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Diese Stormarner Supermärkte liefern auch nach Hause

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Petra Sonntag und Lutz Kastendieck
In der Corona-Krise ist der Lieferservice von Rewe besonders gefragt.

In der Corona-Krise ist der Lieferservice von Rewe besonders gefragt.

Foto: Lutz Kastendieck

Trotz Corona-Krise konzentriert sich das Gros der Handelsketten auf die Versorgung der Kunden in ihren Filialen.

Ahrensburg/Trittau.  Für viele ist der Lebensmitteleinkauf derzeit der Höhepunkt des Tages. Andere hingegen schreckt die permanente Ansteckungsgefahr in der noch immer grassierenden Corona-Pandemie eher ab. Ist deshalb die Lieferung ins Haus eine willkommene Alternative? Und bieten Stormarns Supermärkte diese Dienstleistung überhaupt an? Wir haben uns umgehört.

Ihren Lieferservice haben die Rewe-Märkte im Kreis schon lange vor Corona ins Leben gerufen. Der Handelskonzern nutzt seit neun Jahren sein bestehendes Filialnetz, um auch Online-Bestellungen zu bedienen, die dann an die Wohnungstür geliefert werden. Über die Homepage www.shop.rewe.de können die gewünschten Waren mit einem Mindestbestellwert von 50 Euro ausgewählt und mit einem passenden Liefertermin zwischen 7 und 22 Uhr versehen werden.

Verstärkte Nachfrage seit Beginn der Pandemie

„Im Online-Bereich verzeichnen wir seit Ausbruch der Corona-Pandemie eine verstärkte Nachfrage“, sagt Unternehmenssprecher Thomas Bonrath. „Der Lieferservice, aber auch der Abholservice haben wegen der damit verbundenen reduzierten Kontaktsituationen an zusätzlicher Attraktivität für Neu- und Stammkunden gewonnen.“

Das kann der Rewe-Markt von Thieß Passon im Ahrensburger Neubaugebiet Erlenhof bestätigen. „Die Nachfrage nach unserem Abholservice, bei dem die Lebensmittel vom Kunden online bestellt und dann bei uns fertig gepackt abgeholt und bezahlt werden können, hat zugenommen“, sagt Annalene Ruch. „Zu Weihnachten hatten wir sogar Vorlaufzeiten von ein bis zwei Wochen.“

Bei Edeka in Glinde wird binnen drei Tagen geliefert

Bei den Edeka-Märkten im Kreis hingegen entscheidet der Inhaber selbst, ob er einen Lieferservice anbieten möchte. „Ein Lieferservice ist für uns nicht ausreichend rentabel, wir haben bisher auch wenig Nachfrage“, sagt Claus-Uwe Hansen vom Edeka-Markt Martens in Ammersbek. „Für Auslieferungen bräuchten wir ein Lieferfahrzeug mit Kühlmöglichkeiten, das ist kostenintensiv.“

Der Edeka-Markt Reinhardt in Siek ist hingegen nach eigenen Angaben mit der Belieferung der beiden Seniorenwohnanlagen Rosenhof im benachbarten Großhansdorf voll ausgelastet und hat nicht genügend Personal, um weitere Privatkunden beliefern zu können.

Dennis Meyer von Edeka Meyer in Glinde bietet aufgrund der verstärkten Nachfrage ebenfalls einen Lieferservice an: „Wir nehmen die Bestellung mit einem Mindestbestellwert von 25 Euro telefonisch entgegen und liefern den Einkauf binnen drei Tagen ins Haus. Die Kunden können die Rechnung dann über Paypal bezahlen.“

Süllau liefert nur an Gewerbekunden

Bei Edeka Süllau mit Filialen in Bargteheide, Trittau, Mölln und Ratzeburg gibt es den Lieferservice zwar auch, aber nicht für Privatkunden. „Wir beliefern Kitas und auch Gewerbekunden, die bei uns regelmäßig ordern. Für alles, was darüber hinaus geht, haben wir weder ausreichend personelle Ressourcen, noch die räumlichen Kapazitäten“, sagt Eric Süllau.

Im Zuge der Corona-Pandemie habe man das Thema zwar intern diskutiert. Doch zum einen seien die entsprechenden Anfragen seitens der Kunden überschaubar geblieben. Zum anderen würde der Lieferservice für eine Vielzahl von Privatkunden das Unternehmen vor erhebliche logistische Herausforderungen stellen.

„Zum professionellen Kommissionieren der georderten Waren in deutlich erweitertem Umfang bräuchten wir größere Logistik-, Lager- und geeignete Nebenflächen, die wir in keiner unserer fünf Filialen haben“, erklärt Süllau. Deshalb konzentrierten sich die Teams an den einzelnen Standorten lieber auf „eine saubere Leistung in den Läden“, die von den Kunden ohnehin sehr gern aufgesucht würden.

Discounter Aldi und Lidl bieten prinzipiell keinen Lieferservice

Die Discounter Lidl und Aldi bieten den Lieferservice von Waren des täglichen Bedarfs prinzipiell nicht an, wie Sprecher der Unternehmen auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilten. In den Famila- und Markant-Märkten der Kieler Unternehmensgruppe Bartels-Langness (Bela) dürfen die Filialleiter entscheiden, ob Privatkunden auf Bestellung beliefert werden. So etwa im Stormarner Reinfeld, sowie in Ratzeburg, Groß Grönau, Krummesse und Berkenthien im Herzogtum Lauenburg. „Zwar gibt es auch vereinzelt Famila-Filialen in Ostholstein und Kiel, die diesen Service anbieten, nicht aber in Stormarn und dem Herzogtum Lauenburg“, so Bela-Sprecherin Annika Rosengarth.

Verzicht aus Fürsorge gegenüber Mitarbeitern

Für Hans-Jürgen Studt, Filialleiter der Famila-Dependance in Ahrensburg, verbietet sich ein Lieferservice in Corona-Zeiten schon aus Fürsorge gegenüber den Mitarbeitern. „Wir machen das nicht. Es gibt zwar die Nachfrage von Kunden, aber wir wollen das unseren Mitarbeitern nicht zumuten. Sie sind schon durch die täglichen Kontakte im Markt belastet und sollen nicht noch in fremde Häuser gehen müssen“, so Studt.

Auch die Famila-Filialen in Bargteheide und Reinbek verzichten auf Lieferungen frei Haus. „Mir fehlt es an Mitarbeitern dafür und einen speziellen Lieferwagen müsste ich auch beschaffen“, sagt der Reinbeker Filialleiter Harald Laube. Außerdem sei die Ansteckungsgefahr im Markt deutlich geringer, weil sich die Kunden auf der vorhandenen Marktfläche einfach besser verteilen könnten.

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