Weltmeisterschaft der Rasenmäher-Trecker

Für echte Kerle: Mit 25 PS durch den Dreck!

50 Teilnehmer aus ganz Deutschland rattern am Elbdeich über Sprungkuppen, durch Schlammlöcher und enge Kurven.

Krautsand. Im vergangenen Jahr hat Hans-Günter Repinski mit seinem neuen Sportgerät noch den Rasen gemäht. Jetzt nutzt er seine Rasenmäher, um bei einem Wettbewerb für ganze Kerle an den Start zu gehen: Der 53-Jährige leitet das "Gockel Racing Team", das am Himmelfahrtstag die Weltmeisterschaft holen will - die Weltmeisterschaft der Rasenmäher-Trecker-Fahrer auf der Elbinsel Krautsand, seit 1997 Austragungsort dieser etwas anderen Sportart.

Ein Sport ist es tatsächlich, denn die so brav aussehenden Gartengeräte besitzen im Renntrimm Motorleistungen von bis zu 25 PS, laufen an die 100 Stundenkilometer und sind - ihres Mähwerkes beraubt - für den ursprünglichen Einsatzzweck nun garantiert völlig ungeeignet. Dafür meistern die getunten Mäher den schwierigen Rundkurs am Krautsander Elbdeich mit Bravour. Schlammlöcher, Sprungkuppen und enge Kehren weist der Parcours auf, auf dem die rund 50 Teilnehmer aus ganz Deutschland den neuen "Weltmeister" ermitteln. Den Titel hat sich der "Krautsander Race Club" schon vor einigen Jahren schützen lassen. Während andere Veranstalter höchstens den Europa- oder Deutschen Meister küren dürfen, wird auf Krautsand stets an Himmelfahrt die "Weltmeisterschaft" ausgetragen.

Am Anfang soll eine Wette gestanden haben nach dem Motto "Mein Rasenmäher ist schneller als Deiner." Daraus entwickelte sich eine ganz spezielle Schrauber-, Fahrer- und Fan-Szene. Mit Begeisterung sind Einheimische und Gäste seit Jahren bei der Sache. Letztere kommen in Scharen auf die (per Straße erreichbare) Elbinsel. Bis zu 5000 Besucher seien es jedes Jahr, so der Veranstalter. Die Einheimischen wie Hans-Günter Repinski, genannt "Pinschi", und seine Kollegen sorgen fürs Tempo im Matsch.

Gleich vier Trecker setzt der gelernte Kfz-Mechaniker Repinski mit seinem "Gockel Racing Team" ein. Fahrer sind sein Sohn Roman (16), Frithjof Heinrich, Dennis Müller und Thorsten von Holt. Dass einer von ihnen Weltmeister wird, hofft das ganze Team. Schon zweimal waren "Gockel"-Fahrer Weltmeister: 1998 trug sich Ingo Dralle in die Siegerliste ein, zwei Jahre später folgte Svend-Jörk Sobolewski.

Seitdem reichte es für das "Gockel"-Team nicht mehr für WM-Siege, schlimmer noch: In den vergangenen Jahren schnappten auswärtige Starter den Krautsandern die WM vor der Nase weg. Repinski: "Das letzte Quentchen Glück hat gefehlt." Deshalb ist der Ehrgeiz groß: "Wir wollen den Titel auf der Insel behalten." Damit das gelingt, ziehen Repinski und seine Mitstreiter alle Register: Motor-Tuning, ein neuer Auspuff, verlängerter Radstand, Spezialreifen sowie Rammschutz vorn und hinten gehören zu den technischen Finessen, die das Reglement beim "Rennsport des kleinen Mannes" zulässt.

Weltmeister hin, Weltmeister her - ein ganz großes Projekt beschäftigt Teamchef Repinski: "Ich will ins Guinness-Buch der Rekorde mit dem schnellsten Rasenmähertrecker der Welt" - Ziel seien 200 Stundenkilometer Spitze. "Ein bisschen Verrücktheit gehört dazu", räumt er ein. Was die Erfolgsaussichten angeht, ist "Pinschi" allerdings selbst skeptisch: "Das scheitert an den Reifen." Das Training auf Krautsand beginnt an Himmelfahrt um 12.30 Uhr, das erste Rennen wird gegen 13 Uhr gestartet.

www.rasenmaehertrecker.de