Verkehrsplan

Ein zweiter S-Bahnhof für Buxtehude?

Der Bahnhof Buxtehude

Der Bahnhof Buxtehude

Foto: Juliane Rittmeier / HA

Im neuen Verkehrsentwicklungsplan, den die Verwaltung als Entwurf erstmals präsentiert hat, stecken spektakuläre Vorschläge.

Buxtehude. Etliche Text-Stelltafeln mit Projektvorschlägen, dazu viele bunte Pfeile auf großen Karten: Auf ersten Blick erschließt sich nicht sofort, wie sich Verkehrsplaner den Stadtverkehr der Zukunft in Buxtehude vorstellen.

Doch in dem neuen „Verkehrsentwicklungsplan“ (VEP), den die Verwaltung jetzt als Entwurf erstmals öffentlich mit einer größeren Ausstellung präsentiert hat, stecken bei näherer Betrachtung dann doch einige spektakuläre Vorschläge für die Kommunalpolitik.

„Es ist ein strategischer Plan“

„Es ist ein strategischer Plan, den wir aber bis Ende des Jahres auf den Weg gebracht haben wollen“, sagte dabei Stadtbaurat Michael Nyveld. Etliche Maßnahmen sind dabei aufgeführt, die in den nächsten zehn bis 15 Jahren umgesetzt werden könnten – oder eben auch nicht.

So zum Beispiel im Bereich öffentlicher Nahverkehr: Um den Autostrom der S-Bahn-Pendler zum zentralen Buxtehuder Bahnhof zu entzerren, schlägt der jetzt vorgestellte VEP-Entwurf sogar zwei zusätzliche neue Bahn-Haltepunkte in Buxtehude vor: einen S-Bahnhof im Osten Richtung Neu Wulmstorf.

Und auch noch einen weiteren am Ortsausgang Richtung Apensen für die kleine Regionalbahn EVB, die viele Gemeinden mit dem Buxtehuder Bahnhof verbindet.

Völliger Umbau der zentralen Bahnhofstraße

Im Bereich Kfz-Verkehr gibt es in dem Plan zudem zwei Ideen, die den Straßenverkehr in der Stadt sehr deutlich ändern würden: Zum einen ist es ein völliger Umbau der zentralen Bahnhofstraße zu einem Verkehrsraum, der vor allem Fußgängern und Radfahrern gerecht wird und künftig möglichst autofrei sein sollte.

Zudem soll dem Plan zufolge das Radwegenetz der Stadt weiter ausgebaut werden – womit der Autoverkehr an der einen oder anderen Stelle abgebremst werden könnte. Das jedenfalls hatten erste Maßnahmen am Ottensener Weg gezeigt, wo jetzt Radfahrstreifen auf der Fahrbahn verlaufen.

Eine wichtige Verknüpfung sieht der VEP indes für den Kfz-Verkehr im Osten der Stadt an der B73 vor – als lila Pfeile in der Karte dargestellt.

Anschluss an die A26

Dort könnte es zum dortigen Gewerbegebiet hin eine neue Abfahrt geben. Damit erhoffen sich die Planer, dass Durchgangsverkehr aus der inneren Stadt geleitet wird - vor allem Blick auf einen künftigen Anschluss an die A26, die zwischen Buxtehude und Neu Wulmstorf gerade gebaut wird.

Doch wie umsetzungsfähig ist das Ganze? Buxtehudes Verkehrsplaner Johannes Kleber jedenfalls, versucht die Erwartungen auf ein realistisches Bild zu setzen. „Noch sind das alles Ideen, die diskutiert und dann von der Politik auch noch beschlossen werden müssten“, sagt er.

Tatsächlich dürften auch Fragen der Finanzierung längst noch nicht geklärt sein. So muss man nicht viel Fantasie aufbringen, um sich vorzustellen, dass beispielsweise ein zusätzlicher S-Bahnhalt ein eher langfristiges Projekt sein dürfte. Andere Kommunen und auch der Hamburger Verkehrsverbund dürften da ein kräftiges Wort mitreden wollen, zumal sich Fahrtzeiten dann auch verlängern würden.

Anders ist die Lage indes bei kleineren Maßnahmen wie einer autofreie Bahnhofstraße: Dazu gibt es im Stadtrat längst Anträge der örtlichen Politik und einen Eingriff dort könnte die Stadt auch im Alleingang beschließen.

Busse und Bahnen, Leihräder und Carsharing-Angebote

Ein bisschen mehr Zukunftsmusik wären dann schon die „Multimodalen Verknüpfungspunkte“, die an gleich vier Stellen geplant sind. Gemeint sind damit Punkte, wo es mehrere Angebote und Umsteigemöglichkeiten gibt: Busse und Bahnen- aber auch Leihräder und Carsharing-Angebote. Bisher ist dieses Angebot eher dünn: Am Bahnhof sieht der geneigte Beobachter des Buxtehuder Stadtverkehrs hin und wieder ein einzelnes Carsharing-Auto. Und ein städtisches Leihradsystem fehlt gänzlich. Aber das alles kann ja noch kommen.