Stadtentwicklung

Ahrensburg baut Parkplätze auf dem Stormarnplatz

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Janina Dietrich
Auf dem östlichen Stormarnplatz soll ein provisorischer Parkplatz für 122 Autos errichtet werden. Dafür fallen die Stellflächen an der Klaus-Groth-Straße weg.

Auf dem östlichen Stormarnplatz soll ein provisorischer Parkplatz für 122 Autos errichtet werden. Dafür fallen die Stellflächen an der Klaus-Groth-Straße weg.

Foto: Frank Hasse

122 Autos können voraussichtlich ab Oktober hinter dem Rathaus abgestellt werden. Das Vorhaben hatte für starke Proteste gesorgt.

Ahrensburg.  Auf der Grünfläche hinter dem Ahrensburger Rathaus wird von Mitte August an ein neuer Parkplatz für 122 Autos gebaut. Er ist als Übergangslösung gedacht, um die wegfallenden Stellflächen während der Bauarbeiten an der Alten Reitbahn und der Hamburger Straße zu kompensieren. Später sollen auf dem östlichen Stormarnplatz eine Tiefgarage für 251 Autos und zehn Motorräder sowie ein urbaner Stadtpark mit Skateranlage errichtet werden.

Wanderweg soll über Parkstreifen verlaufen

Die Zu- und Ausfahrt zu dem neuen Parkplatz erfolgt über die Klaus-Groth-Straße. Die dortigen Stellflächen in der Nähe des Bruno-Bröker-Hauses können nach Rathausangaben ab Montag, 16. August, nicht mehr genutzt werden. „Wir verlegen den Wanderweg Grauer Esel in dem Abschnitt auf den Parkstreifen, weil wir dort künftig mehr Verkehr erwarten“, sagt Hauke Schmidt, stellvertretender Fachdienstleiter für Grünflächen und Klimaschutz. Bisher müssen Fußgänger und Radfahrer die Fahrbahn der kleinen Seitenstraße benutzen.

Die Verwaltung rechnet damit, dass der provisorische Parkplatz Anfang Oktober fertiggestellt ist. Die Nutzer müssen Parkgebühren zahlen, dafür werden Automaten aufgestellt. Während der Bauzeit wird der Wanderweg über den Stormarnplatz gesperrt. Der Parkplatz wird aus Natursteinschotter bestehen und mit Lampen beleuchtet. „Wir umzäunen ihn mit einer Art Holzgeländer, damit die Autos nicht auf dem Wanderweg oder der angrenzenden Wiese abgestellt werden“, sagt Schmidt. Zudem soll auf diese Weise verhindert werden, dass sich die Autofahrer eine andere Ausfahrt vom Stormarnplatz suchen, zum Beispiel am Jugendzentrum Juki 42 vorbei.

Kinder- und Jugendbeirat lehnt das Projekt ab

Die Stadtverordneten hatten im Februar 2020 mit Stimmen von CDU, Grünen, Wählergemeinschaft WAB und FDP den Beschluss gefasst, einen provisorischen Parkplatz auf dem Stormarnplatz zu errichten. Vorausgegangen war eine kontroverse und emotional geführte Debatte. Gegner des Projekts sprachen von einer „Betonwiese“. Der Kinder- und Jugendbeirat äußerte die Befürchtung, dass das Provisorium zur Dauerlösung werden könnte. Die Mitglieder starteten eine Petition, sammelten mehr als 1600 Unterschriften gegen das Vorhaben.

Auch in der Bürgerbegegnungsstätte Peter-Rantzau-Haus löste der Parkplatz-Plan große Sorgen aus. Denn das Gebäude grenzt unmittelbar an die Fläche. Auf der Terrasse werden im Sommer oft Grillfeste gefeiert. Susanne Freese von der Leitstelle „Älter werden“ befürchtet, dass Abgase der Autos und Staub vom Parkplatz beim Lüften in die Zimmer gelangen. Doch letztlich blieben alle Proteste wirkungslos.

Wie lange der Parkplatz stehen bleibt, ist unklar

Wie lange der provisorische Parkplatz auf dem Stormarnplatz stehen wird, ist laut Rathausmitarbeiter Hauke Schmidt noch unklar. „Das hängt von der Politik ab“, sagt er. Sie muss entscheiden, wann die Tiefgarage gebaut werden soll und ob zunächst – wie ursprünglich vorgesehen – das Projekt Alte Reitbahn und der Umbau der Hamburger Straße komplett abgeschlossen sein sollen. In dem Fall könnte es noch etwas dauern.

Die Bauarbeiten an der Alten Reitbahn werden voraussichtlich im Frühjahr 2022 beginnen. Das ist der Starttermin, den Projektplaner Jost Paarmann aktuell anvisiert. Bis dahin wird das 6000 Quadratmeter große Grundstück neben der Polizeiwache weiterhin als öffentlicher Parkplatz zur Verfügung stehen. Der Investor, die Bremer Melchers-Gruppe, wartet noch auf die notwendige Baugenehmigung. Die Pläne sehen vor, auf dem Areal knapp 60 Wohnungen, Flächen für einen Edeka-Markt sowie eine Tiefgarage mit 200 Plätzen zu errichten. Paarmann rechnet mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren. Das Vorhaben könnte demnach im Frühjahr 2024 abgeschlossen sein. Allerdings hat es bei der Alten Reitbahn in der Vergangenheit schon einige zeitliche Verzögerungen gegeben.

Parkplätze in der Innenstadt gesperrt

Das zweite Projekt, an das der provisorische Parkplatz gekoppelt ist, ist der Umbau der Hamburger Straße im Stadtzentrum. Dort haben die ersten Arbeiten bereits begonnen. Derzeit werden Stromkabel erneuert und Glasfaserleitungen verlegt. „Die Parkplätze an der Straße sind momentan nicht nutzbar, weil dort Bodenaushub gelagert wird“, sagt Stephan Schott, Leiter des Tiefbauamtes. Im September oder Anfang Oktober soll im nächsten Schritt die große Wassertransportleitung erneuert werden, zudem werden neue Trinkwasserhausanschlüsse verlegt.

Spätestens in den Wintermonaten sollen die Parkflächen aber wieder zur Verfügung stehen, bevor sie ab Frühjahr 2022 für die Vergrößerung und Erneuerung des Regenwasserkanals sowie den eigentlichen Straßenumbau erneut gesperrt werden. Nach der Umgestaltung soll die Zahl der Stellplätze dauerhaft von 53 auf 17 sinken.

Hamburger Straße wird rund zwei Jahre umgebaut

Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität an der Hamburger Straße zu erhöhen. Die neue Fahrbahn soll 5,50 Meter breit und mit einem rötlichen Naturstein gestaltet werden. Es wird ein Tempo-Limit von 20 Kilometer pro Stunde geben. Für die Gehwege ist eine Breite von drei bis fünf Metern vorgesehen. Es sollen neue Bäume gepflanzt werden, um den historischen Allee-Charakter wiederherzustellen. Geplant sind auch 30 Fahrradbügel, diverse Sitzbänke, Mülleimer und LED-Straßenlampen. Die Verwaltung rechnet mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren. Schott sagt: „Das hängt aber von den Firmen, den Wetterbedingungen und der Verfügbarkeit der Baumaterialien ab.“

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