Bürgermeisterwahl Ahrensburg

Frage an die Kandidaten: Wie ist die Situation an Schulen?

| Lesedauer: 6 Minuten
Am 26. September sollen die Ahrensburger einen neuen Chef für das Rathaus wählen.

Am 26. September sollen die Ahrensburger einen neuen Chef für das Rathaus wählen.

Kandidatencheck: Die drei Bewerber für das Bürgermeisteramt in Ahrensburg beantworten jeden Tag eine Frage der Abendblatt-Redaktion.

Ahrensburg. Am 26. September soll in Ahrensburg ein neuer Bürgermeister gewählt werden. Jeden Tag stellen wir den drei Kandidaten Thomas Schreitmüller (von der CDU nominiert), Eckart Boege (SPD) und Christian Schubbert (Die Grünen) eine Frage. Heute: Welchen Verbesserungsbedarf sehen Sie an den Ahrensburger Schulen?

Thomas Schreitmüller (von der CDU nominiert)

Die Stadt Ahrensburg ist Schulträger für die Grundschulen, die Gemeinschaftsschulen und die Gymnasien. Das bedeutet, dass sie für die Schulgebäude und den Sachaufwand zuständig ist. Die Kommunen haben keine Verantwortung für die Anzahl und die Qualität der Lehrerinnen und Lehrer. Den Verbesserungsbedarf würde ich insbesondere mit den Schulleitungen abstimmen wollen.

Wir können doch nicht fortlaufend von Bürgerbeteiligung sprechen und dann die Betroffenen nicht zu Wort kommen lassen. Hierfür sind regelmäßige Gespräche zwischen Schulleitungen, Bürgermeister und den zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wichtig.

Die Schulgebäude sind in einem unterschiedlichen Zustand. Einige Schulen sind neu gemacht, andere sehen seit mehr als 40 Jahren unverändert aus. So ist in den letzten Jahren zwar etwas passiert, insgesamt gesehen hätte sicherlich deutlich mehr geschehen müssen.

Der bevorstehende Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz an Grundschulen und die damit verbundene Mittagsverpflegung erfordern ein Weiteres. In meiner Funktion als Präsidiums- und Hauptausschussmitglied im Deutschen Städte- und Gemeindebund habe ich mitgewirkt, dass der Bund nun statt 50 70 Prozent der Investitionen übernimmt und den Betriebskostenzuschuss um etwa ein Drittel erhöht. Dies macht für Schleswig-Holstein 45 Millionen Euro aus. Zu einer modernen Schule gehören neben Lerninseln und Differenzierungsräumen auch eine gute digitale Ausstattung mit WLAN und digitalen Endgeräten mit ausreichender Administration.

Die Förderrichtlinie für den DigitalPakt Schule wird überarbeitet, Anregungen der kommunalen Schulträger aufgenommen. In der Schulsozialarbeit ist ein Konzept zu Prävention und Intervention, Kinder- und Jugendschutz, Rahmenbedingungen (Räume, Qualifikation), Qualitätssicherung, Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe zu erarbeiten.

Eckart Boege (SPD)

Wir haben mittlerweile zum Glück einen Zustand erreicht, dass man nicht mehr pauschal sagen kann, die Schulen seien in einem schlechten Zustand. Wir haben einige frisch sanierte Schulgebäude und gerade im Grundschulbereich mit dem Ausbau für die Offene Ganztagsschulen vielerorts schon ordentliche Voraussetzungen für eine gute Ganztagsbetreuung geschaffen. Ich betone das gerne, weil das für mich ein Beispiel ist, was in der Zusammenarbeit zwischen Politik und Verwaltung möglich ist, wenn man will.

Natürlich gibt es noch genug zu tun und für die jetzige Schülergeneration kommt das teilweise zu spät: An den Grundschulen Am Aalfang und Am Hagen stehen Um- und Neubauten an, der Grundschule am Schloss fehlen die räumlichen Voraussetzungen für den Offenen Ganztag. Auch der Sanierungsbedarf im Heimgarten-Schulzentrum und an der Stormarnschule wird die Stadt noch Jahre beschäftigen. Insofern werde ich als Bürgermeister alle Möglichkeiten ausloten, die Sanierungs- und Bauvorhaben weiter zu beschleunigen.

Ein großes Problem ist leider die digitale Infrastruktur an den Schulen. In einer Zeit, in der das digitale Arbeiten in der Schule eine Selbstverständlichkeit sein sollte, gibt es in vielen Schulgebäuden nicht einmal durchgängigen WLAN-Empfang. Teilweise werden Wartung und Betrieb der vorhandenen Netzwerke nebenbei von Schülern und Lehrern geleistet. Das kann nicht sein und muss sich dringend ändern.

In den letzten Jahren war der Personalmangel im Rathaus oft ein limitierender Faktor, aber dann muss man eben andere Lösungen finden. Daneben gibt es an einigen Stellen Verbesserungsbedarf, der leider nicht in der Verantwortung der Stadt, sondern des Landes liegt.

Als Bürgermeister sehe ich es deswegen durchaus als meine Aufgabe, mich in der Landespolitik für die Anliegen der Schulen stark zu machen.

Christian Schubbert (Die Grünen)

Im Schulbereich hat sich in den letzten Jahren zum Glück viel getan – aber die Liste bleibt lang:

– Das zusätzliche Gebäude für den Offenen Ganztag in der Grundschule Am Aalfang wird nächstes Jahr gebaut.

– Im Planungsstadium sind die zwei Gebäude für die Grundschule Am Hagen. Dort müssen bestehende Gebäude durch größere ersetzt werden, um genug Platz für den Offenen Ganztag zu schaffen.

– Ein Architekturbüro, das ein so großes Projekt wie den Neubau/die Sanierung des Schulzentrums Am Heimgarten schaffen kann, ist ausgewählt. Es laufen schon Gespräche zwischen Schule, Verwaltung und Architekten.

– Ein Sanierungskonzept für die Stormarnschule ist in Arbeit.

In den letzten Jahren haben wir die Grundschulen Am Schloss und Am Reesenbüttel sowie die Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule beziehungsweise die Fritz-Reuter-Schule saniert und erweitert. Unsere Schulen sind einer der Bereiche, in die massiv investiert wird, und das ist gut so.

Außerdem wird bei allen Bauten jetzt auch darauf geachtet, dass mit Fotovoltaik, Gründächern und Solarthermie geplant wird. Das ist eine Investition in den Klimaschutz und senkt die laufenden Kosten für die Zukunft. Ebenso werden bei allen neuen Gebäuden feste Luftfilter in die Räume eingebaut, in denen Menschen zusammenkommen. Feste Luftfilter sind auf die Raumgröße angepasst und bieten maximalen Luftaustausch bei niedrigem Geräuschpegel.

Zusätzlich haben viele Schülerinnen und Schüler im letzten Jahr von ihrer Schule ein Tablet erhalten. Die Stadt ist dabei, sichere Strukturen für die Administration und Verwaltung der Geräte und der Netzwerke zu schaffen. Vieles ist auf dem Weg, aber wir sind bei Weitem noch nicht am Ziel. Ich möchte den Weg der Schulsanierung weitergehen. Die Stadt sollte alles tun, um eine positive Lernatmosphäre zu schaffen.

Lesen Sie hier die bisherigen Fragen:

Warum sind Sie die beste Wahl als Bürgermeister für Ahrensburg?

Was macht Ahrensburg in Ihren Augen besonders lebenswert?

Welche drei Dinge fehlen in Ahrensburg?

Was möchten Sie in Ahrensburg unbedingt erhalten?

Wie stellen Sie sich die Zukunft der Ahrensburger Innenstadt vor?

Wie bewerten Sie die Parkplatzsituation in Ahrensburg?

Was wollen Sie für Kinder und Jugendliche tun?

Wie stark soll Ahrensburg wachsen?

Wie wollen Sie in Ahrensburg den Klimaschutz voranbringen?

Wie wollen Sie die Bürger bei politischen Themen mitnehmen?

Wie stellen Sie sich die Zusammenarbeit mit den politischen Fraktionen vor?

Wie verhindern Sie die für den S-4-Ausbau geplanten hohen Lärmschutzwände?

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