Schutzmaßnahmen-Gegner

Ahrensburgs Bürgermeister „sehr besorgt“ über Demo

Bürgermeister Michael Sarach wirbt für die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen.

Bürgermeister Michael Sarach wirbt für die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen.

Foto: Ralph Klingel-Domdey

Initiator ist Begründer eines „Querdenken“-Ablegers in Schlossstadt. Michael Sarach appelliert an Bürger, sich an Auflagen zu halten.

Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach blickt „mit großer Sorge“ auf die „Querdenker“-Demo vom vergangen Sonnabend (wir berichteten). Mehr als 80 Teilnehmer hatten vor dem Rathaus der Schlossstadt gegen die von der Regierung eingeführten Coronavirus-Schutzmaßnahmen protestiert. Angemeldet hatte die Kundgebung der Ahrensburger Gregor Kopka, Begründer des Ablegers von „Querdenken“ in der Schlossstadt. Der in Stuttgart entstandenen Initiative wird eine Nähe zu Verschwörungstheoretikern und rechten Gruppen vorgeworfen.

Verweigerer handeln unverantwortlich

„Das Grundgesetz garantiert uns das Recht auf freie Meinungsäußerung, das müssen wir auch bei Haltungen akzeptieren, die uns fremd sind“, sagt der Bürgermeister zum Abendblatt. Dennoch habe er mit dem Gegenstand der Demonstration Probleme. „Menschen, die sich den Corona-Schutzmaßnahmen verweigern, handeln meiner Meinung nach unverantwortlich“, sagt der Verwaltungschef und fügt hinzu: „Ich wünsche mir, dass sich andere nicht davon beeinflussen lassen.“ Bedauerlicherweise nutzen Verschwörungstheoretiker und andere Redner mit zweifelhaftem Weltbild derartige Veranstaltungen als Plattform, so der Bürgermeister.

Mit Blick auf die seit der vergangenen Woche geltende Maskenpflicht in der Ahrensburger Innenstadt appelliert der Bürgermeister: „Ich bitte alle Ahrensburgerinnen und Ahrensburger, sich dringend an diese und die anderen Auflagen zu halten.“ Sie seien der einzige Weg, um der rasanten Ausbreitung des Coronavirus noch Einhalt zu gebieten.

Kaum Masken bei Protestveranstaltung

Bei der Kundgebung am Sonnabendvormittag hatten mehrere bekannte Größen aus der Szene der Schutzmaßnahmen-Gegner gesprochen, darunter der Hamburger Mediziner und Maskenverweigerer Dr. Walter Weber. Der Internist ist in rechten Kreisen bekannt. Im Jahr 2000 hatte er für Schlagzeilen gesorgt, als er einer 66-Jährigen eine „Angststörung“ wegen „Furcht vor schwarzen Menschen“ bescheinigte. Eine Maske trug bei der Protestveranstaltung kaum jemand.

( fsn )

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