Schuldneratlas 2022

Trotz Krisen: Weniger Menschen im Norden sind überschuldet

„Die guten Zahlen sind leider trügerisch", sind sich Experten sicher (Symbolbild).

„Die guten Zahlen sind leider trügerisch", sind sich Experten sicher (Symbolbild).

Foto: picture alliance / dpa | Christian Charisius

Die gute Nachricht ist, dass die Überschuldungsquote gesunken ist. Doch Experten blicken weniger optimistisch in die Zukunft.

Neuss/Kiel/Hamburg. Die Zahl der überschuldeten Verbraucherinnen und Verbraucher ist in Schleswig-Holstein trotz stark gestiegener Preise in diesem Jahr gesunken. Laut dem am Dienstag von der Wirtschaftsauskunftei Creditreform in Neuss vorgestellten „Schuldneratlas Deutschland 2022“ sank die Überschuldungsquote im Vergleich zum vergangenen Jahr um 0,52 Punkte auf 8,93 Prozent – der größte Rückgang bundesweit.

Damit liegt Schleswig-Holstein im Ländervergleich auf Platz zehn. Die geringste Überschuldungsquote wurde mit 6,05 Prozent für Bayern ausgewiesen, die höchste für Bremen mit 12,46 Prozent.

Den höchsten Rückgang bei der Überschuldungsquote verzeichnete Creditreform in diesem Jahr in Schleswig-Holstein (-0,52 Punkte auf 8,93 Prozent), die geringste Verbesserung in Thüringen (-0,24 Punkte auf 8,08 Prozent).

Finanzen: Auch in Hamburg weniger Menschen überschuldet

Die Zahl der überschuldeten Verbraucherinnen und Verbraucher ist auch in Hamburg gesunken. Laut dem „Schuldneratlas“ sank die Überschuldungsquote in der Hansestadt um 0,46 Punkte auf 8,64 Prozent. Damit liegt Hamburg im Ländervergleich auf Platz acht.

Den Angaben zufolge sank die Überschuldungsquote in allen Bundesländern. Bundesweit wurden knapp 5,9 Millionen überschuldete Personen gezählt, rund 274.000 oder 4,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Dies sei der niedrigste Wert seit Beginn der Auswertungen im Jahr 2004, berichteten die Experten.

Die Wirtschaftsauskunftei rechnet angesichts der aktuellen Preisexplosionen jedoch schon bald mit einer spürbaren Verschlechterung der Situation. „Die guten Zahlen sind leider trügerisch“, sagte der Leiter der Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch. Die hohen Belastungen durch Inflation und vor allem die ansteigenden Energiekosten seien noch längst nicht vollständig beim Verbraucher angekommen.

( dpa/HA )