Bürgermeisterwahl Ahrensburg

Frage an die Kandidaten: Wie wollen Sie Bürger mitnehmen?

| Lesedauer: 6 Minuten
Am 26. September sollen die Ahrensburger einen neuen Chef für das Rathaus wählen.

Am 26. September sollen die Ahrensburger einen neuen Chef für das Rathaus wählen.

Kandidatencheck: Die drei Bewerber für das Bürgermeisteramt in Ahrensburg beantworten jeden Tag eine Frage der Abendblatt-Redaktion.

Ahrensburg. Am 26. September soll in Ahrensburg ein neuer Bürgermeister gewählt werden. Jeden Tag stellen wir den drei Kandidaten Thomas Schreitmüller (von der CDU nominiert), Eckart Boege (SPD) und Christian Schubbert (Die Grünen) eine Frage. Heute: Wie wollen Sie den Kontakt zu den Bürgern pflegen? Wie wollen Sie die Bürger bei politischen Themen/Entscheidungen mitnehmen?

Thomas Schreitmüller (von der CDU nominiert)

Ich bin als Bürgermeister Interessenvertreter der Ahrensburgerinnen und Ahrensburger. Daher muss ich ihre Interessen kennen. Deshalb ist der Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern elementarer Teil meiner Arbeit. Dies ist offiziell über Sprechstunden organisiert. Darüber hinaus sind Gespräche manchmal auch spontan im Büro oder in der Stadt unterwegs möglich. Gerne führe ich vor Ort Gespräche zum Beispiel in den Schulen und Kitas, bei Vereinen oder Gewerbetreibenden.

Die Stadt muss stärker in den Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern gehen. Insbesondere müssen wir Betroffene zum Beispiel bei Straßenarbeiten oder bei der Aufstellung von Bebauungsplänen besser informieren und beteiligen. Ich werde den Stadtverordneten eine öffentliche Beteiligungsrunde vor wichtigen Entscheidungen empfehlen. Das heißt: Betroffene können ihre Meinung sagen, Anregungen geben und Ideen einbringen und erst danach wird entschieden.

Gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendbeirat, dem Seniorenbeirat und dem Behindertenbeirat möchte ich dafür niedrigschwellige Angebote entwickeln, die natürlich für alle Altersgruppen gelten. Gern auch digital. Wir müssen unsere Entscheidungen begründen und Maßnahmen vor Beginn darstellen. Dafür eignen sich Pressemitteilungen und Pressegespräche, die städtische Website, Social-Media-Angebote, Videos, Flyer und Hinweistafeln. Die Online-Angebote möchte ich deshalb weiter ausbauen.

In Großhansdorf und Barsbüttel haben die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Anregungen und Kritik zu örtlichen Themen über die Plattform openPetition an die Gemeinde direkt zu adressieren. Dies würde ich mir auch für Ahrensburg wünschen. Einige Themen haben vielleicht einen Stellenwert, den die Kommunalpolitik und Verwaltung bislang selbst noch nicht erkannt haben.

Eckart Boege (SPD)

Der schönste Teil des Wahlkampfes der letzten Wochen waren die vielen, vielen Gespräche, die ich mit Ahrensburgerinnen und Ahrensburgern führen durfte. Ob am samstäglichen Wahlkampfstand, bei einem meiner Treffen mit Vereinen und Initiativen oder spontan beim Einkaufen in der Innenstadt – es gibt keinen besseren Weg, um mitzubekommen, was die Menschen hier bewegt. Vielen fällt es im direkten Gespräch einfacher, ihre Anliegen oder Fragen zu formulieren. Deswegen werde ich als Bürgermeister nicht nur regelmäßige Bürgersprechstunden anbieten, sondern dafür auch in die Öffentlichkeit und in die Stadtteile gehen.

Übrigens habe ich sehr oft gehört, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger nicht gut informiert fühlen – zum Beispiel bei konkreten Baumaßnahmen wie in der Hamburger Straße. Das will ich ändern: Eine regelmäßige – und gut aufbereitete – Information seitens der Stadt sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

Das ist auch die Basis, um die Bürgerinnen und Bürger bei politischen Themen und Entscheidungen mitzunehmen. Dabei werde ich in Zukunft Wert darauf legen, dass die Stadt alle verfügbaren Kanäle und Medien nutzt, um möglichst viele Ahrensburgerinnen und Ahrensburger zu erreichen – und selbst erreichbar zu sein. Dazu gehört auch eine komplett überarbeitete, ansprechend gestaltete und barrierefreie Homepage der Stadt.

Bei einzelnen Themen halte ich Bürgerforen oder Bürgerkongresse – ergänzt durch den Einsatz digitaler Beteiligungsplattformen – für eine gute Möglichkeit, den direkten Austausch zu fördern. Die Menschen in Ahrensburg haben so viele Ideen und so viel Wissen, das sollten wir bei der Gestaltung von Ahrensburgs Zukunft so intensiv wie möglich einbeziehen. „Miteinander im Gespräch“ – dieses Motto gilt für mich nicht nur im Wahlkampf, sondern erst recht als Bürgermeister.

Christian Schubbert (Die Grünen)

Ansprechbar sein, offen aufeinander zugehen, transparente Entscheidungen – diese drei Dinge sind eminent wichtig, um schon viel möglichen Unmut zu vermeiden und Fragen von Bürgerinnen und Bürgern vorwegzunehmen.

Der Bürgermeister muss ein Kommunikator sein und seine Verwaltung auch. Genauso wichtig ist Verbindlichkeit gegenüber den Ahrensburgerinnen und Ahrensburgern. Alle, die ein Anliegen vorbringen, müssen sich darauf verlassen können, dass zeitnah eine Rückmeldung erfolgt. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit; hier besteht aber noch einige Luft nach oben.

In Ahrensburg wurden in den vergangenen Jahren Zukunftswerkstätten durchgeführt. Das Ergebnis war leider, dass Bürgerinnen und Bürger sich nicht ernst genommen fühlten. Dieses Instrument hat nicht gegriffen. Wir brauchen also andere Wege, um Verwaltung und Bürger näher zusammenzubringen.

Für mich ist beispielsweise eher die Herangehensweise bei der Sportstättenentwicklungsplanung ein gelungener Versuch, anders mit den Wünschen von Ahrensburgerinnen und Ahrensburgern umzugehen. Es wurden drei thematisch unterschiedliche Workshops veranstaltet. Es waren Beteiligte aus Verwaltung, Politik, aus Vereinen und einfach Sportinteressierte dabei.

Dabei kam ein Strauß vieler guter Ideen heraus, der gewichtet wurde und die Handlungsbedarfe für die Zukunft aufzeigt. Bürger haben sich eingebracht – nun muss die Politik die Entscheidungen treffen und ist klug beraten, das im Sinne der Ergebnisse zu tun.

Eine weitere Möglichkeit, Bürgerinnen und Bürger mit der Verwaltung enger zusammenzubringen, ist das Einsetzen von Ortsbeiräten. Ich bin gerne bereit, dies juristisch ergebnisoffen prüfen zu lassen. Damit wären Menschen aus den Stadtteilen bei Themen, die sie vor Ort betreffen, direkter an Entscheidungsprozessen beteiligt.

Lesen Sie hier die bisherigen Fragen:

Warum sind Sie die beste Wahl als Bürgermeister für Ahrensburg?

Was macht Ahrensburg in Ihren Augen besonders lebenswert?

Welche drei Dinge fehlen in Ahrensburg?

Was möchten Sie in Ahrensburg unbedingt erhalten?

Wie stellen Sie sich die Zukunft der Ahrensburger Innenstadt vor?

Wie bewerten Sie die Parkplatzsituation in Ahrensburg?

Was wollen Sie für Kinder und Jugendliche tun?

Wie stark soll Ahrensburg wachsen?

Wie wollen Sie in Ahrensburg den Klimaschutz voranbringen?

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