Boege mit 34,5 Prozent. Deutlich abgeschlagen: Grünen-Kandidat Christian Schubbert. Er kommt auf 23,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung liegt bei 76,5 Prozent.

Ein Datum für die Stichwahl steht bereits fest: Sonntag, 17. Oktober.

Die Zeichen stehen auf Stichwahl zwischen Schreitmüller und Boege

Nach der Auszählung von 16 der 20 Wahllokale sieht es so aus, als ob es in drei Wochen zu einer Stichwahl zwischen Thomas Schreitmüller und Eckart Boege kommen wird. Der von der CDU nominierte Schreitmüller kommt derzeit auf 42,5 Prozent der Stimmen, Boege auf 35,0.

Das gewohnte Bild auch in der Grundschule Am Hagen. Schreitmüller (46,7) liegt vor Boege (30,9) und Schubbert (22,4). Den großen Wahlbezirk Fritz-Reuter-Schule (fast 1500 abgegebene Stimmen) gewinnt Boege (38,8) knapp vor Schreitmüller (37,3). Schubbert (23,9) fällt weiter zurück. Im Rosenhof hat Schreitmüller (44,6) die Nase vorn, Boege (35,7) rangiert auch dort deutlich vor Schubbert (19,7).

Der Bezirk Schulzentrum Am Heimgarten I und das Peter-Rantzau-Haus melden Schreitmüller (44,7 und 43,9) vor Boege (32,3 und 34,7) und Schubbert (23,0 und 21,3). Im Feuerwehrgerätehaus Ahrensfelde manifestiert sich dieses Bild: Schreitmüller 45,4, Boege 31,1 und Schubbert 23,5. Es fehlen nur noch vier von 20 Bezirken.

Mehr als die Hälfte der Wahllokale sind ausgezählt

Mittlerweile haben 12 der 20 Wahllokale in Ahrensburg ihre Ergebnisse der Bürgermeisterwahl gemeldet. Der von der CDU nominierte Kandidat Thomas Schreitmüller liegt weiterhin in Führung, ist aber von einer absoluten Mehrheit - und damit von dem Sieg im ersten Wahlgang - deutlich entfernt. Derzeit kommt er auf 41,6 Prozent der Stimmen. Sein SPD-Kontrahent Eckart Boege liegt im Moment bei 35,6 der Grüne Christian Schubbert bei 22,8 Prozent. Damit kann sich der Grünen-Kandidat wohl keine Hoffnungen mehr machen: Der Abstand zu Boege ist auf 1400 Stimmen gewachsen

Neun von 20 Wahllokale in Ahrensburg haben ihre Ergebnisse gemeldet

Bisher sind neun von 20 Wahllokale ausgezählt. Noch immer hat Thomas Schreitmüller mit aktuell 41,7 Prozent die Nase vorn. Dahinter liegt Eckart Boege, der bisher 2632 Stimmen und somit 35,1 Prozent erhalten hat.

Die Grundschule Am Reesenbüttel meldet ebenfalls den CDU-Kandidaten Schreitmüller (40,1 Prozent) auf Rang eins vor SPD-Mann Boege (35,0) und dem Grünen-Bewerber Schubbert (25,0). Im Wahllokal Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule II liegen Schreitmüller (39,4) und Boege (38,6) nur sechs Stimmen auseinander und erneut deutlich vor Schubbert (22,1).

Schreitmüller liegt vorn, Schubbert gewinnt in einem Wahllokal die absolute Mehrheit

Mittlerweile sind vier von 20 Wahllokalen ausgezählt. Thomas Schreitmüller liegt derzeit mit 38,6 Prozent der Stimmen vorn. Eckart Boege kommt momentan auf 32,4 Prozent, Christian Schubbert auf 29,1. Der Grüne hat in dem Wahllokal "Haus der Natur" die absolute Mehrheit der Stimmen geholt. Er kam hier auf 50,6 Prozent.

Stimmung bei den Grünen ist gedämpft

Um kurz vor 20 Uhr ist die Stimmung auf der Wahlparty der Grünen etwas gedämpft. Bürgermeisterkandidat Christian Schubbert lächelt eher verhalten als euphorisch, ein Grund ist der aktuelle vorläufige Stand, der die Grünen auf Bundesebene bei 14 Prozent sieht. Hinzu kommt, dass das vorläufige Auszählungsergebnis der Stimmen der Direktwähler für die Bürgermeisterwahl aus den ersten Wahlbezirken gerade bekannt geworden ist und Schubbert laut diesem auf dem letzten Platz gelandet ist.

Trotzdem versucht er auch das Positive an dieser Wahl zu sehen. Er sagt: „Ich freue mich über das Berliner Ergebnis mit zwei Punkten vor der SPD. Und dass mit einer relativ unbekannten Kandidatin gegenüber Franziska Giffey.“ Dann findet er deutliche Worte: Natürlich seien die Ahrensburger Grünen über das Bundesergebnis geschockt, so Schubbert, der sich ärgert, dass im ARD-Fernsehen ständig nur eine mögliche Koalition aus SPD und CDU, aber ohne Grüne thematisiert wird. „Dabei gäbe es nach bisherigem Stand auch die Möglichkeit einer Koalition aus SPD, FDP und Grünen oder einer Jamaika-Koalition.“

Selbst wenn er als Bürgermeisterkandidat auf dem dritten Platz landen sollte, habe er sich „nichts vorzuwerfen“, so Schubbert. Flora Langbehn vom Vorstand des Ortsvereins sagt im Hinblick auf die Bundestagswahl: „Wenn man unsere Zahlen mit denen vom mit letzten Mal vergleicht, ist es doch ein schönes Ergebnis.“ Natürlich sei es ernüchternd angesichts der doch hohen Erwartungen. Vorstandsmitglied Stefan Hildebrandt, der neben ihr am Tisch sitzt, pflichtet dem bei, sagt: „Im Moment werden die Zahlen eher nach unten, statt nach oben korrigiert. Ich hoffe, dass sich das noch ändert.“

Die Chancen von Christian Schubbert auf das Amt des Bürgermeisters, seien davon aber nicht abhängig. „Ich gehe davon aus, dass sie nicht schlecht sind, sondern er in die Stichwahl kommen wird.“ Denn auch Wähler von anderen Parteien wie FDP und Linken müssten sich für einen Bürgermeisterkandidaten entscheiden. Langbehn stimmt zu, Hildebrandt führt weiter aus: „Die Bürgermeisterwahl ist auch eine Personenwahl und Schubbert hat auch viele Unterstützer von den Wählern anderer Parteien.“

Derweil macht Benjamin Stukenberg angesichts der ersten Ergebnisse aus der Bürgermeisterwahl Christian Schubbert Mut: „Etwa die Hälfte der Stimmen sind Briefwahlstimmen“, sagt er. Diese würden erst noch zentral ausgezählt. Die Grünen hätten immerhin mit Abstand ihr historisch bestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl erreicht. Fraktionsvorsitzende Nadine Levenhagen sagt: „Ich glaube schon, dass wir zu den Wahlgewinnern gehören.“ Der Stimmungswechsel sei schon zu spüren. „Wir sind allerdings hinter den Erwartungen zurückgeblieben.“ Sie hoffe trotzdem, „dass wir Teil der Regierung sind“. Das bisherige Ergebnis der Bürgermeisterwahl will sie nicht zu hoch hängen, sagt aber auch: „Es ist ein bedrückender Einstieg.“ Sie setze darauf, „das wir in den anderen 18 noch ordentlich gewinnen.“ Kurze Zeit später kommt das dritte Ergebnis aus Ahrensburg, aus dem Haus der Natur: Es klingt besser. „Wir haben 50 Prozent erreicht“, freut sich Schubbert.

Das ersten Wahllokale melden Ergebnisse: Ein Kandidat liegt deutlich vorn

Als Erstes meldet das Wahllokal im Bauhof sein Ergebnis. Mit 49,3 Prozent der Stimmen liegt Thomas Schreitmüller, der von der CDU nominiert wurde, deutlich vorn. Eckart Boege (SPD) folgt mit 34,7 Prozent. Für Christian Schubbert entscheiden sich 16,0 Prozent der Wähler in diesem Wahllokal. Die Wahlbeteiligung liegt bei 69,6 Prozent, wobei Briefwähler noch nicht eingeschlossen sind.

Ähnlich sieht es im Wahllokal in der Grundschule Am Schloss aus. Schreitmüller kommt hier auf 45,7 Prozent der Stimmen, Eckart Boege auf 344 und Christian Schubbert auf 19,8.

Jubel bei der SPD über die ersten Prognosen für den Bundestag

Um Kurz nach 18 Uhr ertönt lauter Jubel aus dem Garten der griechischen Taverne Rigani am Bahnhof in Ahrensburg. Es ist der Ort, an dem die sich die SPD-Ortsgruppe zu ihrer Wahlfeier versammelt hat. Mittendrin steht ihr Bürgermeisterkandidat Eckart Boege, den Blick konzentriert auf den Fernsehbildschirm gerichtet, über den die ersten Hochrechnungen der Bundestagswahl flimmern. Spontanes Klatschen, als die vorläufigen Zahlen aus Mecklenburg-Vorpommern erscheinen. Die Stimmung ist gut, vor Kurzem wurde das Essen aufgetischt, bis auf Boege sitzen alle auf den Plätzen und genießen ihr Mahl, werfen zwischendurch immer wieder einen Blick auf die Anzeige.

Auch Boeges Familie ist zugegen, seine zweitälteste Tochter schwenkt ein SPD-Fähnchen. Auf die Frage, wie er sich gerade fühle, zögert Boege ein paar Sekunden, lächelt und antwortet dann: „Erwartungsvoll.“ Es freue ihn sehr für die SPD, dass diese Stimmen hinzugewonnen habe. „Ich hoffe, dass wir im Laufe des Abends so weit zulegen, dass wir eine Zukunftsregierung anführen dürfen.“

Wenn er die Ergebnisse mit der Stimmung der vergangenen zwei, drei Wochen vergleiche, dann sei das schon „ein Wahnsinnserfolg“ für die SPD. Er führe das darauf zurück, dass der Kanzlerkandidat und das Wahlprogramm die Bürger letztlich überzeugen konnten. Es sei sehr wichtig, dass bei der Wahl etwas Gutes fürs Land herauskomme.

Auf Nachfrage des Abendblatts, ob er denn von den Ergebnissen der Bundestagswahl auf seine eigenen Aussichten als Bürgermeisterkandidat schließe, antwortet Boege mit Nachdruck: „Nein. Ich bin zwar Sozialdemokrat, möchte aber auch überparteilich sein.“

So reagiert der Grünen-Kandidat auf die ersten Ergebnisse

Gespalten zwischen Freude und Ernüchterung zeigt sich der Bürgermeisterkandidat der Ahrensburger Grünen, Christian Schubbbert, mit Blick auf die ersten Prognosen zur Bundestagwahl und den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. „Das Schwierigste an den Zahlen für den Bundestag ist für mich, dass die Große Koalition theoretisch weiterregieren kann“, so der 52 Jahre alte Stadtverordnete am Rande der Wahlparty seiner Partei vor dem Café Gold am Marstall. Er hoffe auf einen Wechsel.

Mit dem „hervorragenden Ergebnis“ der Berliner Grünen um Spitzenkandidatin Bettina Jarasch habe er angesichts der jüngsten Umfragen, die die SPD vorn sahen, nicht gerechnet. „Das macht Hoffnung für Ahrensburg“, fügt Schubbert mit einem Schmunzeln hinzu. Mit Ergebnissen, wer künftig ins Rathaus der Schlossstadt einzieht, wird nicht vor 22 Uhr gerechnet. Erfahrungsgemäß liegt ein vorläufiges Ergebnis erst zwischen 23 Uhr und Mitternacht vor.

Stimmabgabe auch nach 18 Uhr noch möglich

Eine halbe Stunde vor Schluss warten vor einigen Wahllokalen in Ahrensburg noch immer zahlreiche Menschen darauf, ihre Stimme abzugeben. „Wir freuen uns über eine sehr hohe Beteiligung“, sagt Wahlleiter Fabian Dorow. Auch wer um 18 Uhr noch in der Schlange vor den Lokal stehe, könne seine Stimme noch abgeben. „Jeder, der bis 18 Uhr erschienen ist, muss laut Gesetz die Möglichkeit haben, zu wählen“, sagt Dorow.

Das gelte auch, wenn der Wahlberechtigte so lange warten müsse, dass er erst nach 18 Uhr an der Reihe sei. „Für alle, die danach kommen, gilt dann eine ideelle Linie“, so der Ahrensburger Wahlleiter. Derzeit gehe er aber davon aus, dass angesichts des großen Andrags in vielen Bezirken noch nicht um Punkt 18 Uhr mit der Auszählung begonnen werden könne.

Bürgermeisterkandidat Schreitmüller ist Wahlleiter für die Bundestagswahl

Thomas Schreitmüller, Bürgermeisterkandidat der CDU, ist den ganzen Tag über auch beruflich im Einsatz: Als Bürgermeister von Barsbüttel ist er in der Gemeinde auch Wahlleiter für die Bundestagswahl. Deshalb kann er bei der Wahlparty der Ahrensburger Christdemokraten, die um 17.30 Uhr im Restaurant Strehl beginnt, auch nicht von Anfang an dabei sein. Die Ergebnisse der Bürgermeisterwahl werden ohnehin erst später am Abend eintreffen. Zuerst zählen die Helfer in den Wahllokalen alle Stimmen der Bundestagswahl aus.

Frühere Bürgermeisterin Ursula Pepper hat einen Wunschkandidaten

Die frühere Bürgermeisterin Ursula Pepper ist extra erst mittags zur Wahl zu ihrem Wahllokal im Bezirk Am Hagen gegangen, „weil ich davon ausging, dass dann weniger los ist“. Doch dann die Überraschung: So wie sie hatten wohl auch andere Bürger kalkuliert.

Vor Ort zählte sie etwa 50 weitere Wähler. „Aber ich musste nicht lange warten, nach etwa 15 bis 20 Minuten war ich an der Reihe“.

Ihr Wunschkandidat ist Eckart Boege, der wie zuvor Pepper ebenfalls für die SPD antritt. „Ich finde ihn einfach gut.“ Die Wahl findet Pepper spannend und räumt Boege auch gute Chancen ein, sie zu gewinnen. Trotzdem sagt die Ex-Bürgermeisterin: „Ich gehe von einer Stichwahl aus.“ Und davon, dass ihr Favorit es auf jeden Fall in die Stichwahl schafft.

Landrat Henning Görtz schätzt die ruhige, sachliche Art von Michael Sarach

Der Stormarner Landrat Henning Görtz sagt über seine Zusammenarbeit mit dem scheidenden Bürgermeister von Ahrensburg, Michael Sarach: „Ich schätze die ruhige, sachliche Art von Michael Sarach." Er habe mit ihm immer gut und gerne zusammengearbeitet. Sarachs Nachfolger wünsche er, „dass er schnell einen guten Draht zu Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit findet“, so Görtz. Und weiter: „Ahrensburg hat viele Projekte auf der Agenda, das ist eine große Herausforderung für den neuen Bürgermeister.“

Bürgermeisterkandidat Christian Schubbert war im Wahllokal

Bürgermeisterkandidat Christian Schubbert sagt: „Ich war heute frühstücken und mittags mit meinem Sohn in meinem Wahllokal in der Stormarnschule.“ Zu diesem Zeitpunkt reihten sich bereits viele Menschen in die Warteschlange vor dem Wahllokal ein. Ein Anblick, der bei Schubbert für Freude sorgt. Warum, begründet er so: „Die lange Warteschlange macht mir Mut, denn sie ist ein gutes Ergebnis für die Demokratie an sich.“ Nach getaner Bürgerpflicht genieße er jetzt „die Sonne und das Nichtstun bis zur Wahlparty heute Abend im Café Gold“.

Amtsinhaber Michael Sarach hat sich über einige Wahlkampfaussagen geärgert

Bei Michael Sarach ging es am Sonntagvormittag noch ganz entspannt zu. „Für mich wird das ein langer Abend als Wahlleiter“, sagt der Ahrensburger Noch-Bürgermeister. Nach einem Frühstück mit seiner Frau hat er in der Stormarnschule gewählt.

Obwohl sein Lieblingskandidat „ja leider nicht zur Wahl steht, der bin ich natürlich selbst“, sagt Sarach. Zu den Gewinnern der Bundestags- und Bürgermeisterwahl will er keine Prognose abgeben. Bei Letzterer tippt er jedoch auf eine Stichwahl.

Die Mehrheit entscheide, wer ihm ins Amt folge, sagt Sarach. Über einige Aussagen der Kandidaten während des Wahlkampfes habe er sich schon etwas geärgert, gibt er zu Protokoll. Wer sein Nachfolger werde, „ist mir relativ egal, er muss sich jedenfalls an meinen Leistungen messen lassen“.

SPD-Kandidat Boege will den Tag im Garten verbringen

Eckart Boege hat am Vormittag seine Stimmen abgegeben. „Gerade bin ich froh und glücklich, nach intensiven Wochen des Wahlkampfs einen sonnigen Tag mit meiner Familie im Garten verbringen zu können. Gegen Abend wird dann mit Sicherheit die Aufregung steigen, je näher die Auszählung der Wahlergebnisse kommt.“

FAQ zur Bürgermeisterwahl in Ahrensburg

Ahrensburg: Wer wird neuer Bürgermeister?

Für den Sieg im ersten Wahlgang sind mehr als 50 Prozent der Stimmen notwendig. Sollte dies kein Bewerber erreichen, kommen die beiden besten in die Stichwahl am Sonntag, 17. Oktober. Dank der wegen der Corona-Pandemie außergewöhnlich vielen Briefwähler ist die Beteiligung schon vor der Öffnung der Wahllokale am Sonntag um 8 Uhr fast so hoch wie bei der Bürgermeisterwahl im September 2015. Damals gaben 39,6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

Wie viele Ahrensburger sind wahlberechtigt?

Von den gut 34.000 Einwohnern dürfen rund 27.700 abstimmen. Im Unterschied zur Bundestagswahl sind auch die 16- und 17-Jährigen stimmberechtigt, das sind etwa 300. Wie viele Wahllokale gibt es? 20 Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Hinzu kommen vier Briefwahlbezirke für die Auszählung der Bundestagswahl im Peter-Rantzau-Haus. Die Bürgermeister-Briefwahl wird in den Urnenwahlbezirken ausgezählt.

Wie viele Wahlhelfer sind im Einsatz?

204 Freiwillige arbeiten in den Wahllokalen mit und 48 in den Briefwahllokalen. Das sind wegen des zusätzlichen Corona-Hygieneaufwands und der vielen Briefwähler je ein bis zwei mehr als sonst üblich.

Welche Corona-Regeln gelten in den Wahllokalen?

Für Wahlvorstand und -beobachter gilt die 3G-Regel. Wähler müssen Masken tragen, 1,50 Meter Abstand halten und Hygienevorschriften beachten. In den Räumen, die vor- und nachmittags grundgereinigt werden, dürfen sich maximal so viel Besucher aushalten, wie es Anlaufstellen gibt (etwa vier bis fünf).

Welche Unterlagen sind mitzubringen?

Wahlbenachrichtigung und Ausweis. Was passiert, wenn man seine Wahlbenachrichtigung nicht mehr findet? Mit Ausweis oder Pass legitimieren. Darf man seinen eigenen Kugelschreiber mitbringen? Das wird ausdrücklich empfohlen, damit der Aufwand für die Desinfektion gering bleibt.

Bis wann ist Briefwahl möglich?

Die Unterlagen können aus Krankheitsgründen (unbedingt bei coronatypischen Symptomen) am Wahlsonntag bis um 15 Uhr im Rathaus (Nebeneingang) abgeholt werden. Die Vollmacht steht auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung. Der Brief mit Stimmzettel muss bis um 18 Uhr im zuständigen Briefwahlbezirk beziehungsweise Wahllokal abgegeben werden.

Wie viele Briefwähler gibt es? Mitte der Woche waren es etwa 8500, sodass die Verwaltung final mit rund 9000 rechnet. Wo kann man die Ergebnisse verfolgen? Im Rathausfoyer gibt es diesmal keine öffentliche Veranstaltung. Aktuelle Zahlen werden auf der Homepage www.ahrensburg.de veröffentlicht.

Wo treffen sich die Parteien?

  • CDU: ab 17.30 Uhr im Restaurant Strehl (Reeshoop 50)
  • Grüne: ab 17.30 Uhr im Café Gold (Lübecker Straße 6)
  • Linke: ab 17 Uhr im Restaurant Mendoza (Neue Straße 9)

Überall gilt die 3G-Regel. Die SPD kommt intern im Restaurant zusammen.

Für wann wird das vorläufige Endergebnis erwartet?

Da zuerst die Bundestagswahl ausgezählt wird, ist mit ersten nennenswerten Bürgermeisterzahlen ab 22 Uhr zu rechnen. Das Ende liegt erfahrungsgemäß zwischen 23 Uhr und Mitternacht.

Werden für eine Stichwahl neue Wahlbenachrichtigungen verschickt?

Die alten werden Sonntag wieder ausgehändigt und bleiben gültig.

Wann tritt der neue Bürgermeister sein Amt an?

Offiziell am 1. Mai 2022. Da dies ein Sonn- und Feiertag ist, dürfte er das Büro am Montag, 2. Mai, beziehen.

( kx,isa, nick, fsn )

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