Stadtentwicklung

Ahrensburg vertagt Entscheidung über neues Kulturzentrum

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Christian Thiesen
Das Kulturzentrum soll auf dem Sandparkplatz rechts neben den Fußballfeldern entstehen.

Das Kulturzentrum soll auf dem Sandparkplatz rechts neben den Fußballfeldern entstehen.

Foto: Manfred Giese

Kommunalpolitiker sind sich uneinig über das Zehn-Millionen-Euro-Projekt. Volkshochschule und Stadtbücherei sollen in Neubau ziehen.

Ahrensburg.  Soll Ahrensburg ein neues Kulturzentrum mit der Volkshochschule (VHS) und der Stadtbücherei bekommen? Einen ersten richtungsweisenden Beschluss dafür sollte nach dem Wunsch der Verwaltung der Bauausschuss der Schlossstadt fassen. Dort ging es darum, ob ein neuer Bebauungsplan für den Stormarnplatz als Standort für das Kulturzentrum aufgestellt wird. Doch Ahrensburgs Kommunalpolitiker sind sich uneinig über das Projekt. Und weil die Fraktion der Grünen im Verlauf der Debatte noch internen Beratungsbedarf anmeldete, verschob der Bauausschuss schließlich die Entscheidung über den Aufstellungsbeschluss.

Mit dem angestrebten Bebauungsplan will die Bauverwaltung das Planungsrecht für ein neues Gebäude im südlichen Teil des Stormarnplatzes schaffen, in einem Gebiet zwischen den Sportplätzen im Norden, der Stormarnstraße im Westen und der Reitbahn im Süden. Mit dem Planungsrecht könnte der Neubau für VHS und Bücherei dort konkret geplant und genehmigt werden. Er soll auf dem Parkplatz neben dem Jugendzentrum 42 entstehen.

Stadt will Fördermittel bei Bund und Land beantragen

Durch den Neubau will die Verwaltung VHS und Stadtbücherei mehr Platz für ihre Angebote verschaffen. Deren bisherige Standorte an der Bahnhofstraße und neben dem Rathaus könnten anderweitig genutzt werden, letzterer für ein Bürgerhaus mit einem Rats- und Veranstaltungssaal. Für die bislang grob geschätzten zehn Millionen Euro Baukosten will die Stadt neun Millionen Euro Fördergeld von Bund und Land beantragen. Doch aus den Reihen der Ausschussmitglieder und Fraktionen gab es Kritik und Widerstand gegen die Pläne der Verwaltung. „Warum stellen Sie jetzt wieder diesen Antrag?“, fragte Wolfgang Schäfer (FDP). „Vor einem Jahr hat dieser Bauausschuss ihn mehrheitlich abgelehnt.“ Er verstehe die Zusammenhänge nicht. „Im Bildungsausschuss ist uns kein benötigter Raumbedarf von VHS und Stadtbücherei bekannt.“ Im Übrigen brauche die Stadt auch keinen neuen Veranstaltungssaal in der bisherigen Bücherei. „Wir haben die Reithalle des Marstalls in einem städtischen Gebäude“, sagte Wolfgang Schäfer.

Kritik am Standort für das Kulturzentrum

Ähnlich äußerte sich Gerhard Bartel (SPD): „Zuerst einmal muss der behauptete Platzbedarf von VHS und Bücherei in den Ausschüssen festgestellt werden.“ Er warnte zudem davor, den aktuellen, günstig gelegenen Standort an der Bahnhofstraße für die VHS aufzugeben. Sein Fraktionskollege Rolf Griesenberg mahnte: „Ein neues Kulturzentrum sollte einen repräsentativeren Standort als den geplanten am Stormarnplatz haben.“ „Die Verwaltung stellt den Antrag für den Bebauungsplan, weil der Bedarf für ein Kulturzentrum da ist“, verteidigte Stadtplaner Kay Renner von der Ahrensburger Bauverwaltung seine Vorlage. „Und wenn wir Fördergeld haben wollen, müssen wir das beantragen und dafür brauchen wir eine Bauleitplanung.“

Er verwies darauf, dass die Kommunalpolitik bereits ein Städtebaukonzept beschlossen habe, dass eben einen Neubau für VHS und Stadtbücherei am Stormarnplatz vorsehe. „Auch mit einem Bebauungsplan kann die Politik im Übrigen noch frei entscheiden, ob sie einen Neubau will oder nicht“, sagte Kay Renner.

CDU und WAB sind für das Projekt

Für das Kulturzentrum am Stormarnplatz und die Aufstellung eines Bebauungsplanes sprachen sich CDU und WAB aus. „Das Zentrum wäre ein echter Gewinn für Ahrensburg. Wir könnten dort hervorragende Institutionen schaffen und sollten uns eine finanzielle Förderung von 90 Prozent nicht entgehen lassen“, sagte der Stadtverordnete Uwe Gaumann (CDU). „Das ist ein Vorzeigeprojekt für soziale Integration“, so Detlef Steuer (WAB). „Wir könnten dann am Stormarnplatz mit dessen Angeboten alles vereinen: Kultur, Sport und Jugend.“ Zustimmung kam auch von Stefan Gertz von den Grünen: „Dort ist ein tolles Gebäude möglich. Und der Raumbedarf von VHS und Bücherei ist vorhanden, er war sehr wohl schon Thema im Bildungs- und Kulturausschuss.“

Der Ahrensburger Bauausschuss wird sich, nachdem er den Beschluss schließlich vertagte, wahrscheinlich auf seiner nächsten Sitzung erneut mit dem Thema beschäftigen. Diese Sitzung ist für den 19. Mai geplant.

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