Sylt

Verkehrschaos zur Hauptsaison verhindert: Neuer Plan für L24

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In der Hauptsaison kommen täglich Tausende Gäste auf Sylt an – viele davon mit dem eigenen Auto. Eine Vollsperrung der Hauptverkehrsstraße hätte zu einem Verkehrschaos geführt (Archivbild).

In der Hauptsaison kommen täglich Tausende Gäste auf Sylt an – viele davon mit dem eigenen Auto. Eine Vollsperrung der Hauptverkehrsstraße hätte zu einem Verkehrschaos geführt (Archivbild).

Foto: picture alliance

Die Sanierung der Hauptverkehrsader der Insel sollte ursprünglich genau zur Ferienzeit passieren. Diese Idee ist nun vom Tisch.

Westerland/Hamburg. Die Landesstraße 24 ist die Hauptverkehrsader von Sylt: Sie verläuft von List im Norden über Kampen, Westerland und Rantum bis nach Hörnum ganz im Süden der Nordseeinsel. Stockt es auf der L24, geht das an Sylt nicht spurlos vorbei. Entsprechend groß war die Aufregung, als im Mai bekannt gegeben wurde, dass es zu einer mehr als zwei Wochen dauernden Vollsperrung auf einem Teilstück der L24 kommen wird – von Mitte Juli bis Anfang August.

Kurios war damals die Begründung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV): "Um die Dauer der baubedingten Beeinträchtigungen gering zu halten, ergibt sich hieraus die Sanierung in der Hauptsaison." Dazu ein Hinweis auf den "Schülerverkehr", der aber in Anbetracht von insgesamt knapp 1600 Minderjährigen auf Sylt keinen allzu großen Anteil am gesamten Verkehrsaufkommen haben sollte. Schon gar nicht im Vergleich zur Zahl der Gäste in der Hauptsaison.

Sylt: Doch kein Verkehrschaos in der Hauptsaison

Laut "Sylter Rundschau" hätte es viel Ärger wegen des touristisch denkbar ungünstig gelegenen Termins gegeben, im Zentrum der Kritik stand der Bürgermeister der Gemeinde Sylt, Nikolas Häckel: Weder die Sylt Marketing GmbH, noch der Gaststättenverband oder die Bürgermeister der Sylter Gemeinden seien in die zeitliche Planung eingebunden gewesen. Häckel wies das zwar zurück, konnte anscheinend aber auch nicht für die anderen Betroffenen sinnvoll begründen, warum die Straße ausgerechnet mitten im Sommer zwischen Kampen und Westerland saniert werden muss.

Die Kritik an der eigenwilligen Terminfindung scheint nicht nur bis zum LBV, sondern sogar bis zum sowohl für Verkehr als auch für Tourismus zuständigen scheidenden FDP-Minister Bernd Buchholz durchgedrungen zu sein. In einem Facebook-Post bedankt sich der Verein Sylter Unternehmer ganz explizit bei Buchholz: Die Verlegung der Arbeiten sei "maßgeblich durch dessen Einsatz möglich" geworden. In Richtung Verwaltung formuliert der Verein hingegen die Bitte, "frühzeitig (...) informiert und mit eingebunden" zu werden, wenn größere Baumaßnahmen anstünden: "So sollen solche Fehlterminierungen zukünftig verhindert werden."

Sylt: Neuer Plan für Bauarbeiten

Der neue Plan des LBV sieht nun vor, dass im Juni und Juli nun nur die Vorarbeiten für die Erneuerung der Fahrbahn zwischen Westerland und Kampen stattfinden sollen. Die eigentlichen Arbeiten beginnen erst Ende September, sollen Mitte Oktober abgeschlossen sein – und kommen ohne eine dauerhafte Vollsperrung aus.

Stattdessen werde der Verkehr ab 26. September von Kampen in Richtung Westerland weiter über die L24 fließen – in der Gegenrichtung führt eine Umleitung über Keitum und Braderup. Nur nachts komme es "für die notwendigen Fräsarbeiten" und für die Sanierung einer Kreuzung und eines Kreisverkehrs zu Vollsperrungen.

Vom Schülerverkehr und dem Sinn großer Baumaßnahmen zur Ferienzeit ist in der neuen Mitteilung nichts mehr zu lesen – dafür von einer Terminplanung, die "mit der Polizei, den angrenzenden Gemeinden, der Inselverwaltung und anderer Interessenvertretungen der Insel abgestimmt" worden sei.

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