Graffiti-Künstler dürfen auf einer Flutschutzmauer legal sprühen

Harburg. Der Weg zu Hamburgs größter öffentlicher legaler Wand zur freien künstlerischen Gestaltung mit Dose, Rolle oder Pinsel ist frei: Das Projekt "GroßstadtRaum" darf nun doch die Flutschutzmauer am Bostelbeker Hauptdeich in Harburg zum Kunstwerk machen. Der zuständige Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) hat seine bisher ablehnende Haltung aufgegeben. Das hat die Behörde der Harburger SPD-Fraktion mitgeteilt.

Der Kulturausschuss der Bezirksversammlung Harburg hatte das Projekt "GroßstadtRaum" befürwortet. Dennoch sperrte sich der LSBG zunächst weiter dagegen. Das Umdenken setzte nach einem Schreiben des Kulturausschussvorsitzenden Heinz Beeken (SPD) an die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation ein. Beeken bat darin die übergeordnete Behörde, auf die Haltung ihres Landesbetriebs einzuwirken.

Bisher hatte der LSBG stets argumentiert, eine großflächige Bemalung würde die Inspektion der Schutzmauer erschweren. Die Flutschutzmauer am Bostelbeker Hauptdeich ist allerdings jetzt schon an den meisten Stellen "wild" bemalt.

Seit Neuestem sieht der LSBG das Kunstprojekt als nützlichen Feldversuch, die "Auswirkungen und Erschwernisse zum Beispiel auf die Bauwerksprüfungen beobachten" zu können. Außerdem hofft die Behörde, dass die kontrollierte künstlerische Gestaltung der Hochwasserschutzwand "wilde Graffitis" eindämmt.

Das Kunstprojekt sieht vor, die gesamte Länge auf beiden Mauerseiten, insgesamt etwa 1500 Meter, zu nutzen. Damit könnte Harburg die East Side Gallery in Berlin in den Schatten stellen. Initiatoren von "GroßstadtRaum" sind der Veranstaltungskaufmann Alexander Grieschat, 27, und der Diplom-Pädagoge Nandor Olah, 33. Die beiden Heimfelder wollen ein kontrolliertes Bemalen am Bostelbeker Hauptdeich, auch von internationalen Künstlern, organisieren.