Sylt

So wurde der Windsurf World Cup in Westerland gerettet

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Philip Köster 2019 bei der 36. Auflage des Windsurf World Cup auf Sylt. Danach folge eine zweijährige Corona-Pause.

Philip Köster 2019 bei der 36. Auflage des Windsurf World Cup auf Sylt. Danach folge eine zweijährige Corona-Pause.

Foto: picture alliance/dpa

Das Event ist weltberühmt. Trotz des Sponsorenrückgangs starten die besten Sportlerinnen und Sportler nach zwei Jahren Pause wieder.

Westerland. Das große Zelt steht schon an der Promenade in Westerland, der Innenausbau hat begonnen. Bis zum Sonnabend sollte der Aufbau der kleinen Zelte für die Aussteller abgeschlossen sein. Spätestens am Abend des 22. September muss alles fertig sein, denn am 23. September, dem Eröffnungstag des „Mercedes-Benz Windsurf World Cup“ auf Sylt, kommt das Ordnungsamt für die Abnahme.

Nach zweijähriger Corona-Pause sollen mehr als 100 Teilnehmer aus 23 Ländern auf der Insel für internationales Sportflair sorgen. Aus deutscher Sicht ist in doppelter Hinsicht Spannung garantiert: Sowohl Lina Erpenstein (25/Aschaffenburg) als auch der gebürtige Hamburger Philip Köster (28) könnten sich auf Sylt die WM-Krone aufsetzen. Die Wettbewerbe laufen bis zum 3. Oktober, der Eintritt ist frei, nur die Kurkarte muss vorgezeigt werden.

Sylt: Windsurf World Cup in Westerland ist gerettet

In den vergangenen Jahren entwickelte sich das Sportevent zum absoluten Publikumsmagnet. 2019 bei der 36. Ausgabe strömten 200.000 Menschen zu der Veranstaltung. Doch dann kam Corona – und Anfang 2022 der Krieg in der Ukraine.

„Wir hatten mit einigen Sponsoren, darunter auch dem Hauptsponsor, die Verträge verlängert“, sagt Birgit Ballhause, „aber alles, was ab Januar oder Februar nicht fix war, konnten wir nicht mehr finalisieren.“ Man kann sagen, dass der Surf World Cup so etwas wie das Baby von Ballhause ist. Sie war 1983 von Anfang an dabei, seit 1990 organisiert sie das Event gemeinsam mit ihrem Co-Geschäftsführer Matthias Neumann von der Hamburger ACT Agency mit Sitz in Winterhude.

Noch im Mai war völlig unklar, ob es den Surf World Cup überhaupt geben würde in 2022, weil die Finanzierung nicht gesichert war. Nachdem der Weltcup 2021 sehr kurzfristig, Ende Juli, abgesagt wurde, war vielen Sponsoren eine Zusage zu riskant. Wer wollte vor einigen Monaten auch sicher prophezeien, ob eine Veranstaltung mit einem großen Partyzelt Ende September durchgeführt werden darf? Zudem wuchs die Unsicherheit durch den Anstieg der (Energie-)Preise.

Sylt: Das Land Schleswig-Holstein unterstützt die Veranstaltung mit 150.000 Euro

Doch das Land Schleswig-Holstein und auch die Sylt Marketing sprangen ein. „Ich freue mich sehr, dass diese tolle Sportveranstaltung nach zweijähriger coronabedingter Pause wieder stattfindet“, sagte Schleswig-Holsteins Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack dem Abendblatt.

„Der Surf World Cup auf Sylt ist weltberühmt und ein echtes Aushängeschild für Schleswig-Holstein. Er passt mit seinem nachhaltigen und klimaschonenden Konzept hervorragend zu den Zielen unseres Zukunftsplans Sportland Schleswig-Holstein. Deswegen unterstützen wir ihn als Innenministerium sehr gerne mit 150.000 Euro.“

Wie in Hamburg, wo der Senat auch Großveranstaltungen mit signifikanten Beträgen mitfinanziert, gibt es auch in Schleswig-Holstein eine Sportstrategie, worauf Sütterlin-Waack hinwies. Und auch die Sylt-Marketing wollte auf jeden Fall vermeiden, die Veranstaltung ein drittes Mal ausfallen zu lassen – die Kernzielgruppe drohte der Insel den Rücken zuzuwenden.

Die Buchungslage soll für den Zeitraum Ende September erst wieder zugelegt haben, als das Event endgültig gesichert war. Jetzt braucht der Windsurf World Cup auf Sylt nur noch genügend Wind, gute Laune bei den Besuchern – und sportliche Glanztaten.

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