Umweltschutz

Schrank zum „Fairteilen“ von Lebensmitteln in Ahrensburg

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Carl Schreiber
Michel Brehm, Leiter des FamilienHauses der AWO in Ahrensburg und Filiz Taskin, Stormarner Botschafterin von foodsharing der Ortsgruppe Ahrensburg und Bargteheide.

Michel Brehm, Leiter des FamilienHauses der AWO in Ahrensburg und Filiz Taskin, Stormarner Botschafterin von foodsharing der Ortsgruppe Ahrensburg und Bargteheide.

Foto: Carl Schreiber

Initiative „foodsharing“ jetzt auch in Ahrensburg vertreten. Projekt in Zusammenarbeit mit der Awo, um Verschwendung zu vermeiden.

Ahrensburg.  Die Initiative „food­sharing“ hat sich zum Ziel gesetzt, gegen die Lebensmittelverschwendung zu kämpfen. Und das wird jetzt auch in Ahrensburg umgesetzt: An der Hamburger Straße steht ein Schrank, in den von „„Fairteilern“ Lebensmittel gelegt oder abgeholt werden können, damit sie nicht im Mülleimer landen. Filiz Taskin hat die Aktion mit ins Leben gerufen. Sie ist Botschafterin von „foodsharing“ in Stormarn und zuständig für die Ortsgruppe in Ahrensburg und Bargteheide. In vielen großen und mittelgroßen Städten gibt es bereits solche Anlaufstellen für Lebensmittel. Bis jetzt steht im Kreis Stormarn nur ein „Fairteiler“ in Bad Oldesloe.

„Ich freue mich sehr, dass wir dieses Projekt in Zusammenarbeit mit der Awo in Ahrensburg auf die Beine stellen konnten“, sagt Filiz Taskin. „Geplant ist auch ein Kühlschrank, wir wissen aber noch nicht, wie wir dafür die Stromversorgung organisieren können. Für den Kühlschrank gibt es bereits eine Holzvorrichtung.“ Da „foodsharing“ kein Verein, sondern ein Kollektiv ist, können sie keine Spenden annehmen. Daher sei man sehr froh über die finanzielle Unterstützung der Awo.

Betreiber betonen: „Keine Konkurrenz zu den Tafeln“

Der Schrank in Ahrensburg werde bereits gut genutzt, so Taskin. Vor Ort gibt es auch Handfeger und Schaufel, um möglichen Dreck zu beseitigen. Die Stormarner „foodsharing“-Botschafterin betont, dass es sich bei diesem Lebensmittelschrank nicht um Konkurrenz zur Tafel handele. „Wir nehmen den Tafeln nichts weg, sondern verstehen uns eher als Ergänzung“, sagt Taskin. Die Tafel sei vor allem für bedürftige Menschen da, bei „foodsharing“ gehe es mit der Rettung von Lebensmitteln vor dem Mülleimer um den Umweltaspekt. „Wenn eine Familie zum Beispiel in den Urlaub fährt, kann sie vorher die Lebensmittel im Fairteiler abgeben, damit sie nicht weggeschmissen werden müssen.“

In Ahrensburg beteiligen sich derzeit 100 sogenannte Foodsaver an dem Projekt, im Kreis sind es ungefähr 350. Sie holen Lebensmittel bei Händlern und Produzenten ab und verteilen diese. Der Lebensmittelschrank ist auch auf der interaktiven Karte im Internet aufgeführt (https://foodsharing.de). Beim Ahrensburger „Fairteiler“ dürfen auch diejenigen Lebensmittel abgeben, die keine Foodsaver sind und etwas gegen Lebensmittelverschwendung tun möchten.

Auch ein Kühlschrank soll noch aufgestellt werden

Da derzeit noch kein Kühlschrank vor Ort angeschlossen ist, können noch keine Produkte abgegeben werden, die gekühlt zu lagern sind. Auch Eier sollten nicht in den Schrank gelegt werden, da Außenstehende schwer einschätzen können, ob sie noch genießbar sind. Für Brot ist eine Box vorgesehen, in der die Backwaren verpackt hineingelegt werden können. Filiz Taskin betont, dass es sich bei dem „Fairteiler“ nicht um einen Tauschschrank handele. „Kosmetika wie etwa Handcreme oder Zahnpasta haben hier keinen Platz.“

Ein weiterer Standort ist in Bargteheide geplant. Doch zunächst wird in Ahrensburg daran gearbeitet, einen Kühlschrank mit der nötigen Stromversorgung am Standort des Lebensmittelschrankes aufzustellen.

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