Unterhaltungsbranche

Musiknacht-Veranstalterin plant Konzertreihe in Ahrensburg

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Elvira Nickmann
Leisten ihren Beitrag dazu, dass die Konzertreihe stattfinden kann (v. l.: Nico Baker, Felizitas Schleifenbaum, Thomas Sievers, Bernard Bonnin, Tom Schleifenbaum und Steve BakerMusiknacht Konzerte 2020

Leisten ihren Beitrag dazu, dass die Konzertreihe stattfinden kann (v. l.: Nico Baker, Felizitas Schleifenbaum, Thomas Sievers, Bernard Bonnin, Tom Schleifenbaum und Steve BakerMusiknacht Konzerte 2020

Foto: Elvira Nickmann

Felizitas Schleifenbaum will Künstlern ein Forum und dem Publikum Kultur bieten. Hygienekonzept wird an die aktuelle Lage angepasst.

Ahrensburg. Ihre Pläne für die 14. Musiknacht Ahrensburg musste Veranstalterin Felizitas Schleifenbaum wegen der Pandemie für dieses Jahr begraben. Im Nachgang erhielt sie viele Rückmeldungen von Besuchern, die die Absage des über die Grenzen Stormarns hinaus bekannten Festivals bedauerten. Zusammen mit der Tatsache, dass viele Musiker wegen fehlender Auftritte zunehmend in Schwierigkeiten gerieten, sorgte das dafür, dass die Veranstalterin nach Möglichkeiten für ein neues Format suchte. Eines, das auch in Corona-Zeiten umgesetzt werden konnte.

Mundharmonika-Ikone Steve Baker kommt mit Band

Herausgekommen ist eine Konzertreihe mit fünf Terminen. Zur Vorstellung des Programms hat Felizitas Schleifenbaum Musiker Steve Baker mitgebracht. Für den Mundharmonika-Virtuosen lief das Jahr alles andere als optimal. Rund 50 seiner Auftritte wurden abgesagt. Er hatte bislang keine Gelegenheit, die Songs seines im März erschienenen Albums „The Great Divide“ live vor Publikum zu spielen.

Umso mehr freut sich der Profimusiker auf das Doppelkonzert am Sonnabend, 28. November (20 Uhr), im Alfred-Rust-Saal. Dann können er und seine Band The LiveWires endlich wieder auf der Bühne stehen und Bakers eigenwillige Songs performen. Sie bewegen sich im Spannungsfeld zwischen britischem Beat, funkigem New-Orleans-Groove, Rock und modernem Blues. Als zweiter Act des Abends wollen Blues-Interpret Abi Wallenstein und Martin Röttger am Cajon das Publikum mit einem Mix aus tief empfundenen Blues, wildem Boogie, schrägem Rock und emotionalen Balladen begeistern.

Musiker sind froh über Gelegenheit zum Auftritt

Baker sagt: „Für die Band haben die vergangenen Monate ein finanzielles Desaster bedeutet.“ Während viele Kulturbetriebe weiterhin Geld erhielten, gebe es für die Solo-Selbstständigen unter den Kulturschaffenden keinerlei staatliche Unterstützung. Für diesen Missstand findet der Musiker deutliche Worte und warnt: „Wenn sich das nicht ändert, könnte unsere Art Kultur ganz schnell aufhören zu existieren.“

Schleifenbaum stimmt ihm zu, sagt: „Wir tun das jetzt einfach, lassen uns nicht unterkriegen.“ Solidarität sei gefragt. „Deshalb bezahlen wir keine Gagen, sondern werfen diesmal alle Einkünfte in einen Topf.“ Daraus erhalte jeder der Beteiligten nach Abzug der Ausgaben dieselbe Summe.

Den Auftakt macht ein texanisch-hannoversches Duo

180 Gäste können nach derzeitigem Stand die Konzerte im Alfred-Rust-Saal miterleben. Drei sind in dieser Spielstätte geplant. Für zwei weitere hat Thomas Sievers, Inhaber von M&S Antiquitäten, seine Räume kostenfrei zur Verfügung stellt. Sie liegen schräg gegenüber dem Marstall, bieten Platz für 50 Besucher. Den Auftakt zur Konzertreihe macht das texanische Energiebündel Elizabeth Lee, diesmal im Duo mit dem Hannoveraner Gitarristen Martin Hauke.

Auf dem Programm am Sonntag, 8. November (16 Uhr), stehen Acoustic Southern Rock und Blues, vorgetragen mit Lees unverwechselbarer Stimme und einem Gitarrensound, der an die Weite der texanischen Prärie erinnert. Schleifenbaum sagt: „Bei den Veranstaltungen an diesem Ort probieren wir eine andere Startzeit aus.“ Ein Vorteil: Die Zuschauer könnten nach dem Konzert rechtzeitig zum „Tatort“ wieder zu Hause sein.

The Rattles feiern Bühnenjubiläum mit einem Konzert

Weiter geht es am Sonnabend, 14. November, mit der Kultband The Rattles im Alfred-Rust-Saal. „Die Rattles feiern ihr 60. Bühnenjubiläum“, sagt die Organisatorin. „Und jetzt ist die erste Gelegenheit für ein passendes Konzert.“ Die Band sei legendär. „Ich habe kürzlich erst wieder in die Songs reingehört, das ist richtig gute Mucke“, schwärmt Schleifenbaum.

Am Sonntag, 22. November (16 Uhr), bringen der preisgekrönte Gitarrist Michael van Merwyk und Perkussionist Yogi Jockusch bei M&S Antiquitäten ihren ganz eigenen Stilmix zu Gehör, den sie als Americana Euro Style bezeichnen. Steve Bakers Frau Nico lobt van Merwyk als exzellenten Geschichtenerzähler. „Ich schätze seine auf Englisch geschriebenen Texte sehr“, sagt die Künstleragentin.


Zum guten Schluss: alter Bekannter und ungewöhnliche Band

Abschluss der Reihe ist am Sonnabend, 19. Dezember (20 Uhr), mit einem weiteren Doppelkonzert im Alfred-Rust-Saal. Singer-Songwriter Joel Havea ist schon fast ein alter Bekannter in Ahrensburg. Er vermittelt mit seinen Songs ein unbeschwertes Lebensgefühl. Bassist Arnd Geise sorgt fürs rhythmische Fundament.

Als Zweite kommen Robert Carl Blank & The String Poets auf die Bühne. Das Quartett spielt Kammerpop mit Folk- und Soul-Attitüden mit Gitarre, Cello, Violine und Percussion.

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