Schulanfang: Vorsicht im Straßenverkehr

Achtung, Autofahrer! Jetzt kommen die Kleinen

Mit der Schultüte beginnt auch im Straßenverkehr der Ernst des Lebens: Am Sonnabend werden Hunderte Abc-Schützen im Kreis Stade eingeschult.

Stade/Buxtehude. Es wird spannend in den folgenden Wochen für Kinder, Eltern und Autofahrer. Denn am Sonnabend beginnt für Hunderte Schulanfänger im Kreis Stade der Ernst des Lebens. Während für die Abc-Schützen so aufregende Sachen wie Rechnen- und Schreibenlernen auf dem Stundenplan stehen, müssen sich Verkehrsteilnehmer in den kommenden Wochen auf die jüngsten Verkehrsteilnehmer einstellen.

Verkehrswacht, Polizei, ADAC und Schulen rufen Autofahrer zu erhöhter Aufmerksamkeit auf. "Kinder sind keine kleinen Erwachsenen", sagt Wolfgang Cordes, Verkehrssicherheitsberater der Polizei Stade. "Niemand kann von ihnen die gleiche Kompetenz im Straßenverkehr erwarten wie bei Erwachsenen. Deswegen sei in den kommenden Wochen Aufgabe der Autofahrer und Eltern, dafür zu sorgen, dass die Schulanfänger sicher zur Schule und wieder nach Hause kommen. Eltern und Großeltern sollten spätestens jetzt beginnen, den Schulweg mit den Kindern zu üben, sagt Polizeisprecher Rainer Bohmbach. Und das empfehle sich nicht nur bei den Abc-Schützen, sondern auch bei den Kindern, die von diesem Schuljahr an in eine andere Schule gehen. Autofahrer sollten sich darüber bewusst sein, dass die Kinder morgens wie nachmittags unaufmerksam seien können. "Morgens passen sie oft nicht gut auf, weil sie müde sind und nachmittags dann, weil sie aufgedreht sind. Besonders bei größeren Gruppen von Kindern müssten die Autofahrer gut aufpassen. "Wenn sich die Kinder auf dem Fußweg kabbeln, könnten sie sich etwa gegenseitig auf die Straße schubsen."

Autofahrer sollten sich zusätzlich auf Verkehrskontrollen einrichten. "Wir werden uns in der Nähe von Grundschulen vermehrt mit mobilen Blitzern auf die Lauer legen", sagt Verkehrssicherheitsberater Cordes. Zudem müssten Eltern damit rechnen, dass die Polizei ein Auge auf die Sicherung von Kindern in Autos werfen wird.

Aktionen wie das Aufsprühen gelber Füße an gefährlichen Stellen und das Verteilen von Reflexkragen für Schüler - initiiert vom Landkreis - hätten sich in den vergangenen Jahren bewährt. "Wir haben kaum Unfälle mit Schulanfängern", sagt Bohmbach. Positiv sei zudem, dass es seit 2005 keine tödlichen Unfälle mit Kindern gegeben habe.

Am Dienstag, 11. August, richtet die Stader Polizei in Kooperation mit der Verkehrswacht und der Grundschule "Harburger Straße" die Schulanfangsaktion 2009 der Polizeidirektion Lüneburg aus. Am Informationstag stehen um 9.30 und 12.20 Uhr neben generellen Informationen zum Thema Aktionen für Kinder auf dem Programm. So führt die Polizei-Puppenbühne ein Theaterstück vor. Auf einem Kettcar-Parcours dürfen die Kinder an einer Laser-Pistole vorbeirauschen. "Die Aktionen richten sich in erster Linie an die Erst- und Zweitklässler sowie an Eltern und Großeltern von Schulanfängern. "Wir freuen uns aber auch über Kindergartenkinder, die im folgenden Jahr eingeschult werden", sagt Wolfgang Cordes. Die Aktion werde nämlich nur alle paar Jahre im Landkreis angeboten und somit wäre es eine gute Gelegenheit für Eltern und Kinder gleichermaßen.