Konzert-Wunsch

Zurück nach Westerland? Punks laden Die Ärzte nach Sylt ein

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Sehnsucht in Westerland: Ein Punker im Protestcamp auf Sylt biete sich als neuer Gitarrist für Die Ärzte an.

Sehnsucht in Westerland: Ein Punker im Protestcamp auf Sylt biete sich als neuer Gitarrist für Die Ärzte an.

Foto: Henrik Jacobs

34 Jahre nach dem ersten Abschiedskonzert auf Sylt wünschen sich die Punks in Westerland ihre Lieblingsband zurück auf die Insel.

Westerland. 34 Jahre und 43 Tage ist es her, dass die Insel Sylt eines ihrer legendärsten Konzerte erlebte. Es war der 9. Juli 1988 im Kurhaus von Westerland. „Die beste Band der Welt: Das letzte Konzert“, stand auf dem Veranstaltungsposter. Gemeint war natürlich die Punkrock-Band Die Ärzte.

Es sollte zu diesem Zeitpunkt das Abschiedskonzert der Gruppe sein. 1500 Gäste waren dabei. Als Die Ärzte ihr gerade erst veröffentlichtes Lied „Westerland“ spielten, drehte die Menge durch. Und zum Glück für die Fans wurde es auch nicht das letzte Konzert der Band. 1993 machten Farin Urlaub und Bela B. mit ihrem neuen Gitarristen Rodrigo González weiter.

Gemeinsame Aktion der Punks und den Ärzten auf Sylt wäre passend

Auf Sylt aber haben Die Ärzte lange nicht mehr gespielt. Ob sich das noch einmal ändert? Zumindest wünschen sich das die Punks, die aktuell in Westerland ein Protestcamp errichtet haben. Sie laden Die Ärzte zu einem Soli-Konzert auf Spendenbasis nach Sylt ein. „Es kommt nicht so häufig vor, dass die Punkszene auf Westerland ist. Da der Punkrock im Herzen niemals aussterben wird, wäre das ein gutes Statement für die Ärzte und auch für uns. Das würden hier alle feiern“, sagte Camp-Sprecherin Lara am Sonntag dem Abendblatt.

Es wäre eine Aktion, die passender kaum sein könnte. In ihrem Lied „Westerland“ machten sich Die Ärzte schon vor 34 Jahren lustig über die „Reichen und Schönen“ der Nordseeinsel. „Es ist zwar etwas teurer, dafür ist man unter sich, und ich weiß jeder Zweite hier ist genauso blöd wie ich“, singt Farin Urlaub. Die Punks auf Sylt protestieren mehr als drei Jahrzehnte später gegen den Ausverkauf der Insel und fordern bezahlbaren Wohnraum für alle.

"Westerland" läuft im Protestcamp der Punks auf Sylt rauf und runter

Auch der Refrain von „Westerland“ passt zu den Wünschen der Punks. „Oh ich hab‘ solche Sehnsucht, ich verliere den Verstand, ich will wieder an die Nordsee, ich will zurück nach Westerland.“ Die Punker auf Sylt haben wiederum Sehnsüchte nach ihrer Lieblingsband. Das bekannteste Lied der Ärzte läuft aktuell im Protestcamp vor dem Sylter Rathaus rauf und runter.

„Man hört Die Ärzte hier sehr oft und „Westerland“ am häufigsten. Insgeheim sind hier alle Ärzte-Fans. Viele haben Sehnsüchte danach, sie mal live zu sehen. Es wäre eine megageile Aktion“, sagt Lara. Die Idee wurde bereits im Plenum der Demonstranten besprochen. „Wir hätten zwei, drei Locations im Kopf, die auch genug Platz bieten würden. Aber das müssten wir noch mit dem Rathaus absprechen“, sagt Lara.

Bela B. spricht in Abendblatt-Interview über Sylt

Die-Ärzte-Schlagzeuger Bela B. hatte erst kürzlich im Abendblatt-Interview verraten, dass er schon ein paar Mal im Winter auf Sylt gewesen sei und vor allem das Naturschutz-Gebiet möge. „Man kann sagen, ich habe meinen Frieden mit Sylt gemacht“, sagte Bela B.

Die Ärzte sind aktuell auf Tour. Am Mittwoch spielen sie in Hamburg auf der Bahrenfelder Trabrennbahn, zwei Tage später in Berlin auf dem Tempelhofer Flugfeld. Und das gleich an drei Tagen hintereinander. Danach machen sie sechs Tage Pause, ehe es in Minden weitergeht. Vielleicht ergibt sich die Chance, in diesem Zeitraum nach Sylt zu kommen?

Camp-Sprecherin Lara wäre jedenfalls mehr als glücklich, ihre Kindheits-Helden zu treffen. „Die erste Kassette, die ich von meinen Eltern bekommen habe, waren Die Ärzte. Seitdem ich denken kann, höre ich sie. Daher wäre es schön, wenn sie hier mal auftreten würden. Sie haben sich zwar verändert, aber sie sind immer noch Die Ärzte geblieben. Ich liebe sie immer noch.“

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