Kommentar

Stolpersteine für die Demokratie

Erschreckend ist der Widerstand, den der Kommunalpolitiker Jörn Lütjohann bei seinem Werben für Stolpersteine in der Elbmarsch erfährt, dass er im Internet diffamiert, verunglimpft und bedroht wird. Der Widerstand ist aber leider auch nicht verwunderlich.

Dass es der rechten Szene ein Dorn im Auge sein würde, die Gedenksteine Gunter Demnigs gegen das NS-Verbrechen so wie in Stade, Lüneburg, Winsen oder Hamburg auch in der Elbmarsch zu verlegen, war zu erwarten. Und genau dieser rechte Protest zeigt, dass es richtig und notwendig ist, die Erinnerung an die Verbrechen des NS-Staates wachzuhalten. Denn das rechte Gedankengut ist immer noch stärker in der Gesellschaft verbreitet als viele vermuten - auch im Landkreis Stade. Der gilt seit Jahren als ein Stützpfeiler für die rechte Szene, denn in mehreren Kommunalräten sitzen seit Jahren Politiker, die rechtes Gedankengut vertreten.

Dass Vertreter rechter Parteien immer wieder in die Räten kommen, ist nur möglich, weil sich diese Politiker seit Jahrzehnten auf den Rückhalt ihrer Gesinnungsgenossen im Kreis Stade verlassen können. Das rechte Gedankengut kann nur und muss daher mittels beständiger Aufklärungsarbeit über die Verbrechen der NS-Zeit bekämpft werden. Die Stolpersteine tragen einen erheblichen Anteil dazu bei. Die Elbmarsch sollte daher auch das Projekt konsequent unterstützen.