Stadtplanung

Nun doch: Ahrensburg baut Sporthaus auf dem Stormarnplatz

| Lesedauer: 5 Minuten
Janina Dietrich
Das zweigeschossige Sporthaus soll auf der Grünfläche zwischen der Stormarnstraße (vorn) und dem Fußballfeld gebaut werden. Die Skateranlage ist auf der hinteren Rasenfläche geplant.

Das zweigeschossige Sporthaus soll auf der Grünfläche zwischen der Stormarnstraße (vorn) und dem Fußballfeld gebaut werden. Die Skateranlage ist auf der hinteren Rasenfläche geplant.

Foto: Manfred Giese / HA

Neue Lärmabschätzung liegt vor. Politiker halten an 2,12-Millionen-Euro-Projekt fest. Probleme mit geplanter Skateranlage drohen.

Ahrensburg.  Gute Nachricht für Ahrensburgs Fußballer: Auf dem Stormarnplatz wird nun doch ein Sporthaus mit neuen Umkleiden errichtet. Die Verwaltung bereitet derzeit die Verträge mit den Baufirmen vor, um die Aufträge rechtzeitig vor dem Ablauf der Bindefrist Ende Juli zu vergeben. Die Arbeiten für das 2,12-Millionen-Euro-Projekt könnten dann – je nach vorhandenen Kapazitäten der Betriebe – zeitnah starten.

Bürgermeister Michael Sarach hatte Mitte Juni für Aufregung und Unmut bei den drei Sportvereinen Ahrensburger TSV, FC Ahrensburg und Roter Stern Kickers gesorgt, die seit Jahren für neue Kabinen kämpfen. Er appellierte in der Stadtverordnetenversammlung an die Politiker, das bereits beschlossene Vorhaben noch einmal zu überdenken.

Bürgermeister folgt Beschluss der Stadtverordneten

Der Grund: Bei den Vorbereitungen für ein Lärmschutzgutachten habe sich herausgestellt, dass die Fußballfelder aktuell bereits über das erlaubte Maß genutzt werden und dass die Spielzeiten in Zukunft wegen der umliegenden Wohnbebauung noch weiter eingeschränkt werden könnten. „Es ist mein Job, darauf hinzuweisen, dass es neue Fakten gibt und sich die Bedingungen seit der Grundsatzentscheidung für das Sporthaus vor drei Jahren verändert haben“, sagt Sarach.

Sein Appell habe aber nicht dazu geführt, dass die Stadtverordnetenversammlung das Vorhaben infrage stelle. Die Fraktionen hätten ihm mehrheitlich mitgeteilt, dass sie das Projekt weiterhin umsetzen wollten. „Da der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung nicht aufgehoben wurde, müssen wir ihn nun ausführen“, sagt Sarach.

Spielzeiten am Wochenende eingeschränkt, am Abend nicht

Die Verwaltung hatte im Juni noch eine neue Lärmabschätzung in Auftrag gegeben, die aufzeigen soll, wie viel Sport auf dem Stormarnplatz künftig noch möglich ist. Die Ergebnisse des Gutachters liegen nun vor: „Ein Sportbetrieb ist weiterhin möglich“, sagt Bauamtsleiter Peter Kania. „Sonntags dürfen zwischen 13 und 15 Uhr aber keine Punktspiele mehr stattfinden.“ Dafür könnten die Trainingszeiten unter der Woche abends bis 22 Uhr ausgedehnt werden. Bislang hatte die Verwaltung Zweifel, ob ein paralleler Spielbetrieb auf beiden Feldern nach 20 Uhr aus Lärmschutzgründen erlaubt ist. Verstöße wurden aber toleriert. Auch Ligaspiele unter der Woche sind laut Kania unproblematisch.

Umkleiden im Bruno-Bröker-Haus sind stark sanierungsbedürftig

„Da es sich um eine Altanlage handelt, ist mehr Lärm gestattet, selbst wenn wir den Kunstrasen mal erneuern sollten“, sagt Christian Schubbert (Grüne), Vorsitzender des Bildungs-, Kultur- und Sportausschusses. Er zeigt sich erleichtert, dass das Projekt nun doch umgesetzt wird: „Das ist ein gutes Zeichen für den Sport und die Vereine in Ahrensburg.“ Seit 2017 werde bereits über das Vorhaben geredet. „Die derzeit genutzten Duschen im Bruno-Bröker-Haus haben Nachkriegsniveau“, sagt er. „Sie sind verschimmelt und nicht barrierefrei.“

Sondersitzung des Sportausschusses fällt aus

Aufgrund der neuen Entwicklung hat Schubbert die für kommenden Donnerstag, 15. Juli, geplante Sondersitzung des Sportausschusses abgesagt. Dort wollten sich die Politiker eigentlich eingehend mit dem Lärmgutachten und der Frage beschäftigen, ob sie die Meinung von Michael Sarach teilen, das Projekt zu überdenken. „Jetzt folgt der Bürgermeister mit der Freigabe der Aufträge dem politischen Beschluss, deshalb ist eine Sondersitzung nicht mehr nötig“, sagt der Ausschussvorsitzende.

Laut Bauamtschef Peter Kania hat die Lärmuntersuchung aber eine weitere Problematik aufgezeigt: Durch die Nutzung der Fußballfelder ergeben sich voraussichtlich Einschränkungen für die geplante Skateranlage auf dem Stormarnplatz. Wie berichtet, wollen die Politiker auf der Freifläche hinter dem Rathaus eine Tiefgarage und darüber einen urbanen Stadtpark errichten. Dort ist auch eine große Fläche für Skater und BMX-Fahrer vorgesehen. „Wir werden die Planungen von einem Gutachter begleiten lassen und müssen dann sehen, wie wir mit der Situation umgehen“, sagt Kania. „Es ist einfach zu viel Sport auf dem Stormarnplatz.“

Verwaltung empfiehlt, Fußballfelder mittelfristig zu verlegen

Bürgermeister Michael Sarach spricht von einem sehr komplexen Thema. „Es wird Auswirkungen geben“, sagt er. Wie genau diese aussehen, wisse er zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht. Der zuständige Fachbereich im Rathaus sei weiterhin im Austausch mit dem Gutachter. „Die Politiker halten sehenden Auges an dem Beschluss fest“, sagt Sarach. „Mit den Konsequenzen werden wir umgehen müssen.“

Aus stadtplanerischer Sicht empfehle die Verwaltung mittelfristig, die Fußballfelder zu verlegen oder auf einen Platz zu reduzieren, sagt Kania. Zumal die Felder auf dem Stormarnplatz nur eine Minimalgröße hätten und auch eine dringend benötigte neue Sporthalle an dem Standort nicht realisierbar sei.

Gebäude könnte später für Künstler freigegeben werden

Auf die bestehende Skaterbahn neben dem Jugendzentrum Juki 42 hat die Lärmuntersuchung laut Kania keine Auswirkungen. Er sagt: „Sie ist wesentlich kleiner als die neue Anlage und nur bis 20 Uhr offen.“

Wann das Sporthaus fertig sein könnte, dazu will Kania noch keine Prognose abgeben. Die Bauzeit sei abhängig von den Firmen, aber auch von den Witterungsbedingungen im kommenden Winter. Sollten sich die Politiker irgendwann dazu entscheiden, die Fußballfelder auf dem Stormarnplatz aufzugeben, könne das Sporthaus umfunktioniert werden. „Es ist extra so konzipiert, dass eine Umnutzung kein Problem ist“, sagt der Bauamtsleiter. Möglich sei zum Beispiel, in dem Gebäude Ateliers für Künstler einzurichten. „So etwas fehlt aktuell in Ahrensburg noch.“

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