Bildung

Ahrensburg: Selma-Lagerlöf-Schule löst Platzproblem

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Janina Dietrich
Wolfgang Jakobi steht vor dem Neubau. Links sind die Räume der Selma-Lagerlöf-Schule, der rechte Gebäudeteil gehört dem Förderzentrum.

Wolfgang Jakobi steht vor dem Neubau. Links sind die Räume der Selma-Lagerlöf-Schule, der rechte Gebäudeteil gehört dem Förderzentrum.

Foto: Janina Dietrich / HA

6,3 Millionen Euro teurer Neubau eingeweiht. Erstmals seit Jahren sind wieder alle 630 Schüler an einem Standort.

Ahrensburg. Nach mehr als zehn Jahren können an der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule (SLG) in Ahrensburg erstmals wieder alle 630 Schüler an einem Standort unterrichtet werden. Der 6,3 Millionen Euro teure Anbau ist fertiggestellt und von den Jahrgängen fünf und sechs bereits bezogen worden. Wegen des coronabedingten Lockdowns und der Anordnung zum Homeschooling kann das Gebäude allerdings noch nicht richtig genutzt werden. Schulleiter Wolfgang Jakobi hofft, dass die beiden Klassenstufen ab Montag, 15. Februar, wieder zum Wechselunterricht kommen dürfen, um ihre neuen Räume im sogenannten Westhaus umfassend zu testen.

Bessere Bedingungen für Gruppenarbeit

Das Besondere: Zu jedem der sieben Klassenzimmer im Neubau gehört ein Gruppenraum, der durch ein großes Sichtfenster abgetrennt ist. „Das ermöglicht uns eine individuelle Lernförderung“, sagt der Direktor. Die inklusive Arbeit mit Förderkindern werde verbessert. „Durch die neue Struktur ist es viel leichter, Gruppenarbeit zu machen, als in einem engen Klassenraum.“ Die drei Gruppenräume auf jeder Etage sind in Form einer offenen Lernlandschaft konzipiert. Sie werden nur durch Vorhänge voneinander getrennt. In Kürze sollen in dem Bereich auch noch Computerarbeitsplätze eingerichtet werden.

„Wir sind eine Schule mit einer sehr heterogenen Schülerschaft“, sagt Wolfgang Jakobi. „Jeder Schüler soll bei uns seine Chance erhalten. Wir wollen ihn nach seinen Fähigkeiten fördern und fordern.“ Die Lehrer hätten jetzt bessere Bedingungen, um unterschiedliche Arbeitsaufträge zu verteilen. Sie könnten einige Schüler für kooperative Arbeiten nach draußen schicken, sie durch das Fenster aber weiter beobachten. Jakobi sagt: „So bleibt der Kontakt für beide Seiten bestehen.“

Schüler können in Ruhezonen entspannen

Zudem gibt es für die fünften und sechsten Klassen je einen Ruheraum. Hinter einem Vorhang befinden sich gelbe und rosafarbene Sitzmöglichkeiten sowie ein Schrank mit Büchern und Spielen, der in den kommenden Wochen noch aufgefüllt werden soll. „Die Lehrer können Schüler, die nicht mehr konzentriert sind, zum Entspannen in die Ruhezone schicken“, sagt Jakobi. „Manche Kinder haben zum Beispiel morgens Stress im Elternhaus und müssen das erst einmal verarbeiten. Wenn sie sich erholt haben, können sie wieder am gemeinsamen Unterricht teilnehmen.“

Der Kunstraum ist mit einer Dachterrasse verbunden

Im obersten Stockwerk des zwei- bis dreigeschossigen Neubaus ist eine zwölfte Klasse untergebracht, zudem gibt es einen Kunstraum. Letzterer ist mit einer Dachterrasse verbunden, sodass die Schüler bei gutem Wetter draußen arbeiten können. Alle Etagen sind barrierefrei mit einem Fahrstuhl zu erreichen.

Im Außenbereich wurden ein Bewegungsspielplatz und Ruheplätze errichtet. Zudem gibt es vor der Schule 120 neue Fahrradbügel, auch vor der Sporthalle wurden neue Abstellmöglichkeiten geschaffen. Schüler können die Plätze direkt von der Veloroute 2 erreichen, die an der Schule vorbeiführt.

Derzeit wird noch ein neuer Autoparkplatz gebaut. Künftig soll es für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer drei separate Eingänge auf das Schulgelände geben, um die Sicherheit zu erhöhen. Zudem soll noch ein Leitsystem installiert werden, um Besuchern die Orientierung zu erleichtern. Der Alfred-Rust-Saal, der für öffentliche Veranstaltungen genutzt wird, befindet sich auf dem Gelände.

Förderzentrum nutzt den vorderen Gebäudeteil

Im vorderen Teil des Neubaus ist das Förderzentrum Fritz-Reuter-Schule mit Verwaltungsräumen, einem Lehrerzimmer und einem Therapiebereich untergebracht. Das alte Gebäude an der Fritz-Reuter-Straße wird mittlerweile für Kursangebote der Volkshochschule genutzt. Bis zur Fertigstellung des Westhauses wurden dort auch der zehnte und zwölfte Jahrgang der SLG unterrichtet.

Zeitweise waren drei Jahrgänge ausgelagert

Nachdem der Oberstufenpavillon im Frühjahr 2019 für den Neubau abgerissen worden war, musste zuletzt auch der 13. Jahrgang ausgelagert werden. „Für die Schüler war es schwierig “, sagt Jakobi. Zum einen sei es durch den Kita- und Hortbetrieb in der Fritz-Reuter-Schule relativ laut gewesen, zum anderen hätten die Jugendlichen für Naturwissenschaften und Sport immer zum Hauptstandort der SLG pendeln müssen.

Der Neubau wird durch eine Brücke mit dem Nordhaus verbunden, in dem sich unter anderem das Lehrerzimmer und das Büro des Schulleiters befinden. Durch die barrierefreie Anbindung haben nun auch Rollstuhlfahrer erstmals die Möglichkeit, dorthin zu kommen. Bisher waren die Räume im ersten Stock nur über eine Treppe zu erreichen.

Weitere Schulen erhalten demnächst neue Gebäude

Auch an anderen Ahrensburger Schulen wird bald gebaut. Die Grundschule Am Aalfang erhält einen Anbau, um den zusätzlichen Raumbedarf abzudecken, der durch die Einführung der Offenen Ganztagsschule entstanden ist. Baubeginn ist für Anfang 2022 geplant. Zu klein ist mittlerweile auch die Grundschule Am Hagen. Zwei Gebäude sollen abgerissen werden, um Platz für einen zweigeschossigen Neubau zu schaffen. Die Schule soll dadurch von 1380 auf rund 2000 Quadratmeter wachsen. Das Schulzentrum Am Heimgarten soll bis Ende 2027 für 27,5 Millionen Euro saniert und erweitert werden. Geplant ist ein dreigeschossiger Anbau mit 26 Klassenzimmern und weiteren Gruppenräumen.

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