Aktion

Stadtlauf in Buchholz: Das Risiko trägt der Cheforganisator Arno Reglitzky

Eigentlich ist es ja noch eine ordentliche Zeitstrecke bis zum 11. Buchholzer Stadtlauf, der am Sonntag, 21. Juni, gestartet wird. Im Vorjahr konnte erstmals die "Schallmauer" von 3000 Läufern durchbrochen werden - zum zehnjährigen Bestehen.

Buchholz - Eigentlich ist es ja noch eine ordentliche Zeitstrecke bis zum 11. Buchholzer Stadtlauf, der am Sonntag, 21. Juni, gestartet wird. Im Vorjahr konnte erstmals die "Schallmauer" von 3000 Läufern durchbrochen werden - zum zehnjährigen Bestehen. "Wir hatten 3029 Teilnehmer", sagt Cheforganisator Arno Reglitzky. Und wer ihn kennt, weiß, dass er alles daran setzt, den Jubiläumsrekord in zwei Monaten zu überbieten.

Deshalb werden schon jetzt die Werbetrommeln gerührt. 300 große Plakate zieren die Straßen und Geschäfte in Buchholz. Beim Hamburg-Marathon am 26. April werden 15 Helfer aus der Nordheide 5000 Flyer verteilen. "Wir haben mit unserem Hauptsponsor Möbel Kraft eine langjährige freundschaftliche Verbindung und eine klasse Unterstützung", sagt Arno Reglitzky und spielt mit einem verschmitzten Lächeln auf den neuen Marathon-Sponsor in der Hansestadt an: "Es freut uns, dass Hamburg uns kopiert und wir hoffen, dass Buchholz künftig nicht auf der Strecke bleibt." Die Sorgen sind in diesem Jahr unbegründet. Das Möbelhaus spendiert die 3500 T-Shirts für alle Teilnehmer, die zudem auch Medaillen und Urkunden bekommen. Erwachsene, die sich bis zum 30. April anmelden, bezahlen zwölf Euro, Kinder acht Euro. Wer erst am 21. Juni nachmeldet, zahlt zehn Euro drauf.

"Mehr als 3000 Menschen, davon die Hälfte Kinder, durch das Stadtzentrum rennen zu lassen, ist nun einmal teuer", sagt Arno Reglitzky, "allein die Absperrung kostet rund 10 000 Euro, die Beschallung mit mehr als 30 Lautsprechern an der Strecke und die Chip-Zeitmessung an den Schuhen noch einmal jeweils 10 000 Euro." Die festen Kosten sind auf fast 70 000 Euro angewachsen. In dieser Summe sind die 3500 T-Shirts von Möbel Kraft nicht enthalten. Und wenn trotz aller scharfer Kalkulation und Kostenkontrolle am Ende ein Minus bleibt? "Dann steht dafür die Familie Reglitzky gerade", bestätigt das Familienoberhaupt, "im Vorjahr sind wir mit 150 Euro davon gekommen."

Das allerdings ist in der Gesprächsrunde mit Vertretern der Hauptsponsoren ein Punkt, an dem Wilfried Wiegel, Marketingleiter der Sparkasse Harburg-Buxtehude, einhakt. "Das Motto unserer Sparkasse ist 'Aus Nähe wächst Vertrauen'. Wenn es noch einmal ein Minus gibt, werden wir diesen Spruch auch mit Leben erfüllen. Ich denke, dann sollten wir Sponsoren dafür gerade stehen."

Der Stadtlauf mit seinen bis zu 20 000 Zuschauern ist längst zu einer fröhlichen und lebendigen Werbebotschaft für die ganze Stadt geworden. Wie sehr das ins Bewusstsein gedrungen ist, belegt Arno Reglitzky mit einem Rückblick. "Als wir das erste Mal zur Stadtverwaltung mit der Idee eines Volkslaufes durch die Stadt kamen, haben die gesagt: Macht das doch im Wald, da stört ihr niemanden."

Längst bekommen die beiden ausrichtenden Sportvereine TSV Buchholz 08 und Blau-Weiss jede Unterstützung von Behörden und Polizei. Die Stadt Buchholz gibt 4000 Euro zum Etat dazu. Die Beträge, die von Sparkasse, Wochenblatt, Buchholzer Stadtwerken, der Firma Killtec-Sportswear und von Möbel Kraft kommen, seien schon erheblich höher, deutet Arno Reglitzky an. Und dann ist da ja auch noch der Kuchen, den Buchholzer Hausfrauen stiften. Der muss verschenkt werden, weil sonst das Finanzamt misstrauisch wird. Spenden aber dürfen die beiden Vereine entgegennehmen. (nos)