Bürgermeisterwahl Ahrensburg

Frage an die Kandidaten: Wie sieht die Zukunft aus?

| Lesedauer: 5 Minuten
Am 26. September sollen die Ahrensburger einen neuen Chef für das Rathaus wählen.

Am 26. September sollen die Ahrensburger einen neuen Chef für das Rathaus wählen.

Kandidatencheck: Die drei Bewerber für das Bürgermeisteramt in Ahrensburg beantworten jeden Tag eine Frage der Abendblatt-Redaktion.

Ahrensburg.  Am 26. September soll in Ahrensburg ein neuer Bürgermeister gewählt werden. Jeden Tag stellen wir den drei Kandidaten Thomas Schreitmüller (von der CDU nominiert), Eckart Boege (SPD) und Christian Schubbert (Die Grünen) eine Frage. Heute: Wie stellen Sie sich die Zukunft der Ahrensburger Innenstadt vor?

Christian Schubbert (Die Grünen):

Für mich ist die Ahrensburger Innenstadt das Sinnbild für das pulsierende Leben in unserer Stadt. Das soll unbedingt erhalten bleiben. Von daher lautet für mich die Kernfrage immer: Wie können wir die Innenstadt noch attraktiver gestalten und zu einer Innenstadt für alle machen? Was immer wieder an mich herangetragen wird, ist dass der überhandnehmende Parksuchverkehr vielfach stört. Parkplatzsuchende fahren mehrfach im Kreis, um im Dreizack der Innenstadt zu parken. Darunter leidet die Aufenthaltsqualität immens.

Was wir brauchen ist daher ein Parkleitsystem, das seinen Namen wirklich verdient. Ampelanzeigen, die Autofahrenden signalisieren, wie viele Parkplätze in welcher Richtung verbindlich zu finden sind. Dann können wir die Innenstadt auch parkplatzärmer gestalten. Denn in den bestehenden drei Parkhäusern der Innenstadt sind laut Verkehrszählung im Schnitt ca. 180 unvermietete Stellplätze frei. Wichtig wäre es, eine autoärmere Innenstadt mit Maßnahmen zu begleiten wie einem Ausbau von Ioki oder einem Lieferdienst von den Geschäften nach Hause. Mit einer Innenstadt für alle ist gemeint, dass Gruppen, die es momentan in der Innenstadt schwerer haben als andere, integriert werden und wieder lieber in die Innenstadt kommen. Dabei geht es um die Pflasterung, die für Rollatoren nicht geeignet ist oder immer erreichbare öffentliche Toiletten, die gerade für ältere Menschen wichtig sind. Ebenso sollen mehr Kinderspielgeräte, Ruhe- und Grünbereiche zum Verweilen einladen.

Vom City-Manager erwarte ich klare Vorschläge zum Thema Mikro-Events. Der größte Wettbewerber unserer Innenstadt ist der Internethandel. Kleine Aktionen, Galerien in Läden mit Leerstand, Kleinkunst, Musik, Aktionen – das macht neugierig und zieht Menschen an. Ich bin sicher, dass auch in Zukunft die Ahrensburger Innenstadt pulsiert zum Wohle aller.

Eckart Boege (SPD):

Mir gefällt die Gegenwart der Ahrensburger Innenstadt schon recht gut. Allerdings wird es eine Herausforderung für die Zukunft, dass das auch so bleibt. Die Konkurrenz durch Einkaufszentren auf Flächen, die eben jetzt keine grüne Wiese mehr sind, ist nur eine von vielen Herausforderungen.

Ich stelle mir eine Innenstadt vor, in der es weiterhin zahlreiche inhabergeführte Geschäfte gibt. Die Innenstadt ist ein Anziehungspunkt für Menschen aus Ahrensburg und der Umgebung, weil sie hier ein breites und vielfältiges Angebot finden – in Geschäften, die es nicht auch in jeder beliebigen anderen Stadt gibt.

Ich stelle mir eine Innenstadt vor, in der es abwechslungsreiche Cafés, Restaurants, Bistros, Kneipen und Bars gibt - für jeden Geschmack und jedes Alter etwas –, die bei gutem Wetter mit ihrer Außengastronomie das Stadtbild beleben. Der Wochenmarkt bereichert die Stadt mit einer regionalen und hochwertigen Auswahl an frischen Produkten, die auf einem optisch ansprechenden Rathausplatz angeboten werden.

Ich stelle mir eine Innenstadt vor, in der es Aufenthaltsmöglichkeiten für alle Generation gibt. Die Innenstadt ist dadurch ein natürlicher Treffpunkt für Ahrensburgerinnen und Ahrensburg – auch für solche, die nicht zum Einkaufen in die Stadt kommen. Gepflegte Grünflächen und Sauberkeit tragen zu einem angenehmen Aufenthalt bei.

Ich stelle mir eine Innenstadt vor, die gut erreichbar ist, egal mit welchem Verkehrsmittel: ob zu Fuß, mit dem ÖPNV, dem Fahrrad oder mit dem Auto. Wer mit dem Auto kommt, wird dank eines modernen Parkleitsystems schnell und zuverlässig zu freien innenstadtnahen Parkplätzen geleitet. Der engere Innenstadtbereich ist zumindest sonnabends weitgehend autofrei, wodurch sich Aufenthaltsqualität und Sicherheit für alle erhöhen.

Thomas Schreitmüller (von der CDU nominiert):

Das in einem gemeinsamen Vorgehen zwischen Gewerbetreibenden, Grundstückseigentümern und Stadt Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität besprochen und einvernehmlich umgesetzt werden. Zum Beispiel, indem die Aufenthaltsqualität durch Sauberkeit in der Innenstadt, Begrünung, Kunst und Kultur verbessert wird.

Ich bin für eine autoarme Innenstadt. Um das vielfältige Geschäftsleben zu erhalten, sind aber auch Kunden erforderlich, die nicht mit dem Rad sowie Bus und Bahn in die Innenstadt kommen (können). Der geplante Neubau von Bücherei und Volkshochschule sollte genutzt werden, um ein Haus der Bildung nach skandinavischem Vorbild zu erstellen.

(Anmerkung der Redaktion: Wie ausführlich die Bürgermeisterkandidaten die jeweilige Frage beantworten, liegt in ihrem persönlichen Ermessen. Die Redaktion hat lediglich aus Platzgründen eine für alle drei geltende maximale Zeichenzahl vorgegeben.)

Lesen Sie hier die bisherigen Fragen:

Warum sind Sie die beste Wahl als Bürgermeister für Ahrensburg?

Was macht Ahrensburg in Ihren Augen besonders lebenswert?

Welche drei Dinge fehlen in Ahrensburg?

Was möchten Sie in Ahrensburg unbedingt erhalten?

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