Ahrensburg

Ladendieb verurteilt – bereits einen Tag nach den Taten

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Das Amtsgericht in Lübeck hat den in Ahrensburg festgenommenen Ladendieb im beschleunigten Verfahren verurteilt.

Das Amtsgericht in Lübeck hat den in Ahrensburg festgenommenen Ladendieb im beschleunigten Verfahren verurteilt.

Foto: picture alliance / dpa

44-Jähriger wurde Dienstag gleich zweimal erwischt. Am Mittwoch verhängte das Amtsgericht eine Bewährungsstrafe – im Schnellverfahren.

Ahrensburg.  Eine bekannte Redensart lautet: Die Strafe muss der Tat auf dem Fuße folgen. Nicht selten werden die Strafverfolgungsbehörden und die Justiz dafür kritisiert, dass genau dies nicht passiert. Und so ist es schon etwas Besonderes, das sich in dieser Woche in Ahrensburg beziehungsweise Lübeck zugetragen hat. Denn nur einen Tag nach den Taten und der Festnahme wurde ein Ladendieb bereits verurteilt – zu einer Haftstrafe auf Bewährung.

Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft wurde ein 44 Jahre alter Mann am Dienstag, 27. Oktober, von der Ahrensburger Polizei vorläufig festgenommen, nachdem er an dem Tag gleich zweimal bei einem Ladendiebstahl erwischt worden war. Zunächst hatte er gegen 9 Uhr in einem Geschäft in der Klaus-Groth-Straße die erste Tat begangen und wurde gefasst. Nach erkennungsdienstlicher Behandlung bei der Kriminalpolizei in Ahrensburg dürfte er die Wache wieder verlassen.

Kurz nach der Freilassung beging er den nächsten Ladendiebstahl

Offenbar unbeeindruckt von den Maßnahmen der Staatsgewalt marschierte er kurz darauf direkt in den nächsten Laden, einen Supermarkt an der Großen Straße. Gegen 12 Uhr beging er dort ebenfalls einen Ladendiebstahl und wurde wieder ertappt.

Die alarmierten Polizisten nahmen ihn nun vorläufig fest und behielten den Mann, der keinen festen Wohnsitz hat, in Polizeigewahrsam. Grund: Die Staatsanwaltschaft entschied, die sogenannte Hauptverhandlungshaft und die Verhandlung im beschleunigten Verfahren zu beantragen.

Am Ende war der Täter ganz kleinlaut

Dann ging alles ganz schnell. „Die Hauptverhandlungshaft in der Justizvollzugsanstalt Lübeck blieb dem Mann erspart, da das Amtsgericht Lübeck bereits am Mittwoch die Hauptverhandlung im beschleunigten Verfahren gegen den 44-Jährigen durchführte“, so Oberstaatsanwältin Ulla Hingst. Dort wurde er wegen gewerbsmäßigen Diebstahls in zwei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Monaten verurteilt. „Die Vollstreckung der Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt, weil es sich um die erstmalige Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe gehandelt hat“, so Ulla Hingst.

Von dieser Strafe, die sprichwörtlich auf dem Fuße folgte, zeigte sich der Mann nach Auskunft von Polizei und Staatsanwaltschaft nun deutlich mehr beeindruckt. Der Richter habe ihn mit den Worten verabschiedet, dass er hoffe, den Angeklagten nicht wiederzusehen. Dies habe der Mann dann auch kleinlaut versprochen.

( HA )

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