Handball: Stader Kreisderby endet mit einem 31:31

Dieses Unentschieden geht in Ordnung

Gastgeber Beckdorf verspielt vor 400 Besuchern Sechs-Tore-Vorsprung gegen Fredenbeck.

Beckdorf/Fredenbeck. Die 400 Fans waren zufrieden, die Trainer Uwe Inderthal und Ralf Böhme auch. Die Handballer vom SV Beckdorf und VfL Fredenbeck waren vor allem eins: erschöpft. Sie hatten alles gegeben. Die Gastgeber aus Beckdorf konnten 45 Minuten lang überzeugen, dann ging ihnen die Puste aus. Der VfL Fredenbeck hatte in der Schlussphase sechs Tore aufgeholt. Am Ende stand ein 31:31 (18:15)-Unentschieden in einem packenden Regionalliga-Kreisderby zu Buche, mit dem alle Beteiligten leben können.

Zehn Minuten nach der Halbzeitpause schien der SV Beckdorf in eigener Halle den Sieg schon in der Tasche zu haben. Mit 25:19 betrug der Beckdorfer Vorsprung sechs Treffer. Dass selbst er zu diesem Zeitpunkt nicht mehr an einen Sieg oder Unentschieden seiner Mannschaft glaubte, räumte Fredenbecks Trainer Ralf Böhme später ein. Am Sonnabend muss er mit seinem Team in der vierten Bremer Pokalrunde zum TV Schiffdorf (18.30 Uhr).

Maßgeblichen Anteil am starken Auftritt des SV Beckdorf hatte neben Stefan Völkers und Till-Oliver Rudolphi, der sein bestes Spiel machte, Neuzugang Mario Allendörfer vom Bundesligisten HSG Wetzlar (Hessen). Der "Neue" führte sich gut ein, erzielte nach zwei Minuten den ersten von insgesamt sechs Treffern für seinen neuen Verein. Am Ende ließen beim 24 Jahre alten Rückraumspieler die Kräfte genauso nach, wie bei seinen Mitstreitern. Im Hinspiel war der SV Beckdorf in der Geestlandhalle bereits nach gut 20 Minuten eingebrochen. Nicht nur deshalb war Trainer Uwe Inderthal letztlich zufrieden. "Das war ein Anfang", sagte er mit Blick auf den Abstiegskampf in den nächsten Wochen, "wenn wir so weiter machen und mit Klaus Meinke und Benjamin Murray zwei weitere Alternativen haben, können wir es schaffen." Es komme darauf an, die direkten Vergleiche mit den Mitabstiegskandidaten zu gewinnen und auswärts in Wolfen, Naumburg oder Bremervörder den einen oder anderen Punkt zu entführen. Ralf Böhme würde es begrüßen, wenn der SV Beckdorf die Liga hält. "Dann haben wir auch im nächsten Jahr volle Hallen und packende Derbys", so Böhme, "wir mussten uns ins Spiel kämpfen."

Ganz zum Schluss ging es hoch her in der Sporthalle Auf dem Delm. Fünf Minuten vor dem Abpfiff erzielt Cedric Koch den Ausgleich zum 29:29 und sogar die Führung. Markus Bowe und Stefan Völkers, die besten Werfer des Gastgebers, schaffen die erneute Beckdorfer 31:30-Führung. Fredenbecks Marcin Miac gleicht aus. Ein Fehlpass von Rudolphi, Martin Stumps scheitert an Thorsten Detjen. Die Zeit war um, ein direkter Freiwurf von Allendörfer, der bei seinem ersten Auftritt in Beckdorf zum Helden hätte werden können, doch er zielte über das Tor.

Die Tore, SV Beckdorf: Markus Bowe (9/3) , Stefan Völkers (7), Mario Allendörfer (6) , Michael Krupski, Till-Oliver Rudolphi (je 3), Hendrik Klindworth (2) und Claudio Rehmet (1); VfL Fredenbeck: Pascal Czaplinski (6), Maik Heinemann (5/4), Martin Stumps, Cedric Koch, Marcin Miac (je 4), Michael Schmidt (4/1), Peter Dettling (3) und Birger Tetzlaff (1)