Grosshansdorf

SPD und Grüne wollen Verbot von Schottergärten

| Lesedauer: 2 Minuten
Schottergärten bieten Insekten keinen Lebensraum.

Schottergärten bieten Insekten keinen Lebensraum.

Foto: Carmen Jaspersen / dpa

Grüne und SPD in Großhansdorf stellen Antrag. Ziel ist Verbot von Schottergärten. Vorbild ist eine Stormarner Kommune.

Grosshansdorf. Die Gestaltung des Vorgartens mit Kies oder Split erfreut sich seit einigen Jahren zunehmender Beliebtheit. Die sogenannten Schottergärten sind pflegeleicht und, je nach Betrachter, auch dekorativ. Doch unter Naturschutzaspekten ist der Trend äußerst bedenklich. Umweltorganisationen warnen vor einem Verlust des Lebensraums von Insekten. Grüne und SPD in Großhansdorf wollen den Vormarsch der Schottergärten nun stoppen und sie in der Waldgemeinde künftig verbieten.

In einem gemeinsamen Antrag fordern die Fraktionen eine örtliche Bauvorschrift, die entsprechende, bereits in der Landesbauordnung enthaltene Vorgaben zur Grünflächengestaltung auf Gemeindeebene näher regeln soll. Konkret soll das Verbot von Schottergärten und anderen Versiegelungen von Grünflächen in Vorgärten in allen neu zu beschließenden oder zu überarbeitenden Bebauungsplänen verankert werden. Nur in begründeten Fällen sollen Ausnahmen möglich sein. Das Bauamt soll die Einhaltung der Regelung überwachen.

Die zunehmende Anlage von Schottergärten sei „unter Klima- und Umweltschutzaspekten nicht vertretbar“, schreiben die Fraktionen. Kies und Split böten Vögeln und Insekten weder Nahrung noch Nistplätze, das unterirdische Bodenleben werde erstickt. Zudem verhindere die Flächenversiegelung die Grundwasserbildung und die kühlende Verdunstung im Sommer. Die Folge seien Hitze und ein erhöhtes Überschwemmungsrisiko. Parallel zu dem Verbot soll durch eine Informationskampagne über die Gründe der Regelung und ökologisch sinnvolle Alternativen der Gartengestaltung aufgeklärt werden.

Glinde hat das Verbot bereits Anfang März beschlossen

„Insgesamt ist der Verzicht auf Schottergärten für Großhansdorf ein wichtiger Beitrag zu effektivem und konsequentem Klimaschutz auf lokaler Ebene, der leicht umzusetzen ist“, so die Fraktionen. Großhansdorf wäre nicht die erste Kommune in Stormarn mit einer entsprechenden Regelung. Glindes Stadtvertreter haben ein Verbot von Schottergärten bereits Anfang März beschlossen. In Großhansdorf wollen die Politiker den Antrag im Bau- und Umweltausschuss am Dienstag beraten.

Ebenfalls auf der Tagesordnung steht die Debatte über gestalterische Vorgaben für die Grundstückseigentümer im Quartier Erlenring/Bruno-Stelzner-Weg. Die in den 1960er- und 1970er-Jahren entstandene Siedlung besteht zum großen Teil aus weiß gestrichenen Einzelhäusern mit L-förmigem Grundriss und schwarz gedeckten Walmdächern. Die CDU möchte den homogenen Charakter des Quartiers erhalten und eine entsprechende Gestaltung der Häuser planerisch festschreiben. Dafür ist eine Änderung des B-Plans notwendig, die die Politiker mit dem Aufstellungsbeschluss auf den Weg bringen wollen.

Bau- und Umweltausschuss Großhansdorf Di 20.4., 19.00, Waldreitersaal, Barkholt 64

( fsn )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Ahrensburg