Kommunalpolitik

Regenbogenflagge vor Großhansdorfs Rathaus abgelehnt

| Lesedauer: 2 Minuten
Die Grünen wollten, dass vor dem Großhansdorfer Rathaus eine Regenbogenflagge weht.

Die Grünen wollten, dass vor dem Großhansdorfer Rathaus eine Regenbogenflagge weht.

Foto: Ralph Peters / imago/Ralph Peters

Vorstoß der Grünen wird im Großhansdorfer Hauptausschuss nach emotionaler Debatte abgelehnt. Das sind die Gründe.

Grosshansdorf.  Am 17. Mai, dem Internationalen Tag gegen Homo-, Trans-, Inter- und Biphobie, wird keine Regenbogenflagge vor dem Großhansdorfer Rathaus wehen. Einen entsprechenden Antrag der Grünen hat der Hauptausschuss auf seiner jüngsten Sitzung mit knapper Mehrheit von drei zu zwei Stimmen und einer Enthaltung abgelehnt.

Vorangegangen war eine emotionale Debatte. „Die Flagge vor dem Rathaus sollte ein starkes Zeichen der gesellschaftlichen Verpflichtung sein, sexuelle Minderheiten vor Diskriminierung zu schützen“, sagt Grünen-Fraktionschefin Sabine Rautenberg. Ihre Fraktion sei „extrem enttäuscht“, dass es dafür offenbar in Großhansdorf keine Mehrheit gebe. Die Grünen hatten vorgeschlagen, die Flagge, die als Symbol der LGBT-Bewegung gilt, während der Woche vor dem 17. Mai am Verwaltungssitz zu hissen.

SPD und FDP argumentieren gegen das Symbol

Bedenken gab es bei SPD und FDP. „Es ist selbstverständlich, dass wir uns gegen jede Form von Diskriminierung stellen“, sagt Gudrun Apel (SPD). „Problematisch finde ich, dass durch diese Flagge eine einzelne Gruppe in den Vordergrund gerückt wird.“ Es gebe auch andere Teile der Gesellschaft, die ausgegrenzt würden, etwa Personen mit Migrationshintergrund oder Behinderung. „Die Gemeinde hat allen Menschen gegenüber eine Verpflichtung, deshalb bedarf es eines Symbols, das nicht nur für einen Teil derjenigen steht, die Diskriminierung erfahren.“

Ähnlich argumentiert Hans-Karl Limberg (FDP): „Andere Gruppen, die Diskriminierung erfahren, würden sich nicht mitgenommen fühlen.“ Die CDU sieht die Idee positiv, stört sich aber an der Ausgestaltung. „Allein die Flagge zu hissen, ist nicht sinnvoll“, sagt Mathias Schwenck. Es bedürfe begleitender Öffentlichkeitsarbeit. „Wir als Gemeinde müssen kommunizieren, warum diese Flagge dort hängt und wofür sie steht.“Konkrete Vorschläge dazu hätten die Grünen nicht gemacht.

„Erklärung für Akzeptanz und Respekt" wird unterzeichnet

Eine knappe Mehrheit gab es für den zweiten Punkt des Grünen-Papiers: Großhansdorf wird die „Lübecker Erklärung für Akzeptanz und Respekt“ unterzeichnen, in der sich Vereine, Verbände und Unternehmen verpflichtet haben, gegen jede Form von Diskriminierung einzutreten.

Großhansdorfs Bürgermeister Janhinnerk Voß möchte die Entscheidung inhaltlich nicht kommentieren, sagt: „Meine Sorge ist, dass Mitglieder der Gemeindevertretung, die gegen den Antrag gestimmt haben, als homophob gebrandmarkt werden.“ Dies sei jedoch nicht der Fall, auf beiden Seiten habe es sachliche Argumente gegeben.

( fsn )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Ahrensburg