Polizei fasst flüchtigen Waffendealer

18 Monate hatte er sich der deutschen Justiz entzogen, 18 Monate lebte er, offenbar unbehelligt, in der Türkei. Doch der flüchtige Waffendealer Yilmaz Y. (35) hat einen Fehler begangen: Er kehrte nach Deutschland zurück.

Stade/Lüneburg/Hamburg - 18 Monate hatte er sich der deutschen Justiz entzogen, 18 Monate lebte er, offenbar unbehelligt, in der Türkei. Doch der flüchtige Waffendealer Yilmaz Y. (35) hat einen Fehler begangen: Er kehrte nach Deutschland zurück.

Jetzt klickten bei seiner Einreise auf dem Hamburger Flughafen die Handschellen - Zielfahnder der Zentralen Kriminalinspektion Lüneburg und Bundespolizisten hatten den Türken, der in Stade aufwuchs, bereits erwartet.

Yilmaz Y. ist das, was man einen "schweren Jungen" nennt: Im Herbst 2007 war er zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden, sechs Haftbefehle liegen gegen ihn vor. Er hatte mit Waffen und Munition gehandelt, sich der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht. Weil er heroinabhängig war, sollte er in die Entgiftung und einen Teil seiner Strafe in einer drogentherapeutischen Einrichtung in Lüneburg verbüßen. Dort hielt er aber nur ein paar Wochen durch: Yilmaz Y. setzte sich in die Türkei ab.

Als er jetzt mit einer Bekannten aus Stade (34) in Hamburg landete, waren die Fahnder vorbereitet: Sie hatten ihn zu keinem Zeitpunkt aus den Augen verloren, seine Kontakte im In- und Ausland überwacht und mit der Stader Polizei eng zusammengearbeitet. "Unabhängig davon, dass er bei seiner Einreise seinen richtigen Namen benutzt hat, waren wir über seine Ankunft informiert", sagt Thomas Mellentin, Sprecher der Zentralen Kriminalinspektion Lüneburg. Möglicherweise droht auch der Freundin von Yilmaz Y. eine Anzeige. "Wir prüfen, ob der Frau Strafvereitelung nachgewiesen werden kann", sagt ein Zielfahnder, der ungenannt bleiben möchte. Yilmaz Y. soll beinahe erleichtert gewirkt haben, als ihn die Beamten in Hamburg abführten. Sein Kommentar: "Gut, dass es jetzt vorbei ist." Eine zunächst seltsame Reaktion, die erfahrenen Polizisten aber durchaus geläufig ist. Der Zielfahnder: "Der Druck, ständig verfolgt zu sein, zermürbt flüchtige Kriminelle wie Yilmaz Y. Die meisten von ihnen sind erleichtert, wenn dieser Druck weg ist." Ob Yilmaz Y. in diesem Moment bewusst war, dass ihm jetzt noch viereinhalb Jahre Gefängnis in Deutschland bevorstehen? (dah)